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Maren Brinker war gegen Serbien eine der Erfolgsgaranten © imago

Die DVV-Damen beweisen gegen Serbien Nervenstärke und stehen fast im EM-Semifinale. Selbst eine Niederlage wäre wohl zu verkraften.

Kattowitz - Deutschlands nervenstarke Volleyballerinnen stehen kurz vor dem Einzug ins EM-Halbfinale und haben die erste Medaille seit sechs Jahren vor Augen.

Überglücklich tanzte das Team um die überragende Angreiferin Margareta Kozuch nach dem 3:2 (25:9, 23:25, 25:27, 25:17, 15:8) im Schlüsselspiel gegen den WM-Dritten Serbien durch die Halle.

Platz zwei in der Zwischenrunde in Kattowitz ist erobert - jetzt wollen alle zum Finale nach Lodz fahren.

"Wir waren schon tot und haben das Ding noch gewonnen. Jetzt wollen wir die Medaille", sagte Lisa Thomsen nach dem 124-Minuten-Thriller.

"Unter Druck spielen wir am besten"

Bundestrainer Giovanni Guidetti küsste jede Spielerin: "Das war der wichtigste Sieg der letzten Jahre. Diese Mannschaft ist unglaublich, die geben einfach nie auf. Zwar hat der Trainer fast einen Herzinfarkt bekommen, aber wir haben einfach das Halbfinale verdient."

Die mit 28 Zählern erneut punktbeste Kozuch schloss mit Tränen in den Augen ihre Eltern in die Arme:

"Unter Druck spielen wir am besten. Jetzt müssen wir auch noch den letzten Schritt machen.

Eventuell genügt knappe Niederlage

Mit einem Sieg im letzten Zwischenrunden-Spiel gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter Aserbaidschan am Donnerstag wäre das Ticket für die Finalrunde in Lodz definitiv gelöst.

Möglicherweise könnte sogar eine knappe Niederlage reichen, denn Serbien (4:4 Punkte) trifft zum Abschluss auf den ungeschlagenen Titelverteidiger Italien.

Der Titelfavorit hatte mit einem 3:0 gegen Tschechien vorzeitig das Semifinal-Ticket gelöst und führt die Tabelle mit 8:0 Punkten vor Deutschland (6:2) an.

Berg- und Talfahrt

24 Stunden nach dem überzeugenden 3:0 gegen Tschechien lieferte das deutsche Team wie beim 3:2 in der Vorrunde gegen die Türkei ein Berg- und Talfahrt der Gefühle ab.

Nach nur 19 Minuten hatte die überragend beginnende Mannschaft den ersten Satz - die gut 4000 Fans in der riesigen Spodek-Halle vergaßen sogar die Pfiffe für den ungeliebten Nachbarn.

Im zweiten Durchgang schien das deutsche Team beim 12: 6-Führung schon auf der Siegerstraße, dann kam aber eine kurze Schwächephase und ein Bruch im deutschen Spiel.

Unbändiger Siegeswille

Im dritten Satz wurden beim 24:21 drei Satzbälle in Folge vergeben.

Einmal mehr kamen die "Schmetterlinge" mit großem Kampfgeist zurück und schaffte den Satzausgleich.

Im Tiebreak baute Spielführerin Christiane Fürst eine unüberwindliche deutsche Mauer am Netz auf, und das deutsche Team holte mit schier unglaublichem Willen den Sieg.

Schon jetzt fast sicher ist die Qualifikation für die EM 2011 in Italien und Serbien.

Erste Medaille nach sechs Jahren?

Nach der Qualifikation für die WM 2010 und Platz drei in der Weltserie wäre der Halbfinal-Einzug die Krönung.

Die deutschen Volleyballerinnen hoffen in Polen auf ihre zehnte EM-Medaille und das erste Edelmetall seit sechs Jahren.

2003 hatte Deutschland überraschend Bronze gewonnen. Die beiden einzigen EM-Titel holte 1983 und 1987 die DDR. Guidetti: "Mit diesem Team ist nichts unmöglich."

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