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Georg Grozer (l.) wird den VfB Friedrichshafen verlassen © imago

Georg Grozer verkündet direkt nach dem Sieg in Unterhaching seinen Abgang. Moculescu zieht ein positives Saisonfazit.

München - Die Spieler vom neuen und alten deutschen Volleyball-Meister VfB Friedrichshafen hatten die Schale noch nicht einmal in der Hand, da verkündete der erste schon seinen Abschied.

Während sich ein sichtlich erschöpfter Meistertrainer Stelian Moculescu nach dem 3:2 bei Pokalsieger Generali Haching über Titel Nummmer elf und auf eine lange Feier in seinen 60. Geburtstag hinein freute, erklärte Diagonalangreifer Georg Grozer:

"Es ist definitiv, dass ich Deutschland verlasse."

Grozers Ziel noch offen

Wohin die Reise des deutschen Nationalspielers geht, ist noch offen. Heißeste Anwärter sind aber die lukrativen Ligen in Russland und Italien.

Die Feierlaune trübte Grozers Äußerung nicht. Zum einen wird sein Wechsel kaum die einzige personelle Änderung bleiben, zum anderen haben größere Kaderumbauten beim Abo-Meister Tradition.

Vor der Saison holte der VfB acht neue Spieler, aus der aktuellen Mannschaft besitzen bislang nur Marcus Böhme, Christian Fromm und Lukas Bauer Verträge über den Sommer hinaus.

Versöhnlicher Saisonausklang für Häfler

Fromm konnte sein Glück nach dem Krimi in Unterhaching, in dem die Häfler schon mit 0:2-Sätzen zurückgelegen hatten, kaum fassen.

"Dass wir das noch geschafft haben, ist einfach unglaublich", sagte er.

Die Meisterschaft verhalf dem VfB zu einem versöhnlichen Saisonausklang, nachdem im nationalen Pokal bereits im Halbfinale und in der Champions League nach einer grandiosen Vorrunde sogar schon im Achtelfinale Schluss gewesen war.

"Es war verdammt viel Druck", räumte Fromm ein, "aber der wird auch im nächsten Jahr nicht weniger werden."

Nur ein Spiel in der Liga verloren

Moculescu zog nach der 13. Friedrichshafener Spielzeit in Folge, in der die Mannschaft vom Bodensee immer mindestens einen Titel holte, eine positive Bilanz.

"Mir fällt als erstes ein, dass wir eine überragende Champions League gespielt und nur ein einziges schlechtes Spiel in Innsbruck gemacht haben", sagte er.

Zudem verlor der VfB auf Liga-Ebene lediglich eines von 31 Spielen - das dritte Final-Duell gegen Haching.

Das reichte aber letztlich noch souverän zum 3:1 in der Serie "best of five".

Böhme: "Saison war wunderschön"

Mittelblocker Böhme, der vor der Spielzeit vom SCC Berlin gekommen war, stand das Saisonfazit ins Gesicht geschrieben.

"Meine erste Saison hier war wirklich wunderschön", sagte er mit breitem Lächeln.

Zum Feiern bleibt dem Nationalspieler aber nicht allzu viel Zeit: Am kommenden Montag erwartet Bundestrainer Raul Lozano ihn, Grozer und Bauer zur Vorbereitung auf die World League.

Gefrustete Unterhachinger

Treffen werden sie dort auf sechs nominierte Hachinger, bei denen der Frust nach der verpassten ersten Meisterschaft der Klubgeschichte am Mittwochabend allerdings noch tief saß.

"Wir waren besser und hätten gewinnen müssen", sagte Denis Kaliberda geknickt: "Natürlich war es eine sehr schöne Saison - aber momentan überwiegt die Enttäuschung."

In der kommenden Saison will Haching dem VfB national wieder auf Augenhöhe begegnen - und erstmals auch in der Champions League.

Der Verein hat sich nämlich entschlossen, das finanzielle Wagnis in der Königsklasse einzugehen.

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