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Christian Ehrhoff spielt seit 2009 bei den Vancouver Canucks © getty

Erstmals seit 1996 kann am Dienstag ein Deutscher den Stanley Cup gewinnen. Vorher kracht's zwischen den Torhütern.

Von Christoph Gschoßmann

München - 15 Jahre ist es her, dass Uwe Krupp die Colorado Avalanche in der dritten Verlängerung des entscheidenden Endspiels zum Sieg in den NHL-Finals schoss.

Christian Ehrhoff saß im heimischen Moers vor dem Fernseher und sagte sich: "Da will ich auch hin".

Jetzt ist er da: Der Stanley Cup, die prestigeträchtigste Trophäe im Eishockey, ist für den Verteidiger zum Greifen nah, wenn seine Vancouver Canucks am Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) den ersten Matchball gegen die Boston Bruins haben.

Für Vancouver wäre es zudem der erste Titel der Vereinsgeschichte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Heimstärke auf beiden Seiten

Nach den beiden Auftaktsiegen in Vancouver setzte es für die Kanadier zunächst demütigende Niederlagen (0:4, 1:8) auf dem Eis der Amerikaner.

Und ausgerechnet jetzt, wo die Tür für die Canucks dank des 1:0-Heimsiegs (Bericht) weit offen steht, geht es wieder nach Boston, wo für Ehrhoff und Co. bisher überhaupt nichts zu holen war.

Auch Ehrhoff weiß, dass sich an der Auswärtsschwäche seiner Canucks endlich etwas ändern muss. "Wir müssen die Energie aus den Heimspielen endlich auch in Boston bringen", fordert er.

Entscheidungsmatch am Mittwoch?

Sollte dies nicht gelingen, steigt das alles entscheidende siebte Match am Mittwoch in Vancouver (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018).

Doch Ehrhoff betont: "So weit denken wir erst gar nicht. Wir konzentrieren uns nur auf Spiel sechs."

"Momentum nicht genutzt"

Würde Boston doch noch das Endspiel erzwingen, könnte Dennis Seidenberg zu Krupps Erben werden. Nach dem furiosen Run seines Teams auf eigenem Eis verpassten es die Bostoner zuletzt, im entscheidenden Moment nachzulegen.

Die fehlende Kaltschnäuzigkeit ärgert den Deutschen: "Letztlich haben wir eine gute Chance vergeben, unser Momentum aus den vergangenen beiden Spielen zu nutzen und mit einer 3:2-Führung nach Boston zurückzufliegen", so der Defensivmann.

Jetzt steht Boston mit Seidenberg mit dem Rücken zur Wand, während Ehrhoff und die Canucks den historischen Triumph schon im sechsten Spiel klar machen können.

Zoff zwischen den Goalies

Zoff gibt es zwischen den Torhütern der Teams. Canucks-Keeper Roberto Luongo, seit Wochen hart in der Kritik und gerade bei den Klatschen in den Finals an den Pranger gestellt, erlebte beim 1:0-Sieg der Kanadier mit überragenden 31 Saves eine Sternstunde.

"Er wurde immer wieder kritisiert, aber wir als Team haben immer gewusst, dass er antworten wird", so Ehrhoff.

Nach seiner Gala ließ sich Luongo dazu hinreißen, seinen Gegenüber Tim Thomas für sein aggressives Torwartspiel zu kritisieren, das zum einzigen Treffer in Spiel sechs führte.

"Nie ein nettes Wort"

"Wenn man so umherwandert wie er, passieren eben solche Tore", so Luongo. Gleichzeitig fehle Thomas die Kollegialität zwischen den Torhütern: "Ich habe ihn immer wieder gelobt, aber noch nie ein einziges nettes Wort zurückbekommen."

Thomas ließ die Kritik kalt, war aber um eine Riposte nicht verlegen: "Ich wusste nicht, dass ich dafür zuständig bin, ihm Rückendeckung zu geben. Wahrscheinlich sollte ich mich dafür entschuldigen."

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