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Mit Gebrüll in die nächste Runde. Björn Andrae bläst zur Aufholjagd © getty

Die schwache EM-Vorrunde ist abgehakt: Die deutschen Herren blasen bereits gegen Griechenland zum Angriff auf Platz fünf.

München - Der Frust über die schwache Vorrunde ist verraucht.

Nach einem entspannenden Abend in einer Taverne am Meer gaben Deutschlands Volleyballer die Devise Angriff für die zweite Etappe der Europameisterschaft aus.

Dieser Erfolgssommer darf nicht so vor die Hunde gehen. "Wenn wir dreimal gewinnen, ist mindestens noch der fünfte Platz drin. Dann wäre es auch eine gelungene EM", sagte der bislang beste deutsche Angreifer Björn Andrae.

Sein Blick richtet sich dabei schon auf die Zwischenrunde in Izmir.

Taktik steht schon fest

Für den Start der Aufholjagd am Dienstag gegen die bei der EM bislang ungeschlagenen Griechen (14 Uhr), die man in der Europaliga bezwang, steht die Taktik jedenfalls schon fest.

Björn hat gesagt, dass er die Griechen alleine verhaut", sagte Spielmacher Patrick Steuerwald grinsend."

Denn: "Björn Andrae stand in der vergangenen Saison bei Panathinaikos Athen unter Vertrag und ist im Spiel gegen viele alte Bekannte natürlich besonders motiviert."

Medaille in Reichweite

Weitere deutsche Gegner in der zweiten Runde sind Titelverteidiger Spanien am Mittwoch (14 Uhr) und die Slowakei am Donnerstag (14 Uhr).

Zwar nimmt Deutschland nach den Vorrunden-Pleiten gegen Polen (1:3) und Frankreich (1:3) 0:4 Punkte mit in die Runde der besten zwölf.

Theoretisch wäre mit drei Siegen aber sogar noch die ursprünglich anvisierte erste Medaille der EM-Geschichte in Reichweite.

Doch darüber will lieber niemand mehr in dem jungen deutschen Team mit vier U-23-Spielern in der Stammmannschaft spekulieren. Zumal auch noch die schlechteste Platzierung der EM-Historie möglich ist.

Junge Spieler waren überfordert

Alle haben von einer Medaille geredet, und jeder hat sich so seine Gedanken gemacht", sagt Andrae.

Und weiter: "Damit waren die jungen Spieler in ihrem ersten großen Turnier manchmal einfach überfordert. Es wirkte alles blockiert, und genau da müssen wir uns jetzt rausschaufeln."

Auch beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) in Person von Sportdirektor Günter Hamel hofft man jetzt noch bestenfalls auf Platz fünf und damit die direkte Qualifikation für die EM 2011.

Es wird wieder gelacht

Der Druck ist weg, hat Hauptangreifer Jochen Schöps nach zwei Ruhetagen mit lockerem Training und einem Tennis-Duell zwischen den Brüdern Patrick und Markus Steuerwald bemerkt:

"Es wird wieder gelacht im Team: Die Stimmung ist wieder gut, wir können jetzt doch locker aufspielen."

Das hofft auch der ausdrücklich vom DVV gestützte Bundestrainer Raul Lozano, der sein Team vor der EM mit dem ersten Europaliga-Sieg und der Qualifikation für die WM 2010 zu spektakulären Erfolgen geführt hatte:

Mannschaft hat unglaubliches Potenzial

"Wir sind angeschlagen, aber wir stehen wieder auf. Diese junge Mannschaft ist in einem Universitätsstudium und kann einfach nicht alle Semester auf einmal bewältigen."

Björn Andrae ist sich aber sicher, dass es mit den Erfolgen im deutschen Volleyball weitergeht:

"Diese Mannschaft hat in ihrem ersten Sommer eingeschlagen wie eine Bombe. Sie hat unglaubliches Potenzial. Jetzt müssen wir es bei der EM nur endlich zeigen."

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