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Christian Ehrhoff (l.) wechselte 2009 von den San Jose Sharks zu den Vancouver Canucks © getty

Der Nationalspieler steht mit Vancouver nach 17 Jahren wieder im Halbfinale. Er könnte in die Fußstapfen von Uwe Krupp treten.

Vancouver/Köln - Christian Ehrhoffs Traum vom Stanley Cup lebt.

Nach einer wahren Zitterpartie haben der deutsche Nationalspieler und die Vancouver Canucks Spiel sechs der Viertelfinalserie in der NHL gegen die Nashville Predators mit 2:1 gewonnen und damit die Runde der letzten Vier erreicht. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nach einer frühen 2:0-Führung im ersten Drittel und dem Anschlusstreffer der Predators im zweiten Spielabschnitt brachte das beste Team der regulären Saison mit einer famosen Abwehrleistung den vierten Sieg unter Dach und Fach.

"Ich will den Stanley Cup gewinnen"

"Ich will den Stanley Cup gewinnen", hatte Ehrhoff bereits vor dem Start in die Playoffs mehrfach betont.

Mannschaftskollege Ryan Kesler sieht das ähnlich. "Es ist gut, im Conference-Finale zu stehen, aber wir haben Größeres im Kopf", sagte der Center.

Kesler war an elf der insgesamt 14 Viertelfinal-Treffer gegen Nashville beteiligt und nicht zuletzt deshalb der überragende Spieler der Serie.

Abwehr dank Ehrhoff sicher

Doch auch Ehrhoff präsentiert sich in den Playoffs von seiner besten Seite.

Mit einer Eiszeit von durchschnittlich 23:27 Minuten gehört der gebürtige Moerser zu den Stützen der Canucks.

Dank des unermüdlichen Einsatzes des 28-Jährigen und seiner Kollegen kassierte Vancouver im Viertelfinale nur elf Gegentore.

Aber auch in der Offensive setzte Ehrhoff Akzente.

In der Verlängerung von Spiel drei leitete er den Siegtreffer von Kesler ein und setzte beim 4:2 in Spiel vier noch einen drauf, als er ein Tor schoss und zwei weitere, darunter das vorentscheidende 3:2 durch Kesler, vorbereitete.

Persönlicher Playoff-Rekord

Durch seine fünf Scorerpunkte im Viertelfinale erhöhte Ehrhoff seine Playoff-Ausbeute auf neun und knackte damit schon mal seinen persönlichen Rekord.

2005/06 hatte es der 28-Jährige in seiner ersten Saison in der NHL auf acht Punkte für die San Jose Sharks gebracht.

Ehrhoff knüpft damit nahtlos an seine Vorstellungen aus der Vorrunde an. In der regulären Saison schraubte er seine Bestmarke durch 14 Tore und 36 Vorlagen auf 50 Punkte.

Kandidat für die Norris Trophy?

Nicht umsonst hatte NBC-Kommentator Mike Milbury Ehrhoff als Kandidaten für die Norris Trophy bezeichnet, mit der der beste Verteidiger der Saison ausgezeichnet wird.

Die Jubiläumsmarke durchbrach Ehrhoff in seinem 500. NHL-Spiel in der regulären Saison. Beim 3:2 bei den Calgary Flames erzielte er nach 2:41 Minuten in der Verlängerung mit einem seiner gefürchteten Schlagschüsse das Siegtor.

"Es war fantastisch, das Siegtor in der Verlängerung zu machen", sagte Ehrhoff nach diesem Spiel. Genauso großartig soll es am Sonntag weitergehen.

Dann startet die Halbfinalserie gegen die San Jose Sharks oder die Detroit Red Wings.

Seidenberg ebenfalls im Halbfinale

Vor dem sechsten Spiel führen die Sharks die Serie mit 3:2 an. Im zweiten Halbfinale trifft der deutsche Nationalspieler Dennis Seidenberg mit den Boston Bruins auf Tampa Bay Lightning.

Sollte Ehrhoff als zweiter Deutscher nach dem heutigen Bundestrainer Uwe Krupp den Stanley Cup gewinnen, könnte er sich danach wohl seinen Arbeitgeber aussuchen.

Zukunft in Vancouver

Sein Vertrag in Vancouver läuft aus. Die 3,4 Millionen Dollar, die er in dieser Saison verdient, könnte er in seinem nächsten Arbeitspapier deutlich übertreffen.

Allerdings würde er mit Ehefrau Farina und Töchterchen Leni gerne in der Olympiastadt von 2010 bleiben. "Ich hoffe", sagt er, "wir können etwas ausarbeiten, das für beide Seiten Sinn macht.

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