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Christiane Fürst (r.) gehört seit ihrem Debüt 2003 zu den Leistungsträgern im DVV-Team © imago

Ein Besuch im Casino soll den deutschen Damen die Köpfe frei machen für den EM-Halbfinal-Einzug. Drei Siege sind noch nötig.

Breslau - Erst gab es zur Belohnung ein großes Eis, danach ging es ins Casino:

Mit einem Entspannungsprogramm stimmten sich die deutschen Volleyballerinnen auf ihren finalen Angriff auf die erste EM-Medaille seit sechs Jahren ein.

Giovanni Guidetti hatte eingeladen und sah die "50 bis 60 Euro Verlust" am Spieltisch als lohnende Investition.

"Wir mussten einfach mal was anderes machen, um die Energie für unseren Traum von der Medaille zu finden. Die Mannschaft ist ein bisschen müde, aber wir haben die Chance aufs Halbfinale", sagte der Bundestrainer.

Und weiter: "Weil wir mental so stark wie noch nie sind. Ich bin stolz auf diese Mannschaft."

"Wenn es drauf ankommt..."

Beim 3:1 gegen Frankreich wehrte die junge Truppe vier Satzbälle ab und gewann. Beim 3:2 gegen die Türkei bogen Hauptangreiferin Margareta Kozuch und Co. einen 1:2-Satzrückstand um.

"Wir spielen nicht immer gut, aber wenn es darauf ankommt, findet die Mannschaft ihr bestes Volleyball", so Guidetti.

Die Arbeit mit Mentaltrainer Christian Fust über den Sommer soll sich nun auch in der Zwischenrunde auszahlen, in die Deutschland mit 2:2 Zählern geht.

Drei Siege fürs Halbfinal-Ticket

Gegen Außenseiter Tschechien (Dienstag/2:2 Punkte), den ungeschlagenen WM-Dritten Serbien (Mittwoch/4:0) und Aserbaidschan (Donnerstag/0:4) sind nun drei Siege Pflicht, um eines der beiden Semifinal-Tickets in diesem Pool zu lösen.

Titelverteidiger Italien (4:0) gilt nicht nur wegen des 3:0 gegen Deutschland als haushoher Goldfavorit.

"Wir müssen die zwei Spiele gegen Tschechien und Aserbaidschan gewinnen, gegen Serbien wird es ein großer Kampf. Aber wir können auch die schlagen, denn meine Mannschaft ist etwas ganz Besonderes", sagt der Chefcoach.

Bester Stimmung im Bus

Sein Team fuhr am Montagmorgen mit dem Bus in bester Stimmung von Breslau in den Zwischenrundenort Kattowitz.

Selbst Verbandschef Werner von Moltke hat sich vom Kampfgeist des Teams anstecken lassen und will nach Polen fliegen.

Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation für 2010 und Platz drei bei der Weltserie für die Frauen glaubt von Moltke an den nächsten spektakulären Erfolg im besten deutschen Volleyball-Sommer der Geschichte: "Das Halbfinale ist drin. Da wäre die Krönung für dieses tolle Jahr."

Unerklärliche Leistungsschwankungen

Die Spielerinnen selbst schworen sich noch einmal auf ihr großes Ziel ein und wollen in der Vorrunde die unerklärlichen Leistungsschwankungen zwischen Weltklasse und Kreisklasse verhindern.

"Wir müssen es endlich mal schaffen, konstant zu spielen. Dann ist alles drin", sagt Libera Kerstin Tzscherlich.

Corinna Ssuschke hält trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk durch: "Ich werde jetzt alles dafür geben, dass wir in die Finalrunde kommen."

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