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Jonathan Quick (r.) bringt die Rangers-Stürmer zur Verzweiflung © getty

Kings-Keeper Jonathan Quick bringt die Rangers-Stars zur Verzweiflung - und seinem Team den ersten Match-Puck. Doch er warnt.

New York/München - Er verrammelte sein Tor und öffnete den Los Angeles Kings damit die Tür:

Als Kind schwärmte Jonathan Quick für die New York Rangers, jetzt hat er ihnen fast im Alleingang nahezu alle Chancen auf den ersten Stanley Cup seit 20 Jahren genommen. (Die NHL LIVE im TV auf SPORT1 US und im Livestream)

Der Goalie der Los Angeles Kings machte beim 3:0 im Madison Square Garden mit überragenden Paraden den Unterschied aus. (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse)

Nach dem Sieg im dritten Finalspiel der NHL-Playoffs können die Kings schon in der Nacht auf Donnerstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) das Duell Hollywood gegen Broadway für sich entscheiden.

32 Schüsse abgewehrt

Die Kalifornier liegen in der best-of-seven-Serie mit 3:0 in Führung, es braucht ein Wunder, wenn die Blueshirts den siebten Cup-Triumph ihrer Geschichte noch erreichen wollen.

"Ich bin unfassbar enttäuscht, aber es ist noch nicht vorbei", sagte Rangers-Torwart Henrik Lundqvist, der eigentlich der Held werden wollte. Der bis zum Finale überragende Schwede wirkt aber im Vergleich zu seinem Gegenüber nicht wie "King Henrik", sondern wie ein ganz gewöhnlicher Schlussmann.

Quick, schon 2012 Garant für den Stanley-Cup-Triumph der Kings und in Connecticut im Norden der New Yorker Stadtgrenzen aufgewachsen, wehrte bei seinem ersten Profispiel im legendären MSG insgesamt 32 Schüsse ab - manche in höchst spektakulärer Manier. (890717DIASHOW: Die deutschen Cracks in der NHL)

Quick hinterlässt fassungslose Rangers

Im ersten Drittel kratzte der 28-Jährige gegen Rangers-Stürmer Mats Zuccarello den Puck derart unerwartet von der Linie, dass der Norweger fassunglos hinterherstarrte. Derick Brassard schlug nach einer erneuten Glanztat Quicks entnervt mit beiden Händen gegen die Bande.

"Er war unglaublich gut", sagte L.A.-Starverteidiger Drew Doughty: "Das war sein bestes Spiel in diesen Play-offs."

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Für Kapitän Dustin Brown sind Quicks Reflexe dagegen überhaupt nicht mehr aufregend: "Ich kenne ihn lange genug, irgendwie erwarte ich diese Paraden von ihm." Rangers-Coach Alain Vigneault zog das einzig logische Fazit. "Quick war der beste Spieler auf dem Eis", sagte er.

Kings mit starker Offensiv-Ausbeute

Offensiv genügten L.A. ganze 15 Schüsse für drei Tore. Jeff Carters Treffer weniger als eine Sekunde vor dem Ende des Auftaktdrittels war dabei der emotionale Knackpunkt. Jake Muzzin (25.) und Mike Richards (38.) besorgten den Rest.

"Wir haben viele Dinge richtig gemacht", sagte Matchwinner Quick und mahnte zugleich: "Das vierte Spiel ist immer das schwierigste."

Wer wüsste das besser als sein Team, das in der Auftaktrunde gegen San Jose nach einem 0:3 in der Serie noch zurückkam.

Messier-Besuch hilft auch nicht

Die Rangers hatten eigentlich alles getan, um im ersten Finalheimspiel nach 1994 zu verkürzen.

Sogar Legende Mark Messier, der Kapitän der letzten Meistermannschaft, war in der Arena.

"Die Atmosphäre ist unglaublich. Es ist der gleiche Geist, das gleiche Gefühl zu spüren", sagte er.

Doch L.A. sorgte im Tollhaus später für eine Stimmung wie im Sanatorium.

"Wir sind ein Team für die Play-offs. Wir wussten, es ist unsere Chance zu glänzen", betonte Doughty. Nun fehlt noch ein Schritt zur erneuten Krönung.

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