vergrößernverkleinern
Dennis Seidenberg wechselte 2002 aus Mannheim in die NHL © getty

Eine schwache Abwehr des DEB-Cracks ist für Boston in Spiel eins gegen Tampa der Anfang vom Ende. Ein Rekord-Dreierpack folgt.

Von Eric Böhm

München/Boston - Die Boston Bruins haben einen klassischen Fehlstart in das Finale der Eastern Conference hingelegt.

Das Team des deutschen Nationalspielers Dennis Seidenberg verlor zu Hause gegen die Tampa Bay Lightning 2:5 (1:3,0:0,1:2) und liegt in der Best-of-Seven-Serie mit 0:1 in Rückstand. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der Verteidiger bekam bei Boston mit über 26 Minuten die zweitmeiste Eiszeit, legte aber Tampas Sean Bergenheim mit einer missglückten Abwehraktion in der zwölften Minute das 0:1 auf.

"Ich hatte meinen Stock verloren und versuchte den Puck irgendwie aus der Gefahrenzone zu befördern und kickte ihn zum Torschützen", sagte der 29-Jährige.

Dreierpack der Lightning

Damit ermöglichte er dem Finnen bereits seinen achten Playoff-Treffer. Kein anderer Spieler durfte in der K.o.-Runde der NHL bisher öfter jubeln.

Innerhalb von 85 Sekunden erhöhten Brett Clark und Teddy Purcell auf 3:0. Noch nie gelangen den Lightning in so kurzer Zeit drei Treffer.

"Das ist unsere Spielweise. Wir attackieren den Gegner frühzeitig, kommen vor das Tor und treffen", so Bergenheim.

Power Play bleibt schwach

Von diesem Schock erholten sich die Bruins trotz des Treffers von Playoff-Debütant Tyler Seguin kurz vor Ende des ersten Abschnitts nicht mehr.

"Ich denke, wir hatten einen guten Start und haben uns gute Chancen erarbeitet. Wir haben nur leider den Weg ins Netz nicht gefunden", ergänzte Seidenberg, der bei drei Gegentoren auf dem Eis stand.

Bostons größte Achillesferse bleibt aber weiter das Überzahlspiel. Gegen die Lightning wurden vier Chancen nicht genutzt. In den Playoffs gelangen bei 41 Power Plays ganze zwei Treffer.

Coach kritisiert Abwehr

Marc-Andre Bergeron sowie Simon Gagne - ins leere Netz - sorgten im letzten Drittel für die Entscheidung zugunsten der Gäste.

Verteidiger Johnny Boychuk (59.Minute) betrieb am Ende für die Gastgeber nur noch Ergebniskosmetik.

Bruins-Coach Claude Julien war vor allem mit der Defensivleistung seiner Truppe unzufrieden: "Wir haben ihnen einfache Tore geschenkt. Die Niederlage lag weniger an ihnen, als an unseren Patzern."

Bergeron bleibt fraglich

Der fünfmalige Meister erreichte erstmals seit 1992 wieder das Halbfinale und steht im zweiten Duell in der Nacht auf Mittwoch (ab 2 Uhr LIVESCORES) gewaltig unter Druck, um nicht mit einem 0:2-Rückstand zu den beiden Spielen nach Tampa zu reisen.

"Wir wissen, was wir im nächsten Spiel ändern müssen. Und darauf werden wir achten", gab Seidenberg die Marschroute vor.

Ob dann Stürmer-Star Patrice Bergeron wieder mit von der Partie sein kann ist ungewiss. Der 25-jährige Center leidet noch an den Folgen einer leichten Gehirnerschütterung aus der Serie gegen Philadelphia.

Tampas Goalie überzeugt

Gäste-Goalie Dwayne Roloson zeigte mit 32 Paraden eine klasse Leistung und schätzte den Erfolg richtig ein: "Es waren schon zwei glückliche Tore dabei, aber wir haben die Möglichkeiten eiskalt ausgenutzt."

Tampa Bay holte sich damit zwar den Heimvorteil in der Serie, nimmt die Bruins aber dennoch nicht auf die leichte Schulter.

"Sie sind ein starkes Team und haben uns am Anfang sehr zugesetzt. Und das wird im nächsten Spiel noch mehr werden", warnte Trainer Guy Boucher.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel