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Christian Ehrhoff wechselte im Sommer von Vancouver zu den Sabres © dapd

Ehrhoff ist bei den Sabres angekommen. Buffalo begrüßt den Europa-Trip. Der Kings-Kapitän kritisiert die Reise bei SPORT1.

Aus Berlin berichtet Rainer Nachtwey

Berlin - Christian Ehrhoff ist gut ausgestattet. In der rechten Hand einen Eishockeyschläger in der linken zwei Baseball-Kappen.

Er steht an der Bande, lässt sich mit "Christian Ehrhoff"-Sprechchören feiern und wirft den Fans Schläger und Caps zu.

"Das war ein großartiges Erlebnis. Wie die Fans meinen Namen gerufen haben, war einfach unbeschreiblich", erzählt Ehrhoff nach dem 4:2-Erfolg seines neuen Klubs Buffalo Sabres über die Los Angeles Kings (SPIELBERICHT: Ehrhoff-Team entführt Premieren-Punkte aus Berlin)auf der Pressekonferenz strahlend.

Und auch sein österreichischer Teamkollege Thomas Vanek, den rund 2000 aus der Heimat angereiste Fans unterstützten, ist nach dem ersten NHL-Saisonspiel auf deutschem Boden voll des Lobes.

Gänsehaut-Feeling in Berlin

"Bei den ersten drei, vier Wechseln habe ich eine Gänsehaut bekommen", beschreibt der zweifache Vorlagengeber sein Gefühlsleben. 463937 (DIASHOW: Die Stars der NHL)

Und Buffalos Trainer Lindy Ruff setzt dem Ganzen noch eins drauf. "Das war das zweitbeste Heimatmosphäre, vor der ich je gespielt habe", lobt der Coach das Berliner Publikum.

Aber nicht nur die Zuschauer und zwei Siege aus zwei Spielen (BERICHT: Klarer Sieg für Ehrhoffs Sabres) lassen den Auswärtstrip der Sabres trotz der vielen Strapazen zum vollen Erfolg werden.

Chaotische Anreise

"Das ist alles etwas chaotisch abgelaufen. Wir wollten eigentlich noch trainieren", erinnert sich Ruff an die Reise von Helsinki nach Berlin, als die Sabres erst um 4 Uhr morgens in Berlin gelandet waren.

"Auch wenn wir die vielen Reisen gewohnt sind, das war kein normaler Rhythmus. Es war schon etwas hektischer", klagt auch Vanek.

Dennoch helfe der Auslandsaufenthalt enorm, schweiße die Mannschaft zusammen, verrät Ruff: "Für das Teambuilding gibt es nichts Besseres."

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"Unglaubliche Erfahrung"

Und auch er selbst habe daraus gelernt: "Der Trip war eine unglaubliche Erfahrung. Für mich, die Spieler, für jeden, der dabei war. Wie uns die Fans in Mannheim gefeiert haben, hat viele meiner Spieler beeindruckt."

Vor allem aber helfe der Trip durch Deutschland mit dem vorrangegangenen Testspiel in Mannheim seinem deutschen Neuzugang aus Vancouver enorm.

"Es hätte nicht besser laufen können. Christian konnte in der Vorbereitung seine Familie um sich haben, war in seiner Heimat, hat die deutschen Fans begeistern können", sagt Ruff. "Die Eingewöhnung fällt ihm dadurch viel einfacher."

Brown kritisiert Europa-Trip

Allerdings weiß auch Ruff: "Wir müssen Christian Zeit geben. Die Eingewöhnung funktioniert nicht einfach von alleine, egal wie gut der Spieler ist."

Während auf der Pressekonferenz nur strahlende Gesichter aus Buffalo zu bewundern sind, sieht es in der Kabine der Kings ganz anders aus. (BERICHT: Hecht machtlos: "Wenn das Gehirn im Schädel rumfliegt")

Als einer der ersten stellt sich Kapitän Dustin Brown den Fragen von SPORT1. "Das ist einfach enorm viel Aufwand für zwei Saisonspiele", kritisiert der Stürmer die Entscheidung, die Auftaktbegegnungen in Europa auszutragen.

Rhythmus und Unterstützung fehlen

"Wie soll man bei dem ständigen Reisen seinen Rhythmus finden?", legt der Spielführer nach. "Die Jungs sind froh, wenn sie jetzt dann heimkommen. Dann beginnt die Saison für uns erst richtig."

Zumal den Kings in Europa die Unterstützung fehlte. (DATENCENTER: Der NHL-Spielplan)

"Diese Duelle fühlen sich nicht wie Saisonspiele an. Für uns waren das offiziell zwei Heimspiele, die von der Atmosphäre her aber Auswärtsspiele waren", weist Brown auf die Anfeuerung der Stockholmer Fans für die New York Rangers wegen des schwedischen Keepers Henrik Lundquist hin.

Heimspiel-Atmosphäre für Buffalo

Und in Berlin ließen die deutschen Ehrhoff- und österreichischen Vanek-Anhänger das offizielle Auswärtsspiel zu Buffalos zweitem Zuhause werden.

Ehrhoff und Vanek hatten ihre Teamkollegen bereits auf die Fankultur vorbereitet. Ob sie denn die Feiern nach dem Spiel in Buffalo auch einführen wollen, fragt ein amerikanischer Journalist.

Vanek blickt Ehrhoff nur kurz an und meint lachend: "Dann müssen wir das deutsche Bier aber auch mit rüber nehmen."

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