vergrößernverkleinern
Christian Ehrhoff spielt seit seinem Wechsel aus Krefeld 2003 in der NHL © getty

Der deutsche Verteidiger geht zu Jochen Hecht nach Buffalo und kassiert zig Millionen. Er hat dafür eine besondere Klausel.

München/Buffalo - Erst lochte Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff auf dem Golfplatz ein, dann gelang ihm im Vertragspoker mit den Buffalo Sabres ein echtes Hole in One:

Während der NHL-Profi in Deutschland auf dem Golfplatz stand, erreichte ihn ein Anruf aus Buffalo.

"Wir boten ihm an, uns später zu unterhalten", erzählte Sabres-Geschäftsführer Darcy Regier, "aber er wollte gleich dort sprechen."

Ehrhoff "beeindruckt"

Was Ehrhoff vom zweimaligen Stanley-Cup-Finalisten zu hören bekam, dürfte dem Verteidiger gefallen haben. Die Sabres unterbreiteten ihm ein Angebot über zehn Jahre und insgesamt 40 Millionen Dollar.

Nachdem sich der 28-Jährige kurz bei Kollegen in der NHL umgehört hatte - unter anderem auch bei Landsmann Jochen Hecht (seit 2002 in Buffalo) - sagte Ehrhoff zu.

Er sei "beeindruckt" gewesen, teilte er via Sabres-Homepage mit: "Ich möchte den Stanley Cup gewinnen, und ich glaube, dass ich in Buffalo gute Chancen habe, diesen Traum zu verwirklichen."

"Monumentale Verpflichtung"

Allein im ersten Jahr bringt ihm der Deal US-Medien zufolge 10 Millionen Dollar ein, laut Spielergewerkschaft NHLPA liegt der Deutsche damit 3,6 Millionen Dollar vor dem bisherigen Topverdiener Thomas Vanek.

Im zweiten Jahr soll Ehrhoff acht Millionen erhalten, in den folgenden vier Spielzeiten je vier Millionen, in der Saison 2017/2018 noch drei und in den abschließenden drei Jahren je eine Million.

Die Laufzeit über eine Dekade bedeutet Rekord in der Sabres-Klubgeschichte. Kein Wunder, dass die "Buffalo News" den Wechsel als "monumentale Verpflichtung" bezeichnete.

[kaltura id="0_j68iuei0" class="full_size" title="Kölliker folgt auf Krupp"]

Der Traum vom Stanley Cup

Zusammen mit dem 31 Jahre alten Kanadier Robyn Regehr, der von den Calgary Flames kommt, soll Ehrhoff künftig die Parade-Verteidigung der Sabres bilden - und den Weg zum Titel ebnen.

(Machen Sie es wie SPORT1 und Dennis Endras: Unterstützen Sie München 2018)

Seit 1970 spielt der Klub vom Eriesee in der NHL, bislang mit mäßigem Erfolg. 1975 und 1999 scheiterte Buffalo jeweils im Stanley-Cup-Finale. In diesem Jahr war bereits in der ersten Runde gegen die Philadelphia Flyers Schluss.

Unter dem neuen Besitzer Terry Pegula, der den Klub im Februar 2011 für 189 Millionen Dollar gekauft hatte, soll nun der große Wurf gelingen. "Von heute an", verkündete der Öl-Milliardär bei seiner Vorstellung am 22. Februar, "wird die einzige Existenberechtigung der Buffalo Sabres der Gewinn des Stanley Cups sein."

Noch Geld in der Kasse

Die Verpflichtungen von Ehrhoff und Regehr sollen daher nur erste Schritte gewesen sein, in der Kriegskasse der "Säbel" befinden sich bis zur Gehaltsobergrenze von 64,3 Millionen noch vier Millionen Dollar Spielraum.

"Wir haben noch Luft", sagte Regier, der Verteidiger Steve Montador für einen Siebtrunden-Pick beim Draft 2012 oder 2013 an die Chicago Blackhawks abgab und noch Handlungsbedarf im Sturm sieht:

"Es gibt die eine oder andere Position im Offensivbereich, die wir angehen wollen."

Keine Einigung mit Vancouver

Weitere Verstärkungen dürften Ehrhoff gerade recht sein, um seinen Traum vom Titel zu verwirklichen. Erst vor zwei Wochen war er im Finale mit seinem Ex-Klub Vancouver Canucks an den Boston Bruins mit Nationalmannschaftskollege Dennis Seidenberg gescheitert.

Danach konnte sich Ehrhoff trotz der besten Saison seiner NHL-Karriere nicht mit den Canucks auf eine Vertragsverlängerung einigen und wurde binnen 48 Stunden zunächst an die New York Islanders und dann weiter nach Buffalo gereicht. (BERICHT: Odysee zum großen Einkäufer?)

Bevor er sich ab dem 1. Juli als sogenannter "Unrestricted Free Agent" selbst einen Klub hätte aussuchen können, schlugen die Sabres nun zu.

Ehrhoff wird am 6. Juli 29, die Korken aber dürften in diesem Jahr wohl schon einige Tage früher geknallt haben.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel