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Margareta Kozuch spielt seit 2005 für die deutsche Nationalmannschaft © imago

Die deutschen Damen starten mit einem Sieg gegen Tschechien in die EM-Zwischenrunde. Der nächste Gegner ist eine Nummer größer.

Kattowitz - Deutschlands Volleyballer-innen haben im Hexenkessel von Kattowitz die Nerven behalten und den nächsten Schritt auf dem Weg zur ersten EM-Medaille seit sechs Jahren gemacht.

Zum Auftakt der Zwischenrunde gewann das Team um die starke Spielführerin Christiane Fürst 3:0 (28:26, 25:12, 25:15) gegen Tschechien.

"Das war unser bestes Turnierspiel, wir haben fast perfekt gespielt. So können wir es ins Halbfinale schaffen", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Er klatschte nach dem in nur 81 Minuten feststehenden Sieg jede Spielerin einzeln ab. Ein Küsschen extra bekam die mit 20 Zählern punktbeste Spielführerin Christiane Fürst.

Zwei weitere Siege Pflicht

"Es war ziemlich heftig, wie wir ausgepfiffen worden sind. Aber diese Halle liegt uns. Wir wollen die Medaille."

Deutschland belegt mit 4:2 Punkten weiterhin Gruppenplatz drei.

Um eines der beiden Halbfinal-Tickets in diesem Pool zu lösen, sind im "Endspiel" gegen den ungeschlagenen WM-Dritten Serbien (Mittwoch) und Aserbaidschan (Donnerstag) zwei weitere Siege Pflicht.

"Wir wollen ins Finale"

Corinna Ssuschke, die trotz eines Bänderrisses spielte, ist aber bester Hoffnung für das Duell gegen Serbien:

"Immer, wenn es drauf ankommt, haben wir gegen die gewonnen. Das wird ein Superkampf, aber wir wollen ins Finale."

Gegen Tschechien pfiffen 4000 Fans in der riesigen Spodek-Arena das deutsche Team bei jedem Ball aus, doch die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti ließ sich nicht beeindrucken.

Fürst und Kozuch überragend

Hochkonzentriert agierte das junge Team in der Annahme, die Aufschläge waren extrem gefährlich und Zuspielern Kathleen Weiß baute ein kluges Angriffsspiel auf.

Immer wieder konnten vor allem Fürst und Margareta Kozuch (15 Zähler) punkten. In der Schlussphase des ersten Satzes behielt die Mannschaft wie schon beim 3:2 gegen die Türkei in der Vorrunde die Nerven und nutzte den vierten Satzball zur Führung.

Das schockte die von den polnischen Zuschauern fanatisch unterstützten Tschechinnen.

Sie scheiterten danach immer wieder an der deutschen Mauer am Netz und waren fortan gegen eine überzeugende deutsche Mannschaft chancenlos.

"Niemand will Freitag heim"

Die deutschen Volleyballerinnen hoffen nach einem grandiosen Sommer mit der Qualifikation für die WM 2010 und Platz drei bei der Weltserie auf ihre zehnte Medaille und das erste Edelmetall seit sechs Jahren.

2003 hatte Deutschland überraschend Bronze gewonnen. In Polen wird sich das Schicksal des deutschen Teams im Duell gegen Serbien entscheiden.

Guidetti: "Entweder wir gewinnen und gehen ins Halbfinale, oder wir müssen am Freitag heim. Aber das will bei uns niemand."

Türkei leistet Schützenhilfe

Die Chancen, dass das DVV-Team ins EM-Halbfinale einzieht, stehen derweil nicht schlecht, denn die Türkei hat den deutschen "Schmetterlingen" Schützenhilfe geleistet.

Beim Zwischenrunden-Auftakt in Kattowitz gewannen die Türken überraschend gegen das zuvor ungeschlagene Team von Serbien 3:1.

Der WM-Dritte hat damit genau wie Deutschland 4:2 Punkte auf dem Konto. Bei einem deutschen Sieg im direkten Duell gegen Serbien am Mittwoch wäre das Halbfinal-Ticket greifbar nahe.

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