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Die Boston Bruins gewannen in ihrer Vereinsgeschichte sechs Mal den Stanley-Cup © getty

Nach dem Stanley-Cup-Triumph bereitet die Stadt den Bruins einen geschichtsträchtigen Empfang. Der Kapitän kommt mit dem Fahrrad.

Boston - Mehr als eine Million Fans in den Straßen, eine ganze Stadt in Schwarz und Gold - und mittendrin Eishockey-Nationalspieler Dennis Seidenberg.

Die Heimatstadt der Boston Bruins hat dem Stanley-Cup-Sieger am Samstag mit der wohl größten Meisterparade in der Geschichte der Stadt gehuldigt (419891Bilder).

"Es war ein riesiges Erlebnis", sagte Seidenberg in der "ARD-Sportschau". (Bericht: Seidenbergs Hindernislauf zum Stanley Cup)

"Ich wusste gar nicht, dass so viele Leute in Boston leben. Ein geiles, geiles Erlebnis", ergänzte Bruins-Routinier Shawn Thornton.

Ende nach 39 Jahren Durststrecke

39 Jahre lang hatte das älteste US-Team der NHL auf die "Heimkehr" der ältesten Mannschaftssport-Trophäe der Welt warten müssen (Bericht).

Fast genauso viele Sonderseiten widmete der Boston Globe dem neuen Champion, der am Mittwoch durch einen 4:0-Sieg im siebten und entscheidenden Spiel der Finalserie in Vancouver erstmals seit 1972 wieder den Stanley Cup geholt hatte. Auf 32 Extraseiten würdigte Neu Englands größte Tageszeitung den sechsten Titelgewinn des Teams von Cheftrainer Claude Julien.

Obwohl die Stadt Boston bereits die siebte Meisterfeier in den letzten zehn Jahren erlebte (zuvor dreimal Football, zweimal Baseball und einmal Basketball) und durch diesen Rekord ihren Ruf als "Titletown" festigte, dürfte die Parade der Bruins in die Geschichte eingehen.

"Sah aus, als ob die ganze Stadt lahmgelegt war"

Der öffentliche Personennahverkehr stand vor dem Kollaps, an den Würstchenbuden und Fanartikelständen bildeten sich lange Schlangen. "Es sah so aus, als ob die ganze Stadt lahmgelegt worden ist und jeder auf der Straße war", sagte Verteidiger Tomas Kaberle: "Alle hatten viel Spaß, und das ist das, was zählt."

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"Lasst uns Spaß haben"

Spieler, Trainer und Verantwortliche fuhren in Champions-T-Shirts auf 18 Amphibien-Fahrzeugen, so genannten "duck boats", die knapp fünf Kilometer lange Strecke von der heimischen Halle bis zum Copley-Square im Herzen von Boston und streckten den euphorischen Fans immer wieder die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt entgegen.

"Wir haben es geschafft und wollen dies mit euch teilen", rief Torhüter Tim Thomas, der zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt worden war, den enthusiastischen Fans zu: "Lasst uns Spaß haben." Im Vorfeld der Parade hatte es eine rund 15-minütige Zeremonie gegeben, bei der Bostons Oberbürgermeister Thomas Menino der Mannschaft offiziell gratulierte.

Zum Ausgangspunkt der Meisterparade Garden war Bruins-Kapitän Zdeno Chara mit seinem Fahrrad gekommen.

Verteidiger Andrew Ference unternahm mit dem Pokal eine Sonderfahrt in seinem Kinderwagen, und Center Patrice Bergeron, der während der Parade mindestens drei Heiratsanträge erhielt, ging zu Fuß durch die Fan-Massen nach Hause.

Situation bleibt ruhig

Trotz des Massenandrangs in Boston blieb es während der Feierlichkeiten ruhig. Die Polizei nahm lediglich neun Personen wegen kleinerer Vergehen fest.

In Vancouver hatte es nach der Niederlage dagegen schwere Ausschreitungen und Plünderungen gegeben (415320Bilder).

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