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Die Zuschauer sehen im Wrigley Field normalerweise Baseball © getty

Über 40.000 Zuschauer erleben beim Winter Classic zwischen den Detroit Red Wings und den Chicago Blackhawks ein Spitzenspiel.

Chicago - Zehn Tore, perfektes Wetter und 40.818 begeisterte Fans - das zweite Winter Classic der NHL hauchte dem kränkelnden Patienten Eishockey in den USA neues Leben ein.

Nachdem sich Titelverteidiger Detroit Red Wings mit 6:4 bei den Chicago Blackhawks durchgesetzt hatte, wurden beide Teams mit einer minutenlangen Standing Ovation verabschiedet.

Der jetzt wohl fest im Kalender verankerte Neujahrs-Showdown unter freiem Himmel verbuchte mit knapp fünf Prozent die beste Einschaltquote seit 1996.

Emotionaler Nachmittag

Es war ein emotionaler Nachmittag, der so manchem harten Kufencrack die Tränen in die Augen trieb.

"Wir standen mit offenem Mund da und schauten uns ungläubig an", beschrieb Detroits Jiri Hudler die Stimmung, als die Fans inbrünstig die Nationalhymne anstimmten und anschließend zwei F18-Jets über das zum Eishockeystadion umgebaute Wrigley Field donnerten.

Zu den Glücklichen, die ein Ticket für das Spiel ergattern konnten, gesellten sich Tausende, die auf den umliegenden Dächern der "Windy City" die hochklassige Partie mit dem Fernglas verfolgten.

Eismaschine für eine Million Dollar

Dass beide Mannschaften anders als beim letztjährigen Debüt der Winter Classic in Buffalo hochklassigen Sport ablieferten, lag vor allem an der besseren Eisqualität.

Die NHL erwarb für eine Million Dollar eine spezielle Eismaschine, die selbst bei widrigen Witterungsbedingungen optimale Spielflächen garantiert.

Somit kann die Liga den neuen Klassiker in den kommenden Jahren an die höchstbietenden Teams vergeben - unabhängig von Standort und Wetterlage.

Blackhawks verspielen Führung

In Chicago spielte das Wetter am Donnerstag keine Rolle. Temperaturen um den Gefrierpunkt und eine Pause vom Schneefall sorgten für optimale Bedingungen, die zunächst vom Heimteam besser genutzt wurden.

Die in dieser Saison erstaunlich starken Blackhawks lagen nach dem ersten Drittel mit 3:1 in Führung, mussten jedoch in der Schlussphase den insgesamt besseren Red Wings den Vortritt lassen.

"Detroit hat den besten Kader der Welt. Sie können das Tempo anziehen, wann immer sie wollen", kommentierte Chicagos Patrick Kane den Endspurt, in dem die Red Wings innerhalb von 17 Sekunden mit zwei Toren das Blatt wendeten.

Commissioner Bettman voll zufrieden

Dass Detroit den vierten Sieg in Folge gegen Chicago einfuhr und weiter ungefochten die Central Division der Western Conference beherrscht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle), war an diesem Tag allerdings Nebensache.

NHL-Commissioner Gary Bettman wusste nach Spielende, dass seiner Liga im geschichtsträchtigsten Baseballstadion des Landes ein "Homerun" gelungen war.

Er sagte: "Alles, was wir uns gewünscht haben, ist eingetreten. Es war ein historischer Nachmittag, von dem man noch lange schwärmen wird. Detroit hat das Spiel gewonnen, doch der Eishockeysport war der große Sieger."

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