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Christian Ehrhoff (l.) und Dennis Seidenberg haben zusammen schon 17 Jahre Nordamerika-Erfahrung auf dem Buckel © getty

Christian Ehrhoff oder Dennis Seidenberg - ein deutscher NHL-Profi wird Donnerstag den Stanley Cup in Händen halten.

Boston/Berlin - Dirk Nowitzki hat es ihnen vorgemacht, jetzt wollen auch Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg zu deutschen Sporthelden in Nordamerika werden.

In der Nacht zu Donnerstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) kämpfen die beiden Nationalspieler in Vancouver im siebten und entscheidenden NHL-Finale um den Stanley Cup und um die Nachfolge von Uwe Krupp. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der Noch-Bundestrainer hat die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt bislang als einziger deutscher Kufencrack gewonnen. Für Ehrhoff und die Vancouver Canucks spricht im Showdown der Heimvorteil, für Seidenberg und die Boston Bruins die aktuelle Form.

Canucks vergeben Matchball

"Jeder spielt als Kind im Garten immer Spiel sieben des Finales aus. Jetzt haben wir die Chance, uns diesen Traum zu erfüllen und den Cup zu Hause zu gewinnen", sagte Ehrhoff.

Den ersten Matchball vergab sein Team in der Nacht zu Dienstag in Boston (Bericht), die Canucks präsentierten sich beim 2:5 (0:4, 0:0, 2:1) vor allem im ersten Drittel desolat.

Seidenberg und die Bruins wittern daher auch in der bislang für sie uneinnehmbaren Rogers-Arena in der Olympiastadt ihre Chance auf den ersten Titel seit 39 Jahren.

"Wir müssen uns nur auf uns konzentrieren. Wir müssen wieder sehr körperlich spielen und hungrig sein", forderte der ehemalige Mannheimer.

Krupp bleibt stolz

Egal, wer am Ende die begehrte Trophäe in die Höhe stemmt, Uwe Krupp gönnt es beiden Verteidigern von Herzen.

"Ich freue mich für die beiden. Ich bleibe stolz darauf, dass ich der erste war", sagte der künftige Teammanager der Kölner Haie der "Rheinpfalz" und prophezeite dem Gewinner eine besondere Lebenserfahrung:

"In Nordamerika bist du dann der Winner. Es ist der absolute Höhepunkt der Karriere."

Statistik spricht für Vancouver

Als Krupp vor 15 Jahren die Colorado Avalanche mit seinem goldenen Final-Schuss zum Stanley Cup geführt hatte, saß Ehrhoff vor dem Fernseher. "Ich habe damals gedacht: Da will ich auch hin", verriet der ehemalige Krefelder.

Die Statistik spricht für Vancouver: In den bisherigen sechs Finalspielen gab es nur Heimsiege.

Seit Einführung des "best-of-seven"-Modus' im Jahr 1939 gingen insgesamt 15 Serien über die volle Distanz, zwölf davon entschieden am Ende die Mannschaften mit dem finalen Heimrecht für sich. (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018)

Bruins mit Finalrekord

Würde die Partie in Boston stattfinden, hätten die Canucks wohl keine Chance.

Im TD Garden erzielte das stärkste Team der Hauptrunde in 180 Minuten gerade einmal drei Tore, kassierte aber 17 Gegentreffer.

Auch in Spiel sechs bezog das Ehrhoff-Team Prügel. Brad Marchand (6.) nach Vorlage von Seidenberg (8. Play-off-Assist), Milan Lucic (7.), Andrew Ference (9.) und Michael Ryder (10.) sorgten mit vier Toren innerhalb von 4:14 Minuten für die Entscheidung und stellten damit einen Finalrekord auf.

Luongo formschwach

Beim vierten Gegentreffer stand Roberto Luongo schon nicht mehr im Tor der Canucks. Kanadas Olympia-Held machte bei den ersten drei Gegentoren eine schlechte Figur, wehrte nur fünf Schüsse ab und musste auf die Bank.

"Ich muss weiter an mich glauben, oder?", sagte der 32-Jährig wenig überzeugend.

Trainer Alain Vigneault gab seinem Goalie dennoch eine Einsatzgarantie.

Erhoffs Vertrag läuft aus

Das gilt auch für Ehrhoff und Seidenberg, der am Montag im Schlussdrittel in der Kabine verschwunden und nach ein paar Minuten scheinbar ohne Verletzungssorgen aufs Eis zurückgekehrt war.

Für Ehrhoff könnte sich der Meistertitel auch finanziell bezahlt machen. Sein Vertrag bei den Canucks läuft aus, mit einem Stanley-Cup-Ring am Finger lässt es sich bekanntlich besser verhandeln.

Seidenbergs Zukunft ist dagegen gesichert: Sein Kontrakt in Boston läuft noch vier Jahre und ist mit insgesamt 13 Millionen Dollar dotiert.

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