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Dennis Seidenberg (M.) kam im März 2010 aus Florida nach Boston © getty

Ehrhoffs Vancouver vergibt die erste Titelchance in Boston. Spiel 7 muss entscheiden. Seidenberg übersteht eine Schrecksekunde.

München/Boston - Das deutsche Duell um den Stanley Cup geht über die volle Distanz.

Nationalspieler Dennis Seidenberg und die Boston Bruins gewannen das sechste Finale um den NHL-Titel gegen Christian Ehrhoff und die Vancouver Canucks mit 5:2 (4:0, 0:0, 1:2) und glichen in der Best-of-Seven-Serie zum 3:3 aus.

Die Entscheidung, wer nach Uwe Krupp 1996 zweiter deutscher Stanley-Cup-Sieger wird, fällt in der Nacht zu Donnerstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) in Vancouver (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Rekordstart für Bruins

Brad Marchand (6.), Milan Lucic (7.), Andrew Ference (9.) und Michael Ryder (10.) sorgten im TD Garden in Boston mit vier Toren innerhalb von 4:14 Minuten für die Entscheidung zugunsten der Bruins und stellten damit einen Finalrekord auf.

"Wir wollten einfach sicherstellen, dass wir nicht ohne einen Kampf die Segel streichen. Das war heute auf dem Eis zu sehen", sagte Marchand.

Verteidiger Seidenberg, der 19:27 Minuten auf dem Eis stand und zu den Aktivposten seines Teams gehörte, leistete die Vorarbeit zum 1:0 - sein achter Assist in den Playoffs (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018).

Zu Beginn des letzten Drittels verschwand der Ex-Mannheimer offenbar verletzt in der Kabine. Zehn Minuten vor Schluss kehrte er aber zurück.

Recchi stolz

Vancouver gelang eine zwischenzeitliche Ergebniskorrektur durch Henrik Sedin (41.). Ehrhoff, der 19:52 Minuten spielte, verbuchte dabei seine zehnte Torvorlage in den Playoffs, die erste im Finale.

David Kreici stellte den alten Abstand wieder her (47.). Maxim Lapierre setzte den Schlusspunkt (58.).

"Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe. Wir standen mit dem Rücken zur Wand, aber das starke erste Drittel war eine ausgezeichnete Grundlage", lobte Routinier Mark Recchi, der drei Assists verbuchte.

Boston dominiert Heimspiele

Vancouver erlebte ein rabenschwarzes Auftaktdrittel. Schon nach 20 Sekunden verloren die Canucks Stürmer Mason Raymond, der nach einem harten Check gegen die Bande ins Krankenhaus musste.

Beide Teams haben ihre drei Heimspiele der Serie gewonnen, wobei Boston vor heimischer Kulisse mit 17:3 Toren regelrecht dominierte.

"Wir müssen das Spiel schnell abhaken. Wir fahren nach Hause und haben auf eigenem Eis die Chance, Meister zu werden", ging Vancouvers Trainer Alain Veigneault schnell zur Tagesordnung über.

Luongo patzt

Dann erwischte es Torhüter Roberto Luongo, beim 1:0 drei Tage zuvor noch der Held der Kanadier: Drei Gegentore in nur 3:04 Minuten beendeten schon früh den Arbeitstag des Olympiasiegers.

Bei allen Treffern machte der 32-Jährige, der nur fünf Schüsse abwehrte, keine gute Figur. Schon in den ersten beiden Spielen in Boston hatte er zwölf Tore kassiert.

"Du kannst dich jetzt nicht hängen lassen und dich selbst bemitleiden. Das wäre der ganz falsche Weg", so Luongo.

Sedins wieder schwach

Auch Corey Schneider, der für Luongo ins Tor kam (9.), musste nach nur 70 Sekunden den Puck aus dem Netz holen. Auf der Gegenseite bot Tim Thomas einmal mehr eine starke Leistung.

"Nur wenige Leute hatten uns zugetraut, an diesem Punkte anzukommen. Das ist ein tolles Gefühl. Wir haben hart gekämpft und sind belohnt worden", freute sich Thomas.

Vancouvers schwedische Zwillinge Henrik und Daniel Sedin enttäuschten zunächst erneut. Die Stürmerstars der Canucks, die zuletzt im zweiten Spiel gepunktet hatten, fanden lange kein Rezept gegen die kampfstarke Defensive um Seidenberg.

Erst eine Einzelaktion von Henrik Sedin beendete ihre Durststrecke, konnte jedoch das Blatt nicht mehr wenden.

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