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Die Boston Bruins gewannen den Stanley Cup zuletzt 1972 © getty

Das Team von Chris Ehrhoff siegt spät gegen die Boston Bruins und Dennis Seidenberg. Ein Keeper dreht auf, das Tor fällt spät.

Von Jakob Gajdzik

Vancouver/München - Lange hat's gedauert ? doch dann schlug Raffi Torres zu.

59 Minuten und 41 Sekunden blieb das erste Final-Spiel in der NHL um den Stanley Cup torlos, bis schließlich der linke Flügelspieler für die Vancouver Canucks das erlösende Siegtor machte und das Team um den deutschen Nationalspieler Christian Ehrhoff jubeln ließ.

Gegen die Boston Bruins mit Dennis Seidenberg in ihren Reihen hieß es am Ende 1:0 (0:0, 0:0, 1:0). (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich hörte Raffi rufen", sagte Passgeber Jannick Hansen nach dem Spiel, "es war nicht schwer ihn zu hören".

Ehrhoff mit der längsten Eiszeit

Zugehört und aufgeblickt, spielte Hansen einen formidablen Pass auf Torres, der mit dem spätesten Entscheidungstor in den Finals seit 1992 der Hoffnung der Canucks auf den ersten Stanley Cup Titel überhaupt weiter Nahrung gibt.

Ehrhoff spielte eine starke Partie und stand mit 26:26 Minuten länger auf dem Eis, als alle anderen Teamkollegen und gefiel mit präzisen Zuspielen auf seine Mitspieler.

Der andere Matchwinner war Keeper Roberto Luongo, der starke 36 Schüsse abwehrte und bereits zum dritten Mal in den Playoffs kein Gegentor kassierte.

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Seidenberg scheitert an Luongo

Auch Seidenberg fand in Luongo seinen Meister. Der 29-Jährige, mit einer Eiszeit von 27:13 Minuten, war mit drei Schüssen noch eine der stärksten Offensivkräfte, ein Treffer wollte ihm aber nicht gelingen.

"Ich dachte bereits, wir werden die ganze Nacht so weiterspielen", sagte der Canucks-Keeper nach der Partie. "Es war ein aufregendes und knappes Spiel. Es hätten auch genauso gut anders ausgehen könne, wie bei einem Münzwurf."

Das es nicht bereits schon vorher zu einem Treffer des Teams aus Vancouver kam, war auch dem Torhüter auf der Gegenseite geschuldet. Bruins-Schlussmann Tim Thomas entschärfte ebenfalls 33 Schüsse und brachte die Canucks-Offensive um die beiden Sedin-Zwillinge Henrik und Daniel zur Verzweiflung. Die Defensive war Trumpf bei beiden Teams.

Canucks-Powerplay ohne Erfolg

Auch das gefürchtete Powerplay der Kanadier, bislang in den Playoffs so erfolgreich, blieb erfolglos: Fünf Überzahlsituationen brachten kein Tor. Seine größte Tat vollbrachte Thomas, als er gegen den allein aufs Tor zulaufenden Dänen Jannik Hansen rettete (45.)

Etwas über das Ziel hinaus schoss Canucks-Flügelmann Alexandre Burrows, als er in der hitzigen Partie Bostons Patrice Bergeron durch den Handschuh in den Finger biss.

"Ich hab kein Problem mit hartem Spiel", sagte Bergeron danach, "aber beißen? Das geht zu weit".

Im Schlussdrittel wurde Vancouver dann immer stärker und hatte Pech, als Verteidiger Alexander Edler nur die Latte traf (55.).

Torres knackt Thomas' Serie

Beim Siegtor durch Torres war Thomas, der vor dem Treffer 129 Minuten unbezwungen war, machtlos.

"Es war ein schönes Tor", gab danach auch Bruins-Coach Claude Julien zu und sah den Grund für die Niederlage im Kräfteverschleiß:

"In den ersten beiden Dritteln war es ausgeglichen. Im letzten hat uns etwas die Energie gefehlt. Vancouver hat das Spiel an sich gerissen und einen Weg gefunden, noch zu gewinnen".

Der Sieg scheint für die Finals ein gutes Omen zu sein, gewannen die Canucks auch in den vorhergehenden Playoff-Runden jeweils die Auftaktpartie.

Vancouver will Premieren-Coup

Das zweite Spiel der Finalserie nach dem Best-of-Seven-Modus wird in der Nacht zu Sonntag erneut in Vancouver ausgetragen.

Für Vancouver wäre es der erste Stanley Cup-Sieg überhaupt, nachdem man 1982 und 1994 im Finale gescheitert war. Die Bruins gewannen 1972, haben sich aber seitdem in allen fünf folgenden Finalteilnahmen geschlagen geben müssen.

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