vergrößernverkleinern
Leon Draisaitl will den Sprung in die erste Mannschaft machen
Leon Draisaitl wurde im NHL Draft von den Edmonton Oilers gewählt © getty

Leon Draisaitl wird im NHL Draft an Nummer 3 von den Edmonton Oilers gewählt - und soll ihren verblassten Ruhm aufpolieren.

Philadelphia/München - Der erste große Dank galt seinem Vater Peter.

Als der Name Leon Draisaitl beim NHL Draft aufgerufen wurde, schloss das deutsche Eishocky-Ausnahmetalent seinen größten Förderer fest in die Arme.

Dann ging der 18-Jährige sichtbar stolz die Stufen im Wells Fargo Center in Philadelphia hinunter auf die Bühne, die für ein paar Sekunden nur ihm gehörte.

Draisaitl wurde als dritter Nachwuchsspieler ausgewählt, so früh wie noch kein Deutscher vor ihm. Er ist nun Teil der Edmonton Oilers - ein passenderer Klub hätte ihn nicht wählen können.

Wo Wayne Gretzky Legende wurde

Die Oilers sind das Team, bei dem Wayne Gretzky mit vier Stanley-Cup-Siegen zum besten Eishockey-Spieler der Geschichte wurde.

Nun soll der deutsche Jungnationalspieler dort zum Fixpunkt werden, das Talent, das in der kanadischen Juniorenliga WHL den Spitznamen "German Gretzky" abbekam.

"Ich nehme an, es hat mit meinen Leistungen zu tun", sagte Draisaitl dazu noch einen Tag vor dem Draft im Interview mit SPORT1, in professioneller Gelassenheit.

(SHOP: Jetzt Eishockey-Artikel kaufen)

"Eins, Zwei, Draisaitl"

Am Tag darauf raubte ihm die Wahl durch den Ex-Klub des "Great One" dann aber doch etwas den Atem.

[tweet url="//twitter.com/EdmontonOilers"]

"Es ist eine Riesenehre, dasselbe Trikot zu tragen wie Wayne Gretzky oder Mark Messier", sagte Draisaitl, der noch gar nicht geboren war, als die beiden in den achtziger Jahren eine Ära prägten.

"Eins, Zwei, Draisaitl", betitelte die "Edmonton Sun" die Nachricht, in den sozialen Netzwerken trudelte Glückwunsch auf Glückwunsch ein.

[tweet url="//twitter.com/Drat_29"]

Sprachlos in den Interview-Marathon

Kurz nach halb zwei Uhr in der Nacht war es in Deutschland, als Oilers-General-Manager Craig Mac Tavish ans Mikrofon trat und die Wahl des fünfmaligen Stanley-Cup-Champions verkündete.

Dann zog Draisaitl das neue Trikot erstmals über, bevor er in der Live-Show des renommierten kanadischen TV-Senders TSN seinen Interview-Marathon begann.

"Es gehen dir so viele Sachen durch den Kopf, wenn du diese Treppen hinuntergehst. Ich bin sprachlos", sagte Draisaitl: "Es ist das beste Gefühl, das ich jemals empfunden habe. Ich kann das Trainingslager kaum erwarten."

[tweet url="//twitter.com/Drat_29"]

Dirk Nowitzki auf Eis

Vater Peter Draisaitl, der langjährige frühere Nationalspieler, lächelte auf der Tribüne stolz, die Familie war ebenso glücklich, als sie ihren Junior da unten inmitten der besten Liga der Welt sahen - beladen mit der nicht gerade geringen Erwartung, eine Art Dirk Nowitzki des Eishockeys zu werden.

"Wer wäre nicht gerne das Gesicht seines Landes in einer Sportart? Ich werde alles dafür geben, um irgendwann auch mal da zu stehen", betonte er immer wieder.

Doch im September beginnt erst einmal der unerbittliche Kampf um einen Platz im Kader des Teams aus der Provinz Alberta.

Der Ruhm ist verblasst

Die Konkurrenz ist groß, der Einstieg wird auch einem Top-Talent nicht geschenkt.

"Ich muss im Sommer auf jeden Fall schneller und stärker werden, das Krafttraining intensivieren", betonte Draisaitl am Freitag bei SPORT1: "Auch am Defensivspiel arbeite ich weiter."

Die Oilers hoffen, dass Draisaitl ihnen schnell weiterhelfen kann, aktuell lebt Edmonton vom verblassten Ruhm der Vergangenheit. Die letzten Jahre: eher zum Vergessen.

Debüt winkt im Oktober

In Draisaitl hofft MacTavish, den großen, kräftigen Mittelstürmer gefunden zu haben, der ihnen fehlte.

"Wir glauben, seine Fähigkeiten passen perfekt und hoffen, er kann bald für uns spielen", sagte MacTavish.

"Ich denke, ich bin bereit dafür", fügte Draisaitl hinzu. Am 9. Oktober im Duell mit den Calgary Flames könnte er sein NHL-Debüt feiern.

Die Top 3 des NHL Draft: Draisaitl, Aaron Ekblad (Florida Panthers), Sam Reinhart (Buffalo Sabres, v.l.n.r.)

[tweet url="//twitter.com/hashtag/NHLDraft?src=hash"]

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel