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Raul Lozano ist seit zwei Jahren deutscher Bundestrainer © imago

Raul Lozano bleibt bis 2012 Bundestrainer. Unabhängig vom WM-Ausgang soll Olympia Höhepunkt und wohl auch Ende seiner Amtszeit sein.

Triest -Wenn Raul Lozano wütend ist, hüpft er wie Rumpelstilzchen am Spielfeldrand auf und ab.

Grund zum Frust hatte der nur 1,63 Meter große Argentinier in den ersten beiden Spielen bei der WM reichlich, denn der unaufhaltsam scheinende Aufstieg seiner deutschen Volleyballer wurde erstmal gestoppt.

Nach dem 0.3 gegen Serbien kassierte das Team auch gegen Europameister Polen eine Niederlage. Gegen Kanada (ab, 17 Uhr im LIVESTREAM) droht das WM-Aus.

Trotzdem soll Lozano in jedem Fall bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London Bundestrainer bleiben.

DOSB will Olympiamedaille

"Lozano hat bis 2012 unterschrieben. Die Entwicklung des Teams ist sehr gut, die Arbeit des Trainers super", sagte Verbands-Geschäftsführer Jörg Ziegler.

Mit der souveränen Qualifikation für die EM 2011 und dem starken Comeback in der Weltliga wurden in diesem Jahr die Erwartungen bisher übererfüllt.

Für Olympia in zwei Jahren sehen die Zielvereinbarungen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Medaille vor - und Lozano ist überzeugt davon, dass er die historische Glanztat 40 Jahre nach Olympia-Silber für die DDR in München bewerkstelligen kann.

[kaltura id="0_yhw5mqd8" class="full_size" title="Deutschland will die Wende"]

"Diese Mannschaft wächst weiter und wird immer besser. Aber natürlich gibt es auf dem Weg nach oben auch Rückschläge", sagt der 54-Jährige. Was möglich ist, haben die beiden Siege im WM-Vorfeld gegen Weltmeister Brasilien bewiesen.

Es fehlt noch Routine

Allerdings fehlt noch die Ausgeglichenheit und Routine: "Diese WM und die EM im nächsten Jahr sind vor allem wichtig, damit diese junge Mannschaft noch Erfahrung auf hohem Niveau sammelt."

Genau die hat Lozano in seiner 30-jährigen Trainertätigkeit reichlich gesammelt. Der kleine Mann bringt den Erfolg - so war es an vielen Stationen seiner schillernden Karriere.

Im italienischen Vereinsvolleyball gewann er zwei europäische Titel, bei der WM 2006 führte er das polnische Nationalteam sensationell zu Silber.

Nach dem unglücklichen Aus im Olympia-Viertelfinale von Peking beendete Lozano nach vier Jahren sein Engagement in Polen, verzichtete auf viel Geld und heuerte in Deutschland an.

Spieler stehen hinter dem Coach

Es ist ein lustiges Bild, wenn der kleine Mann mit den grauschwarzen Haaren zu seinen Zwei-Meter-Riesen aufschaut.

Obwohl er mit seinen Spielern auch zwei Jahre nach seinem Amtsantritt nur auf Italienisch oder Spanisch kommuniziert, sind sie voll des Lobes über ihren manchmal arrogant wirkenden Chef.

Nach Olympia ist wohl Schluss

Unabhängig von Erfolg oder Misserfolg wird er Deutschland wohl nach Olympia 2012 verlassen. Er hat es noch nie länger als vier Jahre irgendwo ausgehalten. "Es ist schwer, einer Mannschaft nach ein paar Jahren noch neue Impulse zu geben. Dann muss man gehen", sagte er.

Werner von Moltke kann das sogar verstehen. "Der ist wie Felix Magath. Wenn es nicht mehr erfolgreicher werden kann, dann geht er lieber", hat der Verbandschef einmal gesagt: "Wenn wir in London Olympiasieger werden, könnte ich das sogar verstehen."

Rückschläge hat das Rumpelstilzchen auf dem Weg dahin einkalkuliert.

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