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Sidney Crosby erzielte im Olympischen Finale 2010 den Siegtreffer für Kanada © getty

Pittsburghs Superstar gelingt gegen die Islanders eine triumphale Rückkehr auf die NHL-Bühne. Selbst die Gegner ziehen den Hut.

München/Pittsburgh - Als der Puck im Netz zappelte, schrie Sidney Crosby seine Gefühle heraus.

Mehr als zehn Monate Zwangspause, 320 Tage zwischen Hoffen und Bangen waren endlich vorbei - der NHL-Superstar war zurück auf dem Eis und selbst überwältigt von seinem traumhaften Comeback (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Ich war richtig aufgeregt und es leid zu warten", erzählte der Olympiasieger von 2010 nach dem 5:0 (2:0, 2:0, 1:0) der Pittsburgh Penguins gegen die New York Islanders: "Ich habe mich großartig gefühlt. Ich denke, meine Reaktion sagt alles."

Crosby braucht nur fünf Minuten

Schon nach 5:24 Minuten hatte der 24-Jährige seine Rückkehr nach zwei Gehirnerschütterungen mit seinem ersten NHL-Tor seit dem 28. Dezember gekrönt und die 18.571 Zuschauer im Consol Energy Center in Ekstase versetzt.

"Crosby, Crosby"-Sprechchöre und tausende Schilder mit der Aufschrift "SID" begleiteten den emotionalen Moment, auf den Millionen Eishockey-Fans fast ein Jahr gewartet hatten.

"Es war erstaunlich, viel mehr, als ich erwartet habe. Ich habe mich so lange darauf gefreut", sagte Crosby, der den Puck kurz hinter der Mittellinie angenommen und nach einem Solo mit der Rückhand ins Tor geschaufelt hatte. `Ich war so heiß darauf."

Medien überschlagen sich

Zwei Vorlagen und einen weiteren Treffer ließ er noch folgen, damit das Comeback einem Superstar angemessen war.

Die "Vancouver Sun" feierte schon einen Monat vor Weihnachten "Sid-mas". "Nummer 87 entfesselt", schrieb der "Ottawa Citizen". "Sid-sationelles Debüt" titelte die NHL auf ihrer Internetseite.

Arena steht Kopf

Crosby selbst tat sich schwer, seine Gefühle zu beschreiben. "Ich war gespannt, viele verschiedene Sachen sind mir durch den Kopf gegangen", berichtete er, "aber das Wichtigste war, einfach die Freude zu spielen. Das hatte ich zehn Monate vermisst."

Wie sehr er vermisst worden war, machte nicht nur der tausendfache Jubel in der Arena deutlich.

"So was haben wir lange nicht gesehen", sagte Penguins-Trainer Dan Bylsma und sprach damit auch vielen Spielern aus dem Herzen.

"So spielt er eben. Er will immer den Puck haben. Er schreit nicht danach. Aber so wie er spielt, willst du ihm immer die Scheibe geben", meinte Stürmerkollege Chris Kunitz.

Riesige Erwartungen

Kein Wunder, dass nach dem sensationellen Comeback fast alles von Crosby erwartet wird.

"Ich wäre nicht überrascht, wenn er Ende des Jahres die Scorerliste anführt", sagte Stürmer R. J. Umberger von den Columbus Blue Jackets, "bei ihm weiß man nie."

Zurzeit liegt Phil Kessel von den Toronto Maple Leafs 25 Punkte vor dem Rückkehrer. Wozu Crosby in Bestform fähig ist, hatte er kurz vor den beiden Gehirnerschütterungen bewiesen.

Zwischen dem 5. November und dem 28. Dezember im vergangenen Jahr brachte er es in 25 Spielen auf 50 Scorerpunkte.

Ersten Check weggesteckt

Mindestens genauso wichtig wie das Offensivspektakel des Superstars war seine Reaktion auf die ersten harten Checks seit jenem 5. Januar, dem letzten Spiel vor der langen Pause.

"Du hörst, wie er in die Bande gecheckt wird, und alle gucken sofort hin", sagte Kunitz: "Aber er hat es weggesteckt, weil es Teil des Spiels ist."

Nach einem harten Check von Travis Hamonic ärgerte sich Crosby nicht über den Gegner, sondern über sich selbst.

"Ich war ein ganz einfaches Ziel", sagte er, "es wird mehr Checks geben, wahrscheinlich härtere. Dass ich sie gut weggesteckt habe, gibt mir Sicherheit."

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