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Dennis Seidenberg wechselte 2010 von den Florida Panthers zu den Boston Bruins © getty

Mit Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff stehen erstmals in der Historie zwei Deutsche in den Playoff-Halbfinals.

München - Der eine macht sich gerade einen Namen als Marathonmann, der andere ist als Scharfschütze ligaweit gefürchtet.

Beide eint jedoch die Jagd nach dem größten Titel, den ein Eishockey-Profi gewinnen kann. Die deutschen Verteidiger Dennis Seidenberg von den Boston Bruins und Christian Ehrhoff von den Vancouver Canucks stehen mit ihren Mannschaften in der NHL im Playoff-Halbfinale.

Und damit nur noch einen Schritt vor dem Finale um den legendären Stanley Cup (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Bundestrainer Uwe Krupp ist bislang der einzige Deutsche, der den Titel gewann, 1996 mit der Colorado Avalanche.

Dass zwei Deutsche immerhin schon im Halbfinale stehen, ist ebenso einzigartig, und Gleiches würde gelten, wenn Seidenberg und Ehrhoff das Endspiel erreichen.

Seidenberg, ein "absoluter Top-Verteidiger"

Ausgeschlossen ist dies nicht. Seidenberg spielt vor dem Duell mit dem Tampa Bay Lightning (Sonntag, ab 2 Uhr LIVESCORES) in der Form seines Lebens, wird von seinem Coach Claude Julien in jeder Schlüsselsituation aufs Eis geschickt.

Beim 4:0-"sweep" im Viertelfinale gegen die Philadelphia Flyers (Bericht) war er einer der Sieggaranten, auch jetzt soll er gemeinsam mit seinem slowakischen Verteidigerpartner Zdeno Chara die Defensive der Bruins anführen.

"Er spielt besonders gut in den wichtigen Partien und kann ein absoluter Top-Verteidiger sein", sagte Julien kürzlich.

"Wir müssen höllisch aufpassen"

Den 29-jährigen Seidenberg erwartet aber nun ein Duell gegen eine der besten Sturmformationen. Tampa Bay bietet eine Offensive auf, die Angst und Schrecken verbreiten kann.

Angeführt von Vincent Lecavalier, Martin St. Louis und Jungstar Steven Stamkos hat das Team aus dem Bundestaat Florida bereits die Pittsburgh Penguins von Superstar Sidney Crosby und die Washington Capitals mit Marco Sturm und Alexander Owetschkin ausgeschaltet.

"Wir müssen höllisch aufpassen", sagt Seidenberg.

Die Marschroute ist klar

Der gebürtige Schwenninger wird aber offenbar mit jeder Minute Eiszeit stärker. Coach Julien nennt ihn ein "Arbeitstier", lässt ihn pro Spiel im Durchschnitt fast 30 Minuten aufs Eis: "Er wird einfach nicht müde", sagt er.

"Ich fühle mich richtig wohl", versichert Seidenberg, für den der Schlüssel zum Finaleinzug die Einstellung ist: "Wir müssen es einfach mehr wollen als Tampa, müssen noch härter arbeiten als sie."

Ehrhoff mit persönlichem Rekord

Während Seidenberg in Boston immer wichtiger wird, ist Ehrhoff bei den Canucks schon länger der zuverlässigste Scorer von der blauen Linie.

Nach einem persönlichen Rekord mit 50 Punkten in der Vorrunde hat er auch in den Playoffs reichlich Wirkung erzielt, ist ligaweit mit zwei Toren und sieben Vorlagen auf Rang zwei der Verteidiger platziert.

"Es ist für unser Spiel wichtig, von der blauen Linie zu treffen. Ich hoffe, wir können das fortsetzen", sagt Ehrhoff, dessen Team im Viertelfinale die Nashville Predators mit 4:2 (Bericht) eliminierte.

"Spiele werden eng und umkämpft sein"

Die Serie gegen die San Jose Sharks (Montag, ab 2 Uhr LIVESCORES) , die sich in sieben Partien gegen die Detroit Red Wings durchgesetzt hatten, ist für den 28-Jährigen auch eine Reise in die Vergangenheit.

Die Kalifornier waren das erste NHL-Team Ehrhoffs, von 2003 bis 2009 stand er bei den Sharks unter Vertrag.

Er hält das Team um die kanadischen Olympiasieger Dany Heatley, Joe Thornton und Patrick Marleau für eine "sehr talentierte Mannschaft", gegen die es eine "große Herausforderung" werde.

"Alle Spiele werden eng und umkämpft sein", prophezeiht Ehrhoff.

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