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Die deutschen "Schmetterlinge" um Libera Kerstin Tzscherlich greifen erstmals seit 2003 nach Edelmetall © imago

Die DVV-Volleyballerinnen ziehen als Gruppensieger ins Halbfinale ein - doch da lauert Italien. Eine Medaille wäre nur Zugabe.

Lodz - Eine kurze Feier nach dem Halbfinal-Einzug durch das 3:0 gegen Aserbaidschan, eine etwas längere Busfahrt zum Finalort Lodz - dann schworen sich Deutschlands Volleyballerinnen noch einmal auf das große Ziel EM-Medaille ein.

Im Halbfinale am Samstag (20 Uhr) wartet zwar Titelverteidiger Italien als schier übermächtiger Gegner, aber selbst der dritte deutsche Titel nach denen der ehemaligen DDR 1983 und 1987 scheint nach dem Siegeszug der letzten Tage nicht mehr unmöglich.

"Ich habe den Mädels gesagt, dass sie schon jetzt Unglaubliches geleistet haben. Wir genießen die Situation, aber natürlich will jetzt jeder mit einer Medaille nach Hause fahren", sagt Bundestrainer Giovanni Guidetti: "Sie haben keinen Druck mehr, was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Alle haben Angst vor uns."

Das wohl schwerste Los

Mit Italien (Guidetti: "Die sind eine Stufe stärker als alle anderen bei der EM") statt dem anderen Gruppensieger Niederlande erwischte sein junges Team das schwerere Los.

Aber das 0:3 zum Vorrunden-Auftakt gegen das Star-Ensemble um die überragende Exil-Kubanerin Taismary Aguero - die bislang einzige deutsche EM-Niederlage - ist aus den Köpfen raus.

Und die "jungen Wilden" um die herausragenden Christiane Fürst (24) und Margareta Kozuch (22) wollen mit ihrem unglaublichen Kampfgeist auch den Favoriten vom Thron stürzen.

"Wichtig für einen neuen Hauptsponsor"

"So stark wie gegen uns haben die Italienerinnen im Verlauf der EM auch nicht mehr gespielt. Wir sind auf einer Welle, wir können jeden schlagen" glaubt Libero Tzscherlich.

Mindestens ein Sieg muss für die erste Medaille seit sechs Jahren noch her, und die Mannschaft freut sich einfach auf die beiden Finalspiele im Hexenkessel von Lodz vor einer unglaublichen Kulisse von 13.000 Zuschauern.

Unter denen auch Verbandschef Werner von Moltke sein wird, der nach der Vorstandssitzung am Freitag nach Polen jetten wird. "Ich bin stolz auf unsere Frauen, solche Erfolge sind unglaublich wichtig für das Image des Verbandes und unsere Bemühungen um einen neuen Hauptsponsor", sagte von Moltke. Er berichtete stolz, dass die "Schmetterlinge" sogar in der Tagesschau ein Thema gewesen seien.

Von Moltke sagt Bronze voraus

"Ich glaube, die Mädels holen Bronze. Ihre Leistung ist die Krönung eines grandiosen Sommers für den deutschen Volleyball", so von Moltke.

Es gab das erste WM-Gold im Beachvolleyball durch Julius Brink/Jonas Reckermann, den ersten WM-Titel für die U20-Juniorinnen in der Halle und den ersten Europaliga-Sieg für die Männer damit nachfolgender Qualifikation für die Weltliga.

Die Volleyballerinnen haben sich in den letzten Monaten bereits für die WM 2010 qualifiziert und mit Platz drei ihr bestes Resultat in der Weltserie geschafft.

Ticket für EM 2011 gelöst

Mit dem Halbfinal-Einzug in Polen wurden die Tickets für die Weltserie 2010 und die EM 2011 gelöst.

Guidetti: "Ich habe dieser neuen, jungen Mannschaft vor dieser Saison gesagt, dass wir eine neue Geschichte schreiben wollen. Es ist eine unfassbare Erfolgsstory geworden." Bei der es in Lodz das Happyend in Form der zehnten EM-Medaille der Geschichte geben soll - am liebsten natürlich in Gold.

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