vergrößernverkleinern
Im Spiel zwischen Italien und Deutschland ging alles mit rechten Dingen zu © getty

Jizhong Wei sagt der Spielmanipulation nach dem WM-Skandal von Italien den Kampf an. Der Weltverbands-Chef will einen neuen Modus.

Rom - Weltverbands-Chef Jizhong Wei hat der Spielmanipulation nach dem WM-Skandal von Italien den Kampf angesagt.

Nachdem Russland (2: 3 gegen Spanien) und Brasilien (0:3 gegen Bulgarien) in der zweiten Runde absichtlich verloren hatten, um einen vermeintlich leichteren Weg ins Halbfinale zu gehen, kündigte der Chinese bis zum Ende seiner Amtszeit in zwei Jahren einen neuen Modus für die Titelkämfe an.

"Es gibt zwei Arten von Manipulationen. Erstens aus technischen Gründen. Zweitens aus finanziellen Gründen, das sogenannte Match-Fixing für Wetten. Beide Arten sind sehr gefährlich. So wird der Sport zerstört. Deshalb wird die FIVB gegen jede Art von Manipulation vorgehen", sagte Wei in Rom.

Empörte Zuschauer

Russland hatte gegen Spanien nach 2:0-Führung die meisten Stammspieler ausgewechselt, beim 13:13 im fünften Satz war kein Block mehr am Netz existent.

Brasilien setzte sogar seine Angriffs-Stars Giba ("Eine der schwärzesten Stunden meiner Karriere") und Theo gegen Bulgarien als Zuspieler ein, um in jedem Fall zu verlieren - das Publikum reagierte mit gellenden Pfiffen auf den sichtbaren Betrug.

Mangel an Fair Play?

Wei beklagt nun lautstark das fehlende Fair Play der Teams. Wegen des schwierigen schlüssigen Nachweises einer Manipulation sei es allerdings schwer, Spieler oder Trainer zu bestrafen.

Vielmehr würden seine Experten im Weltverband nach den Erfahrungen von Italien bereits über eine neue einheitliche Spielformel für alle Volleyball-Weltmeisterschaften der Zukunft nachdenken.

Acostas Erbe

Das umstrittene System der Männer-WM mit drei Vorrunden-Phasen, in denen die Niederlagen jeweils nicht in die nächste Runde mitgenommen wurden, hatte noch Weis umstrittener Vorgänger Ruben Acosta auf Vorschlag des italienischen Verbandes abgesegnet.

"Jedes System kann verbessert werden, und bevor ich abtrete, werden wir ein neues System gefunden haben", versprach Wei.

Anderer Modus bei Frauen-WM

Bei der Frauen-WM in Japan (29. Oktober bis 14. November) wird nach einer anderen Formel mit zwei Vorrunden-Phasen mit sechs Mannschaften in jeder Gruppe gespielt.

[kaltura id="0_01hxjhqu" class="full_size" title="Deutschland schl gt Tschechien"]

"Auch in diesem kann man manipulieren, aber in so großen Gruppen ist es schwieriger. Außerdem werden Niederlagen in die nächste Runde mitgenommen", sagte Wei.

Genugtuung über Russen-Pleite

Russlands Männer hatten übrigens trotz ihrer freiwilligen Pleite gegen Spanien mit dem 1:3 gegen Serbien im vermeintlich leichteren Pool den Einzug ins Halbfinale verpasst.

Wei hatte das Spiel am Fernseher verfolgt und konnte wie ein Großteil der Volleyball-Welt seine Genugtuung nicht verbergen: "Jede Manipulation ist eine Art von Wette. Bei Russland ist sie schiefgegangen. Sie haben gegen Spanien freiwillig verloren, um in diesen Pool zu kommen. Also mussten sie dort auch gewinnen. Das hat den Spielern Druck gemacht, sie haben sehr schlecht gespielt und verloren."

Lob fürs DVV-Team

Großes Lob gab es von Präsident Wei dagegen für die deutschen Volleyballer.

"Ich habe die deutschen Mannschaften schon sehr oft gesehen. Ihr Level wird immer besser", sagte Wei: "Der Volleyball in Deutschland hat eine sehr gute Zukunft."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel