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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Robert Kromm spielt in der russischen Liga für Ural Ufa © getty

Die deutsche Mannschaft kassiert nach der Niederlage gegen Serbien die zweite Pleite. Die Leistungsträger fallen dabei ab.

Triest - Deutschlands Volleyballern droht nach dem schwächsten WM-Auftakt seit 38 Jahren der K.o nach Runde eins.

Nach dem 0:3 gegen Serbien verlor das Team von Bundestrainer Raul Lozano auch das zweite Vorrundenspiel in Triest gegen Europameister Polen 2:3 (20:25, 25:21, 22:25, 25:22, 13:15).

Nur ein klarer Erfolg im Entscheidungsspiel gegen Außenseiter Kanada am Montag kann noch die Blamage für das als Medaillenanwärter gestartete Team verhindern.

"Jetzt geht es nur darum, die erste Runde irgendwie zu überstehen und dann ins Turnier reinzukommen", sagte Zuspieler Simon Tischer nach den Lehrstunden in Triest frustriert: "So darf man nicht spielen. Das war eine komplett andere Mannschaft wie beim Spiel gegen Brasilien."

"Wir werden zurückkommen"

Wenige Tage nach dem triumphalen 3:0 bei der Generalprobe gegen Weltmeister Brasilien steigerte sich das junge deutsche Team zwar gegen Polen, wirkte aber insgesamt viel zu gehemmt und ängstlich.

Ähnlich enttäuschende deutsche Auftritt hatte es zuletzt bei Olympia 2008 gegeben, doch an ein Vorrunden-Aus wie in Peking wollte niemand denken.

"Das war kein Rückfall in alte Zeiten. Wir werden zurückkommen", sagte Angreifer Robert Kromm. Die serbischen Fans sangen trotzdem schon spöttisch "Auf Wiedersehen".

Klarer Sieg muss her

Ob es schon am Dienstag als Verlierer zurück nach Deutschland geht, entscheidet sich im abschließenden Vorrundenmatch gegen Kanada (Mo., ab 17 Uhr im LIVESTREAM).

Die Nordamerikaner feierten mit dem 3:1 gegen Serbien sensationell ihren ersten Sieg und haben damit die bessere Ausgangsposition.

Deutschland muss klar gewinnen - bei Punktgleichheit entscheidet der Quotient der Satzpunkte. Zum letzten Mal hatte eine deutsche Mannschaft bei der WM 1982 gegen die Nordamerikaner gespielt - damals hatte es beim 0:3 der DDR zuletzt ein WM-Auftaktspiel ohne Satzgewinn gegeben.

"Es hat einfach nichts geklappt"

"Wenn wir so spielen, wird es auch gegen Kanada ganz schwer", sagte Libero Ferdinand Tille und analysierte die deutschen Fehler: "Wir haben unkonstant aufgeschlagen, der Block war nicht da und die Feldabwehr stand falsch. Es hat einfach nichts geklappt."

Vor allem die Leistungsträger - Hauptangreifer Georg Grozer und Zuspieler Patrick Steuerwald - fanden nie zu ihrer vollen Leistungsstärke.

Die Nerven spielen nicht mit

Nicht nur Kapitän Björn Andrae sah den Grund für die Pleiten im angespannten Nervenkostüm seiner im Durchschnitt 25 Jahre jungen Teamkollegen:

"In einem Test gegen Brasilien kann man locker spielen und ist nicht der Favorit. Das hier ist eine WM. Und 10 von den 14 Männern haben noch nie eine WM gespielt."

Wenn sich die Youngster noch an die ganz besondere Stimmung bei einem Großereignis gewöhnen würden, sei noch nichts verloren und weiter alles möglich.

Tischer zuversichtlich

Gut für die zittrigen Volleyball-Riesen ist nun der im Vorfeld sehr umstrittene WM-Modus, nach dem sich drei der vier Teams jeder Vorrundengruppe für die zweite Runde qualifizieren, wo es erneut bei null losgeht.

"Gut, dass die Niederlagen nicht mitgenommen werden. Wir haben noch Zeit, unsere Nervosität abzulegen", sagte Simon Tischer.

Und auf den Gruppendritten von Triest wartet in der zweiten Runde auf Sizilien der vermeintlich leichteste Pool ...

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