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Top in der Weltliga: Bundestrainer Raul Lozano und Björn Andrae © imago

Die starke Rückkehr auf die Weltliga-Bühne macht den DVV mutig: 2011 soll's in die Endrunde gehen - auch Olympia scheint nah.

München - Sieben Siege, Gruppenplatz zwei und um eine Menge Erfahrung reicher:

Die deutschen Volleyballer waren nach ihrem fulminanten Comeback nach sechsjähriger Abstinenz in der Weltliga auch ein bisschen stolz.

"Niemand hat erwartet, dass wir nach der langen Pause so durchstarten", sagte Kapitän Björn Andrae: "Wir haben gute Spiele gezeigt und geschlagen, wen wir schlagen mussten."

Die finale 1:3 (27:25, 24:26, 21:25, 18:25)-Niederlage bei Europameister Polen konnte die positive Bilanz nicht mehr trüben.

Nur Angstgegner Kuba zu stark

Sieben Siege und fünf Niederlagen standen am Ende zu Buche, nur Angstgegner Kuba war noch zu stark für das Team von Bundestrainer Raul Lozano.

Für den Argentinier war der Auftritt dennoch ein Gewinn, "weil wir uns ständig mit den Besten der Welt messen und somit eine Chance haben, es zu Olympia 2012 zu schaffen".

Angreifer Georg Holzer sieht allerdings auch die Schwächen der jungen Mannschaft: "Manchmal machen wir noch ein oder zwei Fehler zu viel - wie in einigen Sätzen gegen Kuba."

Daran müsse man bis zur WM in Italien (25. September bis 10. Oktober) noch arbeiten: "Dann haben wir die gleiche Qualität wie die besten Mannschaften".

Top 6 noch nicht ganz greifbar

Zum Sprung unter die Top 6, die an der Weltliga-Endrunde in Cordoba (21. bis 25. Juli) teilnehmen werden, hat es in diesem Jahr noch nicht gereicht.

Gruppenplatz zwei hinter Kuba und vor Polen ist dennoch ein Erfolg. Für 2011 steckt man sich allerdings höhere Ziele: "Wir wollen wieder Weltliga spielen und uns für die Endrunde qualifizieren", sagte Verbandschef Werner von Moltke.

Sportlich sei der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) aber "sehr zufrieden mit unserer Mannschaft. Nur Kuba war einfach zu stark", gab von Moltke zu.

Van Moltke wird mutig

Die ambitionierten Auftritte gegen Polen (3 Siege, eine Niederlage) und Argentinien (4 Siege) zeigen aber den Anspruch des DVV-Teams.

"Bei der WM ist Platz vier oder fünf drin", sagte van Moltke. Von Vorteil sei auch, dass man "als Mannschaft zusammengewachsen ist. Wir akzeptieren uns, jeder stützt jeden", fügte Grozer hinzu.

Trotz der positiven Entwicklung wird der DVV aber auf die mit Berlin geplante Bewerbung für die Endrunde 2011 verzichten.

"Endrunde zu teuer"

"Die Endrunde packen wir einfach nicht. Das ist zu teuer uns, kommt zu früh", sagte van Moltke, der in den kommenden Jahren den Fokus auf dem sportlichen Bereich belassen will.

Nur das Olympia-Qualifikationsturnier wolle der DVV nach Deutschland holen.

Auch finanziell hat sich das Abenteuer Weltliga für Spieler und Verband gelohnt. Jeder deutsche Nationalspieler hat 7000 Euro verdient.

Ziemlich viel, wenn man sonst für den Einsatz im Nationaltrikot keinen müden Cent bekommt. Der DVV hat laut van Moltke "keinen Gewinn und keinen Verlust" gemacht.

Verband zahlt FIVB 150.000 Euro

Der Verband hatte für 150.000 Euro die Rechte vom Weltverband FIVB erwerben müssen.

Ein Fernsehpartner (Anixe HD) und die drei deutschen Ausrichterstätte Stuttgart, Trier und Berlin zahlten den Rest des Millionen-Unternehmens.

Mit insgesamt 16.750 Zuschauern in sechs Heimspielen blieb denen wohl ein Verlust.

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