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Raul Lozano startete seine Trainerkarriere bei Gimnasia in Argentinien im Jahr 1981 © imago

Volleyball-Chef Werner von Moltke erhofft sich Großes vom neuen Coach. Der kämpft allerdings mit den ersten Problemen.

München - Der nur 1,63 Meter große Raul Lozano will das deutsche Volleyball-Nationalteam in neue Höhen führen.

Dass sich der Nachfolger von Stelian Moculescu für die Premiere als Bundestrainer am Freitag in Düren Weltmeister Brasilien als Gegner ausgesucht hat, spricht für sich.

In seinem ersten Jahr in Deutschland will Lozano die Qualifikation für die WM 2010 schaffen und eine Medaille bei der EM gewinnen.

Lozano mit eindrucksvoller Vita

"Wir erwarten eine Menge. Er soll eine neue Mentalität bringen, die Spieler begeistern und zu Erfolgen führen", sagt Verbandschef Werner von Moltke: "Die WM-Qualifikation ist das Wichtigste mit Blick auf Olympia 2012, aber wir wollen auch verstärkt ins Fernsehen. Da ist natürlich die EM sehr wichtig, wo es Medaillen gibt." ad

Auf seiner bis dato letzten Station als Trainer führte Lozano den Nachbarn Polen sensationell zu WM-Silber 2006 und scheiterte erst im Olympia-Viertelfinale von Peking ganz knapp.

"Er wird kein Jahrzehnt bleiben"

In Deutschland hat der kleine Argentinier für vergleichsweise wenig Geld einen Vertrag bis 2010. "Dann hängt es davon ab, wie viel Spaß es beiden Seiten macht und wie sich das Team entwickelt hat."

Lozano ist keiner für ein Jahrzehnt wie sein Vorgänger Moculescu, das weiß auch Werner von Moltke: "Er wird wohl höchstens vier Jahre bei uns bleiben. Er ist ein bisschen wie Felix Magath, der von einem Erfolg zum anderen wandert. Wenn es bei der WM 2010 und Olympia 2012 mit dem deutschen Team so kommt, soll es uns recht sein."

Viele Absagen für den Neuen

Gleich nach seinem Amtsantritt hatte Lozano aber mit Problemen zu kämpfen. Die Hälfte der deutschen Peking-Mannschaft, die bei der ersten Olympia-Teilnahme seit 36 Jahren Platz neun belegt hatte, sagte ihm aus unterschiedlichen Gründen ab.

Im Aufgebot fehlen zum Beispiel Routinier Stefan Hübner (Knieverletzung) oder Angreifer Christian Pampel (Verzicht aus privaten Gründen). So bilden nur sechs Olympioniken um Zuspieler Simon Tischer und Diagonalangreifer Jochen Schöps das Gerüst des neuen Lozano-Teams.

Beim ersten Trainingslager erkrankte der Großteil des Teams an einem Magen-Darm-Virus, Lozano musste sein Sechs-Stunden-Training (Marcus Popp: "Es war extrem hart, aber hat auch viel Spaß gemacht. Lozano ist eine Bereicherung für Deutschland") für drei Tage unterbrechen.

"Noch nicht das Maximum erreicht"

Er ist vor den drei Länderspielen gegen Brasilien in Düren (Freitag), Tübingen (Sonntag) und Darmstadt (Montag) und der nachfolgenden Vor-WM-Qualifikation vom 29. bis 31. Mai im slowakischen Poprad (gegen Kroatien, Weißrussland und die Slowakei muss mindestens Platz zwei rausspringen) trotzdem optimistisch. Auch wenn der Einsatz von Georg "Hammer-Schorsch" Grozer (Muskelfaserriss) ungewiss ist.

"Die deutsche Mannschaft ist noch nicht am Maximum angekommen. Ich möchte unter die sieben, acht Topteams der Welt und dann um die Medaillen spielen. Da ist Brasilien genau der richtige Gradmesser zum Auftakt", sagt Lozano.

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