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Simon Tischer wechselte 2009 zu Olympiakos Piräus © imago

Nach dem dritten Sieg in der Zwischenrunde verpasst das deutsche Team der Einzug ins Halbfinale, ist aber trotzdem zufrieden.

Izmir - Die erste Medaille der Geschichte wurde verpasst, aber Deutschlands Volleyballer feierten nach dem dritten Sieg in Serie bei der EM trotzdem mit einem Tanz auf dem Parkett.

Das Team von Bundestrainer Raul Lozano besiegte beim Zwischenrunden-Finale in Izmir die Slowakei mit 3:1 (25:22, 21:25, 25:16, 25:21).

Das reichte für den Europaliga-Sieger aber nicht für das vom Verband anvisierte Halbfinale, weil sich die Hoffnung auf spanische Schützenhilfe danach nicht erfüllte.

"Wir gehören zu den besten Teams Europas", sagte Kapitän Robert Kromm mit Blick auf den mindestens erreichten siebten Platz trotzig:

"Unser junges Team ist schwach in die Vorrunde gestartet, hat eine starke Zwischenrunde gespielt und bei der EM ganz viel gelernt."

Auch der gegen die Slowakei mit 18 Zählern punktbeste Angreifer Georg Grozer fand, dass die Mannschaft insgesamt eine "Superleistung" geboten habe: "Keiner fährt traurig nach Hause. Mit dieser Mannschaft ist in Zukunft ganz viel möglich."

Daumendrücken hilft nichts

Zuspieler Simon Tischer ärgerte sich immerhin, dass "wir eine große Chance auf das Halbfinale vergeben haben".

Bei einem Kaffee vor den Fernsehschirmen im Hotel verfolgten die Spieler das Duell zwischen Spanien und Frankreich in der Hoffnung auf Schützenhilfe, aber das Daumendrücken half nichts.

Das Mindestziel Platz fünf und damit die direkte Qualifikation für die EM 2011 ist zwar noch möglich, allerdings hängt das von den abendlichen Ergebnissen zwischen Griechenland und Polen in Izmir sowie den Niederlanden und Serbien in der anderen Vorrundengruppe in Istanbul ab.

Zwischenrunde endet versöhnlich

"Wir haben das Halbfinale mit den Niederlagen gegen Polen und Frankreich verspielt", haderte Chefcoach Lozano, der den Titel als Ziel ausgegeben hatte. Nach der schwachen Vorrunde beendete Deutschland die Zwischenrunde mit einem Sieg-Hattrick.

Zuvor hatte das deutsche Team in Runde zwei jeweils mit 3:1 gegen Griechenland und Titelverteidiger Spanien gewonnen.

Schweigeminute für Überschwemmungsopfer

Das letzte Duell gegen die Slowakei hatte Deutschland bei der WM-Qualifikation mit 2:3 verloren, doch diesmal war ein klarer Sieg Pflicht. Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Überschwemmungen ist Istanbul wirkten die Männer in den roten Trikots jedoch zunächst gehemmt.

Ausgerechnet Hauptangreifer Jochen Schöps scheiterte immer wieder am Block der in der Zwischenrunde zuvor sieglosen Slowaken.

Chefcoach Lozano reagierte und brachte Zuspieler Simon Tischer und Angreifer Georg Grozer in die Partie. Beim 13:18 schien der erste Satz schon verloren, doch plötzlich steigerte sich die deutsche Feldabwehr. Im Angriff versenkte vor allem der erneut starke Sebastian Schwarz viele Bälle.

Satzführung bringt keine Ruhe

Die 1:0-Satzführung brachte jedoch keine Ruhe ins deutsche Spiel. Björn Andrae wurde ständig abgeblockt und später ausgewechselt, auch eine Auszeit von Lozano beim 7:13-Zwischenstand half nicht.

Nach dem wegen der Konstellation besonders bitteren Satzverlust fand das deutsche Team jedoch wieder ins Spiel zurück, vor allem der eingewechselte Kapitän Robert Kromm punktete immer wieder im Angriff.

Die Slowaken bauten immer mehr ab, im vierten Satz sorgte Georg Grozer mit brutalen Aufschlägen und Angriffen fast im Alleingang für den 14. Sieg im 19. Duell.

Deutsche Volleyball-Mannschaften haben in der EM-Geschichte noch nie Edelmetall gewonnen, aber viermal den vierten Platz belegt. Bei der letzten EM war das deutsche Team auf Platz fünf gelandet.

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