vergrößernverkleinern
Die Vancouver Canucks konnten noch nie den Stanley Cup gewinnen © getty

Der Nationalspieler feiert mit Vancouver gegen Boston den dritten Sieg und steht vor dem ersten Titel der Vereinsgeschichte.

Vancouver - Christian Ehrhoff hat eine Hand am Stanley Cup.

Der Eishockey-Nationalspieler gewann mit den Vancouver Canucks das fünfte Finale im deutschen Duell um den NHL-Titel gegen Dennis Seidenberg und die Boston Bruins mit 1:0 (0:0, 0:0, 1:0).

Dem Ex-Krefelder fehlt nur noch ein Sieg, um 15 Jahre nach Uwe Krupp der zweite deutsche Stanley-Cup-Gewinner zu werden.

"Wir haben wieder mit Energie gespielt und zu unserem Spiel zurückgefunden", sagte der 28-Jährige nach dem Spiel.

Vancouver hat in der Nacht zu Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) in Boston den ersten Matchball zum ersten Titelgewinn in der Klubgeschichte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Lapierre sichert den Sieg

Bislang haben Ehrhoff und Co. allerdings beide Auswärtsspiele der "Best-of-Seven"-Serie deutlich verloren: mit 1:8 und 0:4 (Bericht).

Zu Hause sind die Kanadier dagegen eine Macht. Maxim Lapierre sicherte dem Vorrundenmeister mit seinem zweiten Playoff-Tor in der 45. Minute den dritten Heimsieg im Finale.

Nicht nur 18.860 Zuschauer in der Rogers Arena, sondern auch Tausende in den Straßen der Olympiastadt von 2010 feierten überschwänglich.

Seidenbergs Schüsse verfehlen das Ziel

Ehrhoff gehörte mit 24:36 Minuten Eiszeit und vier Schüssen erneut zu den Aktivposten der Gastgeber. Sein Nationalmannschaftskollege Seidenberg stand sogar 27:39 Minuten auf dem Eis, gab fünf Schüsse ab, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

"Wenn wir verlieren, ist es vorbei, aber keiner denkt so weit", sagte der Verteidiger im Hinblick auf das nächste Spiel.

Bruins-Trainer Claude Julien zeigte sich von der Niederlage enttäuscht, aber nicht überrascht: "Wir waren bereits mehr als einmal in dieser Situation. Wir sind keine Mannschaft, die den einfachen Weg sucht, also ist es nicht wirklich überraschend, dass wir jetzt in dieser Situation sind. Es war aber kein guter Abend für mein Team in Bezug auf unser Powerplay und unsere Chancen".

In der Tat: Vier Powerplay-Situation ließ das Seidenberg-Team ungenutzt. (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018)

Torhüter-Dominanz statt Offensivespektakel

Ein Offensivspektakel, wie in den beiden Spielen zuvor, bekamen die Zuschauer nicht zu sehen. Die Torhüter bestimmten das Spiel.

Kanadas Olympiasieger Roberto Luongo, der beim 0:4 in der vierten Partie vom Eis genommen worden war, meldete sich mit einer starken Leistung zurück und verhinderte bei den vier Überzahlspielen der Bruins mit mehreren Glanzparaden ein frühes Tor.

"Er ist der beste Keeper der Liga"

Anschließend gab es großes Lob von seinen Teamkameraden. "Roberto weiß, dass wir an ihn glauben", sagte Canucks-Flügelspieler Alex Burrows. "Wir haben viel vertrauen in ihn und er lässt sich auch nicht davon verrückt machen, was Leute außerhalb der Kabine über ihn sagen. Wir wissen, er ist der Beste Keeper der Liga".

"Ich versuche, alles auszublenden. Abermanchmal ist es in einer Stadt wie dieser schwer", sagte Luongo selbst.

"Er hat sehr stark gehalten", lobte Ehrhoff den 32-Jährigen der insgesamt 31 Schüsse abwehrte und sein viertes Shutout in den Playoffs verbuchte, nachdem die Canucks in den vergangenen Partie noch zwölf Gegentreffer hinnehmen mussten.

Auch Bostons Goalie Tim Thomas knüpfte nahtlos an seine herausragenden Vorstellungen in den letzten beiden Partien an.

Serie von Thomas reißt

Als Vancouver im zweiten Drittel stärker wurde und zu den ersten beiden Powerplays kam, hielt der Amerikaner seinen Kasten sauber.

Nach insgesamt 110 Minuten ohne Gegentor war aber auch Thomas machtlos: Lapierre überwand zu Beginn des Schlussabschnitts den 37-Jährigen aus spitzem Winkel.

Der Bruins-Goalie ärgerte sich über das Gegentor: "Das war einer dieser Treffer die fallen, wenn sonst nichts reingeht. Lapierre hat den Puck noch nicht mal richtig getroffen, denn sonst hätte ich den Schuss einschätzen und besser reagieren können."

Lapierres Treffer sorgte für den sechsten Playoff-Heimsieg in Folge und bringt Vancouver dem ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte ganz nah.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel