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Jochen Schöps spielt in der russischen Liga für Odintsovo © imago

Deutschland besiegt zum Auftakt der EM-Zwischenrunde Griechenland und darf wieder hoffen. Zwei schwere Brocken warten aber noch.

Izmir - Deutschland hat einen Traumstart in die EM-Zwischenrunde erwischt und die Minimalchance auf die erste Medaille gewahrt.

Das Team von Bundestrainer Raul Lozano triumphierte in Izmir nach einer gewaltigen Leistungssteigerung mit 3:1 (25:14, 33:31, 21:25, 25:21) gegen die zuvor ungeschlagenen Griechen und tanzte danach glücklich durch die Halle.

"Wir haben endlich gezeigt, dass wir Volleyball spielen können. Wir hatten leichten Frust aufgebaut und haben mit Emotionen gespielt", sagte Max Günthör, der nach 1:48 Stunden den ersten Matchball bei der stärksten deutschen Turnierleistung verwandelte:

"Jetzt ist wieder alles möglich. Vielleicht haben wir ja mal Glück und die anderen helfen uns."

Zwei Siege sind nötig

Damit hat Deutschland nach den beiden Vorrunden-Niederlagen gegen Polen und Frankreich 2:4 Punkte auf dem Konto.

Mit zwei weiteren Siegen gegen Titelverteidiger Spanien am Mittwoch und die Slowakei am Donnerstag wäre für den Europaliga-Sieger theoretisch noch der ursprünglich anvisierte Halbfinal-Einzug möglich.

"Haben gezeigt, dass wir nicht aufgeben"

"Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass die deutschen Volleyballer nicht aufgeben. Jetzt wollen wir noch zweimal gewinnen", sagte Björn Andrae.

Aus eigener Kraft ist noch Platz fünf möglich, der immerhin noch die direkte Qualifikation für die kontinentalen Titelkämpfe 2011 bedeuten würde.

Deutscher Block verbessert

Drei der letzten vier Spiele gegen Lieblingsgegner Griechenland hatte das deutsche Team in den letzten Wochen in der Europaliga gewonnen, und auch diesmal war der Start perfekt. Es war deutlich zu spüren, dass das Team nach der schwachen Vorrunde Wiedergutmachung betreiben wollte.

Erstmals bei dieser EM stand am Netz der deutsche Block mit einem starken Sebastian Schwarz, im Angriff punktete besonders der deutlich verbesserte Jochen Schöps.

Satzbälle im zweiten Durchgang abgewehrt

Nach dem bislang besten Satz im Turnierverlauf bekam das deutsche Team zu Beginn des zweiten Durchgangs wie in allen vorangegangenen EM-Spielen jedoch Probleme.

Libero Ferdinand Tille wackelte in der Annahme, der in der letzten Saison in Athen aktive Legionär Björn Andrae leistete sich Fehler im Angriff. Diesmal stemmte sich das Lozano-Team jedoch mit Leidenschaft gegen die drohende Wende im Spiel.

Zwei Satzbälle der Griechen wurden abgewehrt, ehe ein Block von Max Günthor beim siebten eigenen Satzball das 2:0 brachte.

Schützenhilfe ist nötig

Den psychologischen Vorteil konnte das deutsche Team jedoch nicht nutzen und kassierte durch eigene Fehler den Satzverlust. Beim 4:7 im vierten Durchgang drohte das Spiel zu kippen, doch Schöps und Co. brachten den 43. Sieg im 64. Duell nach Hause.

Nach der besten Turnierleistung darf wieder geträumt werden - allerdings wäre für den Halbfinal-Einzug neben zwei deutlichen deutschen Siegen auch Schützenhilfe nötig.

Deutsche Volleyball-Mannschaften haben in der EM-Geschichte bislang noch nie Edelmetall gewonnen, aber viermal den vierten Platz belegt.

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