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Sidney Crosby (l.) spielt seit 2005 für die Pittsburgh Penguins © getty

Es kommt Bewegung in den NHL-Lockout. Die Klubbesitzer gehen einen Schritt auf die Spielergewerkschaft zu. Die ist nun gefordert.

New York - Ob Stanley-Cup Sieger Dennis Seidenberg in Mannheim, Claude Giroux in Berlin oder Christian Ehrhoff in Krefeld:

Dank der Kufencracks aus Übersee erstrahlt in Europa derzeit nicht nur die deutsche Eishockey-Liga in einem ganz neuen Glanz.

Doch der NHL-Zauber könnte schon bald verflogen sein, denn nach dem neuen Angebot der Klubbesitzer im Tarifstreit mit den nordamerikanischen Profis zeichnet sich das Ende des Lockouts ab, der die Stars überhaupt erst Richtung Europa getrieben hatte.

Neues Angebot der Klubbesitzer

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (MESZ) unterbreiteten die Eigentümer der Spielergewerkschaft NHLPA ihr neues Angebot, das gleichzeitig schon das letzte sein könnte - 50:50.

Ein scheinbar fairer Vorschlag, nach dem der Puck nun auf der Seite der Spieler liegt. Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb der Liga, die im letzten Jahr 3,3 Milliarden Dollar betrugen, sollen zur Hälfte an die Vereine und zur Hälfte an deren Spieler verteilt werden - der alte Tarifvertrag hatte den Spielern 57 Prozent zugesichert.

Komplette Saison möglich

Auf diese Weise soll der Start der kompletten NHL-Saison mit 82 Spieltagen zum 2. November gesichert werden.

"Das ist ein fairer Kompromiss für beide Seiten. Wir wollen die Chancen nutzen, eine vollständige Saison auszutragen. Vor diesem Hintergrund haben wir den neuen Vorschlag gemacht", sagte Ligapräsident Gary Bettman nach einem einstündigen Treffen mit Vertretern der Spielervereinigung und setzte den Spielern mit sanftem Druck die Pistole auf die Brust:

"Ich denke, wir haben bei unseren Überlegungen alle Bedenken der Spieler berücksichtigt. Nun haben wir etwa zehn Tage Zeit, um auf Grundlage dieses Angebots die nötigen Schritte einzuleiten und unser Ziel zu erreichen."

Spieler sind gefordert

Was dazu noch fehlt, ist das Einverständnis der Spieler. "Wir hoffen, dass wir nach der Prüfung dieses Angebots bei den Spielern ein Gefühl erzeugen können, dass dies ein guter Grundstein ist, um eine Einigung zu erlangen", teilte NHLPA-Geschäftsführer Don Fehr nach Verhandlungsende mit.

Die Vertreter der NHLPA wollen "eher heute als morgen" die Angebotsinhalte genau prüfen und mit den Spielern besprechen. Am Donnerstag könnte es bereits ein neues Treffen mit den Besitzern geben.

Alles andere als eine kurzfristige Einigung würde die Spieler allerdings in einige Erklärungsnot bnringen, denn seit dem Start des Tarifstreits sind die Klubbesitzer nach ihrem anfänglichen Angebot von 43 Prozent immer weiter auf die Profis zugegangen.

Kernpunkte nicht verhandelbar

Auch in anderen Details, die nicht näher genannt wurden, sollen Zugeständnisse gemacht werden. Lediglich einige Kernpunkte seien nicht verhandelbar:

Die weitere Begrenzung des Salary Cups (Gehaltsobergrenze für Teams) und die Beschränkung der Vertragsdauer für Spieler auf fünf Jahre.

Die öffentliche Wahrnehmung und Rollenverteilung im Streit um die NHL-Gelder hat sich mittlerweile gedreht. So könnten die Spieler bald von Opfern zu Tätern werden, wenn sie den Deal nicht absegnen.

Dazu drängt auch für Seidenberg und Co. die Zeit. Sollte die NHL-Saison nur um zwei Wochen verkürzt werden, drohen den Spielern Gehaltseinbußen von 7,7 Prozent - ein ganzer Monat kostet sie bereits 23 Prozent.

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