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Raul Lozano trainiert seit diesem Jahr die deutschen Männer © imago

Nach der WM-Quaifikation herrscht bei Deutschlands Volleyballern Euphorie. Der Bundestrainer nimmt einen Titel ins Visier.

München/Tampere - WM-Ticket und Europaliga-Sieg in der Tasche, EM-Gold und Weltliga vor Augen:

Nach dem Triumph von Tampere soll der Höhenflug im deutschen Volleyball in neue Dimensionen führen.

Auf der Feier nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2010 in Italien gab Bundestrainer Raul Lozano die Marschrichtung für die Europameisterschaft vom 3. bis 13. September in der Türkei vor.

"Spanien hat 2007 die Europaliga gewonnen und ist danach Europameister geworden. Wir haben in diesem Jahr die Europaliga gewonnen ...", sagte Lozano. Auch wenn der Erfolgscoach aus Argentinien den Satz unvollendet ließ, johlten die Spieler um den überragenden Jochen Schöps begeistert.

"Wir sind in der Weltklasse dabei"

Alles scheint möglich im erfolgreichsten Sommer des deutschen Volleyballs, in dem nach den sensationellen WM-Titeln für die Beachvolleyballer Julius Brink/Jonas Reckermann und die U20-Juniorinnen nun nach den Damen auch das zweite Hallenteam den Sprung zur WM schaffte.

"Wir ernten die Früchte für die Arbeit der letzten Jahre und sind überall in der Weltklasse dabei. Aber wir dürfen jetzt nicht durchdrehen", sagte Verbandspräsident Werner von Moltke: "Wir brauchen jetzt Sponsoren und die Weltliga."

Erste Ausscheidungsrunde gegen Mexiko

Der Präsident bestätigte, dass der Volleyball-Verband (DVV) alle Bedingungen des Weltverbandes FIVB für den Start in der mit 20 Millionen Dollar dotierten Weltliga erfüllen werde. Dazu gehören ein TV-Vertrag mit garantierten Liveübertragungen, wahrscheinlich inklusive Zahlung der Produktionskosten von bis zu 80.000 Euro, und eine Startgebühr von etwa 175.000 Euro.

In der ersten Ausscheidungsrunde, für die sich Deutschland durch den Europaliga-Sieg qualifiziert hat, wird gegen Mexiko in der Berliner Max-Schmeling-Halle am 22. (19 Uhr) und 22. August (16 Uhr) gespielt. Bei einem Erfolg in den zwei Partien gegen den Außenseiter wäre in der entscheidenden zweiten Relegationsrunde am Wochenende vom 18. bis 20. September wohl in Riesa Venezuela der Gegner.

"Wir wollen 2010 unbedingt in der Weltliga spielen und 2011 die Finalrunde der Weltliga in Berlin ausrichten", erklärte von Moltke.

Verlierer-Image abgelegt

Obwohl die Volleyballer trotz der Erfolge weiter nach einem Brustsponsor suchen, herrscht eine wahre Aufbruchstimmung. "Da wächst ein großes Team heran", sagt von Moltke.

Das Image, die entscheidenden Spiele immer zu verlieren, haben die Volleyballer spätestens seit dem entscheidenden 3:1 gegen den von 7100 Zuschauern unterstützten Gastgeber und EM-Vierten Finnland abgelegt.

Zu verdanken haben sie das vor allem dem erst vor Saisonbeginn verpflichteten Chefcoach Lozano, der sich auf Italienisch mit der Mannschaft verständigt.

Kleiner Bundestrainer ein ganz Großer

"Ich komme richtig ins Schwärmen, wenn ich über Lozano rede. Er ist ein ganz Großer", sagte von Moltke.

Das erkennt man allerdings nicht auf den ersten Blick, zumindest die Frau des Präsidenten hatte so ihre Probleme. Als das Paar in Tampere die Halle betrat, fragte sie ihren Mann entsetzt: "Spielt ihr ohne Bundestrainer?"

Sie hatte den nur 1,63 Meter großen Argentinier hinter den im Kreis stehenden deutschen Riesen schlichtweg übersehen.

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