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Trainer Raul Lozano und den DVV-Volleyballern haben erstmals die Europaliga gewonnen © imago

Dem Triumph folgt die Ernüchterung: Nach ihrem Sieg in der Europaliga haben die Volleyballer kein Geld für die Weltserie.

Portimao - Deutschlands Volleyballer feierten nach dem Europaliga-Sieg bis in die Nacht auf der Partymeile am Strand von Portimao, aber der wichtigste Triumph der letzten Jahre bringt große Probleme mit sich (DVV-Männer gewinnen Europaliga) .

Das Ticket für die Qualifikationsspiele zur mit 20 Millionen Dollar dotierten Weltliga 2010, die zwischen den Höhepunkten WM-Qualifikation und Europameisterschaft niemand auf dem Plan hatte, ist gelöst.

250.000 Euro fehlen

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) muss bis zum Stichtag 31. Juli zudem über 250.000 Euro organisieren und will erst dann über eine mögliche Teilnahme entscheiden.

Der neue Bundestrainer Raul Lozano übt deshalb harsche Kritik am Weltverband FIVB: "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, das ist ein Signal für den deutschen Volleyball. Natürlich wollen wir auch gern Weltliga spielen. Aber der Ablauf macht sinnvolles Planen und Arbeiten unmöglich. Das alles ist ein Desaster." (Premiere für deutsche Vollyballer)

Chaotische Terminplanung

Erst in der Woche der Europaliga-Finalrunde hatte die FIVB erstmals über die Premiere einer Weltserien-Qualifikation für den Europaliga-Sieger informiert. Nun schaffte Deutschland mit einem 3:2 (25:20, 21:25, 25:20, 17:25, 15:7) im Endspiel gegen den zuvor in 13 Europaliga-Spielen ungeschlagenen Europameister Spanien prompt den Sieg.

Nach der ebenfalls gegen den Willen Deutschlands um eine Woche vorverlegten WM-Qualifikation in Finnland (7. bis 9. August) stünden nun Spiele voraussichtlich gegen Puerto Rico an.

Im Falle eines Sieges käme es zum entscheidenden Relegations-Duell gegen einen der diesjährigen Weltliga-Letzten Venezuela oder Japan.

Das alles wohl nach der Europameisterschaft in der Türkei (3. bis 13. September), wenn die Nationalspieler eigentlich längst bei ihren Klubs sein sollten (Lozano giftet: "Das alles ist ein Desaster").

Sportdirektor: Werden kämpfen

"Es wird vor allem finanziell schwierig, aber wir werden um die Weltliga kämpfen. Ohne die Weltliga kommen wir nicht weiter nach vorn", sagte DVV-Sportdirektor Günter Hamel.

In den nächsten Tagen müssen deutsche Ausrichterstädte für die beiden Ausscheidungsrunden gefunden werden. Zudem müssen mit Städten und TV-Sendern Verhandlungen für die Weltliga 2010 geführt werden.

Neben der Startgebühr von etwa 175.000 Euro könnten weitere 80.000 Euro an TV-Produktionskosten auf den chronisch klammen DVV zukommen.

"Genau das, was wir brauchen"

2003 war Deutschland letztmals in der Weltliga dabei, Routinier Eugen Bakumowski kann sich noch gut an die Duelle gegen die besten Nationen der Welt erinnern. "Die Weltliga ist eine wunderbare Sache. Genau das, was wir brauchen, um noch besser zu werden", sagt der Angreifer.

In Portugal war das deutsche Team auch ohne Kapitän Björn Andrae und Stammzuspieler Simon Tischer stark genug, um nach zwei vierten Plätzen (2004 und 2008) erstmals die Europaliga zu gewinnen.

"Das war vielleicht nicht der hochwertigste Erfolg, aber einer der schönsten. Es ist einfach toll, mal ganz oben zu stehen", sagte Jochen Schöps mit Blick auf die neunten Plätze bei WM und Olympia. Er wurde als wertvollster Spieler ausgezeichnet, Georg Grozer als bester Blocker.

Lozano mahnt

Am Montag flogen die Sieger von Portimao gleich wieder ins Trainingslager.

Lozano: "Die schwereren Aufgaben liegen noch vor uns."

Dem Europaliga-Sieg sollen die WM-Qualifikation und eine EM-Medaille folgen - plus trotz aller Probleme die Qualifikation für die Weltliga.

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