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Alexandre Burrows spielt seit 2005 für die Vancouver Canucks © getty

Dem DEB-Crack gelingt mit Vancouver in den Stanley-Cup-Finals gegen Seidenbergs Bruins das 2:0. Burrows wird zum Matchwinner.

Von Eric Böhm

München/Vancouver - Christian Ehrhoff ist auf dem besten Wege das deutsche Finale um den Stanley Cup für sich zu entscheiden.

Der Nationalspieler gewann mit den Vancouver Canucks auch das zweite NHL-Endspiel gegen Dennis Seidenberg und die Boston Bruins mit 3:2 (1:0, 0:2, 1:0, 1:0) nach Verlängerung.

Alexandre Burrows war der überragende Spieler für die Canucks. In der 13. Minute erzielte der Außenstürmer zunächst die Führung. Später legte er Daniel Sedin den 2:2-Ausgleich auf (50.). Und nach elf Sekunden der Verlängerung gelang ihm der umjubelte Siegtreffer.

"Nach der negativen Presse in den letzten Tagen sagte mein Vater, ich solle lieber durch Tore auf mich aufmerksam machen, das würde dem Gegner wirklich weh tun", so der 30-Jährige (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Burrows zeigt sportliche Qualitäten

Bei dem 1:0-Sieg in Spiel eins (Bericht) war Burrows noch durch eine unappetitliche Attacke gegen Bostons Stürmer Patrice Bergeron aufgefallen.

Während einer Auseinandersetzung hatte er Bergeron in den Finger gebissen, die Liga erkannte allerdings keinen Vorsatz und sah von einer Sperre ab.

Sein neunter Playoff-Treffer war das zweitschnellste Overtime-Tor in der Geschichte der Stanley-Cup-Finals - 1986 traf Montreals Brian Skrudland bereits nach neun Sekunden.

"Wir geraten nicht in Panik. Wir kämpfen bis zum Schluss und haben uns heute wieder belohnt", freute sich Center Ryan Kesler. (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018)

DEB-Cracks auffällig

Die beiden deutschen Nationalspieler zeigten indes vor 18.860 Zuschauern erneut eine auffällige Leistung, standen aber jeweils auch bei Gegentreffern auf dem Eis. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Ehrhoff brachte es für die Canucks auf 22:36 Minuten Eiszeit und drei Torschüsse. Seidenberg absolvierte für die Bruins gar 26:29 Minuten und war mit vier Versuchen einer der schussfreudigsten Spieler.

Seidenberg rettet

Beide Teams suchten von Beginn an die Offensive, so dass die Startorhüter Roberto Luongo (Vancouver) und Tim Thomas (Boston) sich schon früh mehrfach auszeichnen konnten.

Nach gut fünf Minuten rettete Seidenberg in höchster Not im Torraum für seinen bereits geschlagenen Goalie. Burrows traf dann in Überzahl mit einem Handgelenkschuss.

Anfang des zweiten Drittels wäre Ehrhoff bei eigener Unterzahl fast der zweite Canucks-Treffer gelungen.

Recchi mit Rekord-Treffer

Ein Doppelschlag durch Milan Lucic (29.) und Altstar Mark Recchi (32.) wendete zunächst das Blatt zugunsten der Bruins. Ehrhoff sah bei Bostons erstem Treffer der Finalserie im direkten Zweikampf mit Lucic nicht gut aus.

Der 43-jährige Recchi beendete danach Bostons Power-Play-Flaute als er einen Schuss von Zdeno Chara abfälschte und machte sich zum ältesten Torschützen in der Finals-Historie.

"Wir müssen uns die Niederlage selbst ankreiden. Mit der Führung hätten wir das Spiel nach Hause bringen müssen. Jetzt stehen wir gewaltig unter Druck", ärgerte sich Bostons Topscorer David Krejci.

Bauerntrick überrascht Thomas

Die Canucks rannten bis zum Ende verbissen an, scheiterten jedoch immer wieder an Torhüter Thomas. Daniel Sedin belohnte Vancouvers Bemühungen dann doch noch und schoss freistehend ein.

Burrows setzte sich schließlich in der ersten Aktion der Verlängerung gegen Chara durch und düpierte auch Tim Thomas per Bauerntrick.

"Als ich den Puck bekam, wusste ich, dass ich antäuschen musste und von der anderen Seite vollenden könnte", beschrieb der Matchwinner die entscheidende Szene.

Malhotra feiert Comeback

Bei Vancouver feierte zudem Center Manny Malhotra ein bemerkenswertes Comeback, nachdem er wegen einer schweren Augenverletzung seit Mitte März ausgefallen war. Zunächst war damals sein Karriereende befürchtet worden.

Für den nicht einsatzfähigen Verteidiger Dan Hamhuis spielte Andrew Alberts, der ein Defensivpaar mit Ehrhoff bildete.

Das dritte Spiel der Best-of-Seven-Serie wird in der Nacht zu Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) in Boston ausgetragen.

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