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VfB-Mann Georg Grozer schlägt vorbei am Block von Sebastian Schwarz und Armin Dewes © imago

Friedrichshafen droht das erste Jahr ohne Titel seit 1997. Der Kapitän warnt vor den Finals gegen Haching vor Überheblichkeit.

München - Der VfB Friedrichshafen steht vor dem Finale um den deutschen Volleyball-Thron gewaltig unter Druck:

Denn für den Seriensieger geht es gegen Herausforderer Generali Haching ab Samstag im Meiterschaftsfinale um die letzte Titelchance.

Von Druck oder übergroßer nervlicher Belastung will Trainer Stelian Moculescu vor dem ersten Heimspiel (19.30) der Endrunde um den Titel aber nichts wissen. Der VfB ist Favorit - und das, sagt er, "ist ja nichts Neues für uns".

Achtelfinal-Aus in der Champions League

Alles andere als ein Erfolg des zehnmaligen deutschen Champions käme einer Sensation gleich, diese Konstellation ist auch für den früheren Bundestrainer Alltag.

Neu wäre für Moculescus Team allerdings, am Ende der Saison völlig ohne Titel dazustehen.

Dieser Albtraum könnte dem deutschen Branchen-Primus nach der Halbfinal-Niederlage im Pokal und dem Achtelfinal-Aus in der Champions League erstmals seit 1997 wieder drohen.

Moculescu will die Ernte einfahren

In den zwölf Spielzeiten danach hatte der Dominator immer mindestens eine Trophäe an den Bodensee geholt.

Obwohl Haching dem VfB den Pokal in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge wegschnappte, geht Friedrichshafen als ungeschlagener Tabellenführer der Liga-Hauptrunde und damit als klarer Favorit in die Begegnung.

"Wir haben bis jetzt gut gespielt und waren zurecht oben", sagt Moculescu: "Ich hoffe, dass wir nun die Ernte für eine gute Saison einfahren."

Pokalpleite: Moculescu kartet nach

Von einer verkorksten Spielzeit will er ohnehin nichts wissen: "Wenn man zwei Spiele verliert, kann man nicht von einer schlechten Saison sprechen."

Beim Pokal-Aus in Düren sei sein Team verpfiffen worden, sagt Moculescu. Lediglich das schwache Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League, als Friedrichshafen den Gegner Innsbruck schlicht unterschätzt hatte, kreidet er seinen Profis an.

Doch die Hachinger wollen dem Serienmeister einen dicken Strich durch die Rechnung machen. "Wir wollen den zweiten Titel. Mittelmaß interessiert mich nicht mehr", sagt Trainer Mihai Paduretu.

Jose warnt vor Überheblichkeit

Nicht nur Paduretu sieht sein Team für die Neuauflage des Vorjahresendspiels bestens gerüstet, auch Moculescu attestiert den Hachingern eine positive Entwicklung: "Die Spieler sind erfahrener geworden und haben im Sommer mit der Nationalmannschaft gespielt."

Und VfB-Kapitän Joao Jose lobt gar: "Das ist eine Mannschaft, die mit uns auf Augenhöhe ist."

Jose, der mit Friedrichshafen in den vergangenen Jahren fünf Meistertitel in Folge einsammelte, warnt vor Überheblichkeit: "Es ist wichtig, dass wir uns mental auf diese schwierigen Begegnungen einstellen."

Haching sollte also gewarnt sein, denn ein Fehler wie bei der unnötigen Pleite gegen Innsbruck wird Friedrichshafen wohl kein ein zweites Mal unterlaufen.

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