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Marco Sturm wechselte 1997 von Landshut nach San Jose © getty

Rekordspieler mit schwerem Stand: Marco Sturm wird bei seinem neuen Klub Vancouver bemerkenswert uneuphorisch begrüßt.

München/Washington - Christian Ehrhoff ist in der ersten Klasse angekommen, Marco Sturm setzt seine Odyssee fort, Marcel Goc macht in Florida Station:

Am Tag nach dem Rentenvertrag über zehn Jahre und 40 Millionen Dollar für den deutschen Eishockey-Nationalspieler Ehrhoff (Bericht) fanden auch dessen Kollegen Sturm und Goc in der NHL neue Vereine - finanziell allerdings in völlig anderen Dimensionen.

Vor allem Sturm muss sich nach den Seuchenjahren mit zwei schweren Knieverletzungen bescheiden und mit Vorbehalten beim neuen Klub kämpfen.

Geschäftsführer rechtfertigt sich

Wo Klubvertreter sonst routinemäßig nette Worte über eine Neuverpflichtung verlieren, sprach Canucks-Geschäftsführer Mike Gillis über den Sturm-Deal, als hätte er griechische Wertpapiere erworben.

"Es ist schon ein Wagnis, aber wir haben es gründlich geprüft", sagte Gillis über den mit 2,25 Millionen Dollar Gehalt dotierten Einjahresvertrag für den 32 Jahre alten deutschen NHL-Veteranen:

"Solange es nur ein Vertrag mit kurzer Laufzeit ist, können wir es mal ausprobieren und abwarten, wie er sich schlägt."

Canucks gehen kein Risiko ein

Nach dem verlorenen Stanley-Cup-Finale vor zwei Wochen gegen die Boston Bruins mit Nationalspieler Dennis Seidenberg scheinen sich die Canucks nicht auf finanzielle Abenteuer einlassen zu wollen (Machen Sie es wie SPORT1 und Dennis Endras: Unterstützen Sie München 2018).

"Wir werden diese Organisation nicht mit langfristigen Verträgen mit Spielern belasten, die gute, aber keine großartigen NHL-Spieler sind", betonte der Canucks-Manager am Freitag. Und Sturm sei zwar "ein guter Junge", der 20 bis 25 Tore erzielen könne, aber nur "wenn er gut spielt", wie scharf analysierend hinzufügte.

Ähnlich wie Sturm dürfte nach Lesart der Canucks auch Ehrhoff bestenfalls als guter NHL-Profi durchgehen. Bereits Mitte der Woche ließen die Kanadier den Verteidiger wegen angeblich überzogener Gehaltsforderungen ziehen.

Sturm von Küste zu Küste

Während der 28-Jährige anschließend bei den Buffalo Sabres seinen Mega-Deal abschloss, tritt Sturm bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Monate den langen Weg von "Coast to Coast" (von Küste zu Küste) quer über den Kontinent an.

Nachdem der mit 951 Einsätzen erfahrenste deutsche NHL-Profi in dieser Saison bereits von den Boston Bruins zu den Los Angeles Kings und wieder zurück in den Osten zu den Washington Capitals transferiert worden war, folgte nun der Gang nach Vancouver - seine insgesamt fünfte Station in der NHL, in der er seit 1997 spielt.

Dreijahresvertrag für Goc

Marcel Goc landete nach vorherigen Stationen bei den San Jose Sharks (Kalifornien) und den Nashville Predators (Tennessee) im Südosten der USA. Gleich am ersten Tag der freien Transferperiode einigte sich der ehemalige Schwenniger auf einen Dreijahresvertrag (5,19 Millionen Dollar) mit den Florida Panthers.

"Wir sind sehr froh, dass wir Marcel verpflichten konnten", sagte Geschäftsführer Dale Tallon: "Er ist ein solider, flexibler Zwei-Wege-Stürmer, der uns mehr Tiefe auf der Center-Position verleiht."

Auch Sulzer auf dem Transfermarkt

Das Team aus dem "Sunshine State", zuletzt in der Spielzeit 1999/2000 in den Playoffs, hatte bereits während der abgelaufenen Saison Verteidiger Alexander Sulzer aus Nashville geholt. Allerdings ist der frühere Hamburger und Düsseldorfer DEL-Profi aktuell ebenfalls auf dem Transfermarkt.

Da die Panthers neben Goc gleich am ersten Tag der Free-Agent-Phase sechs weitere Spieler unter Vertrag nahmen, bleibt abzuwarten, ob Sulzer beim drittschlechtesten Team der abgelaufenen Saison bleibt.

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