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Bei der EM 2007 belegte Georg Grozer (r.) mit der DVV-Auswahl den fünften Platz © getty

Die deutschen Volleyballer melden sich mit einem Paukenschlag in der Weltliga zurück und schlagen den Europameister deutlich.

München - Deutschlands Volleyballer haben sich nach sieben Jahren mit einem Paukenschlag in der Weltliga zurückgemeldet.

Das Team um den überragenden Angreifer Georg Grozer besiegte vor 6000 begeisterten Zuschauern in Stuttgart Europameister Polen überraschend mit 3:0 (28:26, 30:28, 25:18) und 3:1 (23:25, 25:18, 25:22, 26:24).

Damit übernahm Deutschland sofort die Tabellenführung und weckte Hoffnungen auf die Siegprämie von einer Million Dollar.

"Sensationell - das ist ein besserer Start als der der Bundesregierung", sagte Verbandschef Werner von Moltke und umarmte die im Kreis tanzenden Spieler: "Mit zwei Siegen gegen Polen hat niemand gerechnet. Das ist genau die Schlagzeile, die wir brauchen."

Deutschland führt Eliteklasse an

Mit sechs Punkten liegt Deutschland nach dem Auftaktwochenende der mit 20 Millionen Dollar dotierten Eliteklasse auf Platz eins vor Kuba (5).

Der Sieggarant war mit insgesamt 42 Punkten ausgerechnet Polen-Legionär Grozer, der in der kommenden Saison für Rszeszow spielen wird.

Er verwandelte in beiden Spielen den Matchball und sprudelte nach seinen besten Auftritten im Auswahldress fast über: "Das ist Gänsehaut, ein riesiges Glücksgefühl. Zwei Siege gegen eines der besten Teams der Welt sind einfach ein Traum.

Getrieben wurde "Hammer-Schorsch" von einer speziellen Motivation: "Man will Deutschland nicht im Stich lassen. Jeder weiß, wie lange wir nicht bei der Weltliga dabei waren und was es gekostet hat, wieder reinzukommen".

Letzte Teilnahme 2003

2003 hatte das deutsche Team zum letzten Mal an der mit 20 Millionen Dollar dotierten Eliteklasse der 16 besten Teams der Welt teilgenommen.

Die beste Platzierung war bisher ein achter Platz (1993), doch das junge deutsche Team um den starken Zuspieler Patrick Steuerwald weckte bei der Rückkehr Hoffnungen auf einen ganz großen Coup.

"Ich bin extrem zufrieden mit der Leistung - zumal Deutschland 2003 das letzte Mal in der Liga der Besten dabei war. Die Jungs waren nervös wie beim ersten Tag - und haben dem Druck standgehalten", sagte Bundestrainer Raul Lozano.

Aggressiv und nervenstark wurde gegen den ersatzgeschwächten Nachbarn triumphiert, gegen den man bei der EM vor einem Jahr noch 1:3 verloren hatte.

"Wir wollen zur Endrunde"

"Wir wollen alle nach Argentinien zur Endrunde", sagte Youngster Denis Kaliberda keck. Nur der Gruppensieger und der beste Zweite der vier Pools qualifiziert sich für die Endrunde in Cordoba.

Das Comeback in der Weltliga hatte etwa eine Million Euro gekostet, und die ansonsten nur für Ehre und Vaterland tätigen Schmetterkünstler kassierten für ihren Doppeltriumph 1600 Dollar pro Nase.

"Ein schöner Nebeneffekt, aber wir wollen vor allem gewinnen", sagte Steuerwald.

Gipfeltreffen gegen Kuba

Dazu gibt es schon am kommenden Wochenende Gelegenheit, wenn es zum Gipfetreffen gegen Kuba kommt.

Das Karibik-Team besiegte Endrunden-Gastgeber Argentinien mit 3:1 und 3:2. Gespielt wird in Havanna vor jeweils 12.000 Zuschauern - eine echte Nagelprobe nach dem Traumstart.

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