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Christian Ehrhoff (r.) wurde 2003 mit den Krefeld Pinguinen deutscher Meister © getty

Bostons Seidenberg und Vancouvers Ehrhoff kämpfen im siebten Finale um Krupps Nachfolge. Der Canucks-Topstar gibt eine Garantie.

Von Eric Böhm

München - Für Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff ist der wichtigste Moment ihrer Karriere gekommen.

Die Nationalspieler kämpfen im entscheidenden siebten Spiel (ab 2 Uhr LIVESCORES) zwischen den Vancouver Canucks und Boston Bruins um den Stanley Cup und einen Platz in der NHL-Historie.

Denn einer der beiden wird nach Noch-Bundestrainer Uwe Krupp als zweiter Deutscher die legendäre Trophäe in die Höhe stemmen.

"Jeder spielt als Kind im Garten immer Spiel sieben des Finales aus. Jetzt haben wir die Chance, uns diesen Traum zu erfüllen", sagte Ehrhoff.

Sedin gibt Garantie

Der Verteidiger sah vor 15 Jahren Krupps goldenden Schuss für die Colorado Avalanche vor dem Fernseher und träumt jetzt von einem ähnlichen Bilderbuchende.

Dabei setzen seine Canucks vor allem auf den Heimvorteil, denn in Boston gab es für sie in allen drei Spielen (1:8/Bericht, 0:4/Bericht, 2:5/Bericht) nichts zu ernten.

"Wir werden siegen. Wir haben alle drei Spiele zu Hause gewonnen. Jetzt treten wir mit viel Selbstvertrauen wieder vor heimischer Kulisse an", gab Daniel Sedin der "Vancouver Sun" eine Sieggarantie.

Canucks mit schlechten Erinnerungen

Seit 1939 gingen 15 Finalserien über die volle Distanz, zwölfmal durfte am Ende der Gastgeber von Partie Nummer sieben jubeln. (Machen Sie es wie SPORT1 und Marcel Goc: Unterstützen Sie München 2018)

Vancouver stand bereits 1994 in Spiel sieben der Finals. Im Madison Square Garden von New York unterlagen die Kanadier damals Mark Messiers Rangers.(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Zwillinge sind gefordert

Um den ersten Titel der Teamgeschichte zu holen, müssen der Linksaußen und Zwillingsbruder Henrik endlich ihre Topform wieder finden.

Die schwedischen Superstars stehen zwar unter den besten vier Scorern der Playoffs, trafen aber in den Finals jeweils nur einmal.

"Was bisher passiert ist, interessiert jetzt nicht mehr. Wenn wir dieses Duell gewinnen, werden wir zu Legenden", so Stürmer Ryan Kesler.

Raymond fällt aus

Das beste Team der regulären Saison muss jedoch auf Mason Raymond verzichten.

Der Linksaußen brach sich nach einem harten Hit von Boston Johnny Boychuk einen Rückenwirbel. Die Schiedsrichter gaben nicht einmal eine Strafzeit.

"Ich kann zu der Aktion nicht viel sagen, sonst komme ich in Schwierigkeiten. Also sage ich lieber gar nichts", meinte Canucks-Manager Mike Gillis.

Seidenberg kennt Erfolgsrezept

Torhüter Roberto Luongo brennt auf Wiedergutmachung für seinen schwachen Auftritt in Spiel sechs, als er im ersten Drittel drei Gegentore zuließ und ausgewechselt wurde.

"Ich war schon früher in solchen Situationen. Ich kann damit umgehen. Das letzte Spiel motiviert mich zusätzlich", meinte der Olympiasieger.

In heimischen Gefilden läuft es auch wesentlich besser. In den drei Heimauftritten kassierte Luongo nur zwei Treffer und feierte zwei Shutouts.

Seidenberg kennt das Erfolgsrezept gegen den 32-Jährigen: "Wir haben es ihm hier sehr einfach gemacht. Wir müssen Leute vor das Tor bringen, um ihm die sicht zu nehmen."

Julien angriffslustig

Seine Bruins wollen diesmal den Schwung des souveränen Erfolges mit quer über den Kontinent nehmen.

In den Endspielen haben sie immerhin ein deutlich besseres Torverhältnis (19:8) als das offensivstärkste Team der Vorrunde.

"Direkt nach dem Sieg zuletzt haben wir angefangen über unsere schwachen Leistungen in Vancouver zu sprechen. Auf dem Eis wird man den Unterschied sehen", lieferte Bostons Trainer Claude Julien eine Kampfansage.

Thomas als Trumpf

Der große Trumpf der Gäste aus "Beantown" ist ihr routinierter Torhüter Tim Thomas.

Der 37-Jährige ist einer der Topkandidaten für die Auszeichnung zum MVP der Playoffs, denn er ist - nicht nur statistisch - der beste Goalie der K.o.-Runde.

"Für mich ist es wahrscheinlich das einzige Spiel sieben um den Stanley Cup. Die Chance will ich nutzen. Wir haben hart gearbeitet und wollen uns dafür belohnen", stimmte Thomas sein Team auf das finale Duell ein.

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