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Auch dank der deutschen Damen feiert der DVV die beste Saison seit seiner Gründung 1955 © imago

Nach dem erfolgreichsten Jahr der Verbandsgeschichte sollen Großereignisse gleich reihenweise nach Deutschland geholt werden.

München - Als Deutschlands Volleyballerinnen im Nachtbus auf dem Weg nach Hause waren, schmiedete ihr Verbandschef längst neue Pläne für künftige Triumphe.

Nach dem sportlich erfolgreichsten Jahr der Verbandsgeschichte kündigte Werner von Moltke eine Serie von Events an.

Darunter die Beach-EM 2010 in Berlin und die Hallen-EM der Frauen 2013. Auch um das Weltliga-Finale 2011 und die Männer-WM 2014 will sich der Verband bewerben.

"Wir waren noch sie erfolgreich wie dieses Jahr und haben eine Duftmarke gesetzt", sagte von Moltke und nahm den "kleinen Rückschlag" mit der Halbfinal-Niederlage der Frauen in Polen gelassen: "Der deutsche Volleyball wird auf jeden Fall im Gespräch bleiben. Durch Turniere und hoffentlich auch Medaillen."

Individualpreise gehen an Deutschland

Nach dem ersten WM-Titel im Beachvolleyball durch Julius Brink/Jonas Reckermann, dem WM-Premierengold für ein deutsches U-20-Nationalteam und dem ersten Europaliga-Sieg der Männer verpassten die Frauen als EM-Vierte die Krönung einer grandiosen Saison nur knapp.

Als Trost blieb immerhin die Erkenntnis, dass man beim 1:3 im Halbfinale als einziges Team bei der EM den überragenden Europameister Italien in Gefahr gebracht hatte.

Nicht umsonst räumten die "Schmetterlinge" bei der Siegerehrung durch Margareta Kozuch (beste Punktesammlerin), Christiane Fürst (beste Blockspielerin) und Kerstin Tzscherlich (beste Annahmespielerin) die meisten Individualpreise ab.

"Irgendwann platzt der Medaillenknoten"

Und als die Mädels für ein Mannschaftsfoto doch noch das oberste Siegerpodest besteigen durften, war die erste Enttäuschung fast schon verraucht.

"Natürlich sind wir traurig. Aber das war wieder ein kleiner Schritt, um den Volleyball in Deutschland ein Stück nach oben zu bringen. Und irgendwann platzt auch der Knoten in Sachen Medaille", sagte Kozuch.

Bundestrainer Giovanni Guidetti meinte, dass seinem im Schnitt nur 24 Jahre alten Team dieses Mal noch ein "bisschen, Erfahrung, Sicherheit und Qualität" gefehlt habe.

DVV für Weltserie qualifiziert

Seine "jungen Wilden" sind durch das EM-Resultat für die Weltserie 2010 qualifiziert und wollen den großen Coup einfach bei der anschließenden Weltmeisterschaft in Japan nachholen.

"Da machen wir eben eine WM-Medaille. Mit dieser Mannschaft ist alles möglich", sagte Guidetti.

Allerdings muss bis dahin auch der DVV seine Hausaufgaben gemacht haben.

Neben mehr Fernsehzeiten will von Moltke bis Weihnachten einen neuen Geldgeber präsentieren, der mindestens 200.000 Euro zahlen soll.

Verband in Finanznöten

Nach dem Rückzug des Hauptsponsors vor Saisonbeginn fehlten in diesem Jahr 300.000 Euro im Etat.

Die sportlichen Erfolge brachten den Verband wegen der Mehrkosten in finanzielle Nöte.

Deshalb mussten sich die Frauen nach einer kleinen Abschlussfete in Lodz auch schon Sonntagnacht um 2 Uhr auf den Heimweg machen.

"Wir haben einfach nicht das Geld, um sie zurückzufliegen", so von Moltke.

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