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Mittelblocker Stefan Hübner kehrt nach vier Jahren in Italien nach NRW zurück © imago

Das Knie zwingt Deutschlands Vorzeige-Volleyballer zum Zuschauen bei der WM. Doch er lässt weder sportlich noch privat locker.

München/Triest - Am Samstag beginnt die WM in Italien, für Deutschland geht es zum Auftakt (ab 20.55 Uhr im LIVESTREAM) gegen Serbien. Doch Deutschlands bester Volleyballer des letzten Jahrzehnts wird bei der Medaillenjagd wieder nur Zuschauer sein.

Der anfällige Körper hat Stefan Hübner beim Auswahl-Comeback nach zwei Jahren einmal mehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem hofft der Routinier gleich auf ein doppeltes Happy End - bei Olympia in London und in Sachen Liebe.

"Ich bin traurig, weil es Superspaß mit der Truppe gemacht hatte. Aber ich zerbreche an der WM-Absage nicht", sagte Hübner mit einem Lächeln auf den Lippen.

Bauer übernimmt den Platz

Er hatte in Trainingsklamotten auf der Bank gesessen, als das deutsche Team beim letzten WM-Test am Dienstag in Heidelberg einen historischen 3:0-Sieg gegen Weltmeister Brasilien feierte.

Mitspielen konnte "Europas bester Mittelblocker" (Max Günthör) wegen einer Sehnenentzündung im Knie nicht - und musste seinen sicheren Platz im WM-Team an Lukas Bauer abgeben.

Stefan Hübner hat in seiner Karriere viele leidvolle Erfahrungen mit Verletzungen gemacht. Die bitterste Stunde erlebte er vor der Heim-Europameisterschaft 2003, als er wegen eines Ermüdungsbruchs im Schienenbein absagen musste: "Da hatte ich mich jahrelang darauf vorbereitet."

"Für mich ist das Glas halbvoll"

In seinen langen Jahren im Nationalteam seit der EM 1997 hat Hübner wegen seines maladen Körpers nur zwei Europameisterschaften, die WM 2006 und Olympia 2008 miterlebt.

Aber der Zwei-Meter-Mann hadert nicht mit dem Schicksal. "Verletzungen gehörten für mich schon als Jugendlicher dazu. Das muss man akzeptieren. Deshalb ist für mich das Glas auch halbvoll und nicht halbleer."

Außerdem hat Stefan Hübner im letzten Jahr eingesehen, dass es wichtigere Dinge im Leben als Volleyball gibt.

Hochzeit fällt ins Wasser

Kurz vor der am 10. Juli geplanten Hochzeit zerbrach seine Beziehung zu Angelina Grün, die für das Frauen-Nationalteam lange eine noch dominierendere Figur als Hübner bei den Männern war.

Doch es gibt Hoffnung für das Traumpaar des deutschen Volleyballs. Hübner ist nach zehn Jahren als Profi in Italien nach Köln gezogen, wo auch die zum Beachvolleyball gewechselte Angelina Grün wohnt.

"Es ist eine spannende Zeit", sagt der sympathische Mann vielsagend. Nicht nur privat, auch sportlich, denn nach einem Jahrzehnt im Ausland schlägt der gebürtige Bielefelder wieder in der Bundesliga bei evivo Düren auf.

Olympia noch auf dem Zettel

Stefan Hübner ist sich trotz der Verletzung und seines fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren sicher, dass er auch wieder ins Nationalteam zurückkehrt. (Lozano-Team mit den Besten wieder auf Augenhöhe)

"Ich bin doch noch jung und habe gemerkt, dass ich noch auf absolutem Topniveau spielen kann. Ich wäre sehr gern nächstes Jahr bei der EM dabei", meint Hübner: "Und Olympia 2012 ist doch eine Hausmarke."

Deshalb will er bei der WM in Italien als Zuschauer engen Kontakt zum Team halten: "Für die Jungs ist auch ohne mich alles möglich."

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