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Kathleen Weiß ist für den aserbaidschanischen Klub Igtisadchi Baku aktiv © imago

Getarnte Fans schreien das DVV-Team zum souveränen WM-Auftaktsieg gegen Kasachstan. Nun wartet allerdings ein anderes Kaliber.

Matsumoto - Die Spielerinnen hüpften wie entfesselt im Kreis, Bundestrainer Giovanni Guidetti atmete erleichtert auf, und 350 japanische Schüler schwenkten fröhlich ihre deutsche Flagge.

Die deutschen Volleyballerinnen sind in Matsumoto mit dem erhofften 3:0 (25:21, 25:14, 25:16) gegen Kasachstan in die WM gestartet.

Durch die Gala-Vorstellung steigen nun die Erwartungen vor dem Schlüsselspiel gegen den Olympiavierten Kuba am Samstag.

"Am Anfang waren wir nicht frei im Kopf. Aber die Sätze zwei und drei waren sehr, sehr gut. Da haben wir gezeigt, was wir können", sagte Guidetti.

Zur Belohnung trainingsfrei

Für neun Spielerinnen seines Kaders ist es die erste WM, das Durchschnittsalter der "Girl Group" liegt bei nur 25 Jahren.

Der Italiener hob den herausragenden Block um Kapitän Christiane Fürst sowie die Abwehrleistung hervor. Als Belohnung gab es für alle eingesetzten Spielerinnen am Abend trainingsfrei.

Japanische Schüler als Fans

Nach einem nervösen Auftakt, bei dem sich besonders der Außenangriff schwer tat, lief es vom Beginn des zweiten Satzes an rund im deutschen Team.

Die vom Veranstalter als deutsche Fans rekrutierten Schüler rissen bei jedem Punkt wie auf Knopfdruck die Arme nach oben und feuerten die Mannschaft mit lauten "Deutsche, Deutsche"-Rufen an.

Essens-Probleme überwunden

Im Vorfeld des Matches hatte es einige Diskussionen um die Verpflegung für die Mannschaften gegeben.

Aufgrund des zeitigen Spielbeginns um 13.30 Uhr forderte Guidetti ein sportgerechtes Essen am frühen Vormittag, was die Hotelküche offenbar überforderte.

Knurrende Mägen gab es laut Mittelblockerin Fürst dennoch nicht: "Wir haben einfach zweimal gefrühstückt."

Idealer Auftaktgegner

Trotz des ungewohnten Tagesablaufs gelangen ihr 10 Punkte, womit sie nach Margareta Kozuch (14) und Maren Brinker (13) die erfolgreichste Punktesammlerin im deutschen Team war.

"Es war ganz gut, dass wir zum Auftakt einen leichteren Gegner hatten. So kommt man besser ins Turnier rein", sagte Fürst.

Schlüsselpartie gegen Kuba

Gegen Kuba kommt der groß gewachsenen Türkei-Legionärin eine Schlüsselrolle zu. "Da müssen wir im Block mindestens genauso gut stehen", betonte Guidetti.

Zuspielerin Kathleen Weiß ist nach ihrer starken Leistung gegen Kasachstan dennoch nicht bange: "Wir sind hier, um jedes Spiel zu gewinnen. Das gilt auch gegen Kuba."

Das Match gegen das Karibik-Team kann maßgeblich für den weiteren Turnierverlauf sein.

Zum einen würde die deutsche Mannschaft mit zwei Siegen ohne Druck in das Match gegen den Olympiazweiten USA gehen, außerdem werden die Punkte gegen die ebenfalls für die Zwischenrunde qualifizierten Mannschaften mitgenommen.

Video-Analyse soll helfen

Die Kubanerinnen sind wie so oft die große Unbekannte bei der WM. Dank der guten Vernetzung hatten sich Guidetti und sein Trainerstab einige Videos besorgt, die am Morgen vor dem Spiel vom Team eingehend analysiert werden.

"Wir werden für den Kampf bereit sein, dürfen aber nicht nur mit Kraft spielen", erklärte Guidetti. Man müsse gegen Kuba vor allem den Kopf einsetzen.

Außen mit Luft nach oben

Der 38-Jährige erwartet wie auch gegen Kasachstan einen schwierigen Start. "Wir werden wohl erst im Spiel lernen, wie wir gegen sie spielen müssen. Wir müssen mutig sein im Block und geduldig im Angriff", beschrieb Guidetti die Marschroute.

Eine Leistungssteigerung erwartet der Coach von seinen Außenangreiferinnen Kozuch und Brinker.

Zwar sorgte das Duo gegen Kasachstan für 27 der 56 selbst erzielten Punkte, die Erfolgsquote der Angriffe von durchschnittlich 33,5 Prozent ist jedoch ausbaufähig.

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