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Goalie Quick durfte neben dem Stanley Cup auch die Conn Smythe Trophy feiern © getty

Los Angeles verwandelt den dritten Matchball gegen die Devils und feiert den ersten Stanley Cup. Goalie Jonathan Quick wird MVP.

Von Florian Pertsch

München/Los Angeles - Die Jagd ist beendet.

45 Jahre dauerte es, bis die Los Angeles Kings zum ersten den Stanley Cup der NHL in die Luft stemmen durften.

Nach dem deutlichen 6:1-Sieg im sechsten Spiel gegen die New Jersey Devils endete die Serie mit 4:2 für die Kalifornier, nachdem die Kings bereits mit 3:0 vorgelegt hatten, dann aber die anschließenden beiden Partien verloren.

Carter und Lewis treffen doppelt

In Spiel sechs ließ die Mannschaft von Trainer Darryl Sutter nichts anbrennen und ging bereits im ersten Drittel durch Treffer von Kapitän Dustin Brown, Jeff Carter und Trevor Lewis in Führung. Erneut Carter und Lewis sowie Matt Greene sorgten für die restlichen drei Treffer der Kings. Das zwischenzeitliche 4:1 hatte Adam Henrique besorgt.

Damit krönten die Gastgeber, die als Achter der Western Conference in die Playoffs gestartet waren, eine der bemerkenswertesten Serien, die die Liga je gesehen hat.

Devil Bernier unsportlich

"Jeder im Team hat sich diesen Erfolg so sehr verdient. Im Verlauf der Saison haben wir zueinander gefunden, und die Teamchemie wurde immer besser. Ab diesem Zeitpunkt war es ein toller Trip", schwärmte Verteidiger Drew Doughty.

Das letzte Kapitel dieser sensationellen Reise wurde mit einem sehr harten Foul und dem anschließenden Power Play für Los Angeles beschlossen. New Jerseys Steve Bernier checkte Rob Scuderi von hinten in die Bande, und die Kings rächten sich auf ihre Weise.

"Haben einen sensationellen Start hingelegt"

Brown, Carter und Lewis stellten den Spielstand auf 3:0 und die Weichen auf Stanley Cup.

Kapitän Brown lobte anschließend die guten Nerven seines Teams: "Zwei Spiele in Folge hatten wir in dieser Playoff-Saison noch nicht verloren, aber wir sind ruhig geblieben und haben in Spiel sechs einen sensationellen Start hingelegt."

"Ich wünschte ich könnte diesen Check ungeschehen machen", zeigte sich Bernier hinterher reumütig: "Ich wollte meinem Team nicht schaden. Es war so ein langer Weg in den Playoffs. Die Serie jetzt so zu beenden, ist kein Spaß, aber leider kann ich es nicht mehr ändern."

Quick vernagelt das Tor

Doch nicht nur in der Offensive dominierte Los Angeles in Spiel sechs. Für die Devils war in der Finale-Serie auch das Tor der Kings wie vernagelt.

Goalie Jonathan Quick kassierte in sechs Partien nur acht Tore und wurde im Anschluss zum MVP der Stanley-Cup-Finals gewählt.

"Wir haben nie unser Selbstvertrauen verloren. Nach den zwei Pleiten haben wir uns gesagt: 'Wir haben immer noch zwei Möglichkeiten, den Titel zu gewinnen'. Schön, dass wir es jetzt zu Hause geschafft haben", sagte Quick.

Kings-Coach Sutter mit großen Plänen

Auf Seiten der Verlierer stellte sich New Jerseys Kapitän Zach Parise für ein Fazit: "In unserer Situation war wenig Platz für Fehler. Das Ergebnis ist hart für uns, aber wir hatten wirklich die Hoffnung, dass wir ein Spiel sieben erzwingen können. Leider hat es nicht ganz gereicht."

Jemand, der sonst eher sparsam mit seinen Emotionen umgeht, sorgte am Ende auch noch für eine Überraschung.

Kings-Coach Sutter grinste wie ein kleines Kind, als er den Pokal in die Höhe stemmte und schwärmte anschließend in den höchsten Tönen von seiner Mannschaft.

"Das Gefühl, meine Spieler nach der harten Arbeit so glücklich zu sehen, ist sensationell. Dann kommt mir in den Sinn, dass sie noch so jung sind, dass sie diesen Erfolg noch einmal wiederholen können."

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