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Saskia Hippe (r.) spielt in der Bundesliga für den Dresdner SC © getty

Nach den beiden Auftaktsiegen kassiert das DVV-Team bei der WM in Japan die erste Niederlage. Nur anfangs hält die Mannschaft mit.

Matsumoto - Erst eine überraschende Gala, dann ein vermeidbarer Dämpfer.

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der WM in Japan nach tollem Kampf 0:3 (23:25, 24:26, 17:25) gegen den Gold-Favoriten USA verloren und damit im dritten Spiel die erste Niederlage kassiert.

24 Stunden zuvor hatten die "Schmetterlinge" in Matsumoto mit dem glatten 3:0 gegen den dreimaligen Olympiasieger Kuba noch aufhorchen lassen.

Zwischenrunde fest im Visier

"Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Sie hat zwei Sätze auf Weltklasseniveau gespielt. Auf diesem Level werden wir hier noch viele Spiele gewinnen", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Die Zwischenrunde, für die die USA fast schon sicher qualifiziert ist, hat das deutsche Team fest im Visier.

Nach dem Ruhetag am Montag warten Kroatien und das starke Thailand.

Aufschlag-Wunder Tom schlägt zu

Gegen den Olympiazweiten USA machte die individuelle Klasse den Unterschied. Im ersten Satz führte das durch den Sieg gegen Kuba hochmotivierte deutsche Team lange, ehe die seit nunmehr 14 Pflichtspielen ungeschlagenen US-Girls durch eine Aufschlagserie von Superstar Logan Tom davonzogen.

"Sie ist eine der besten Spielerinnen der Welt, sie ist der Unterschied", befand Guidetti.

Fehlaufschlag kostet Satz zwei

Der zweite Satz war noch enger und ließ den emotionalen Italiener des Öfteren an der Linie verzweifeln. Bei 24:24 leisteten sich die deutschen Frauen einen Fehlaufschlag, die USA nutzten den Satzball eiskalt.

"Wir sind selbst Schuld. In den entscheidenden Momenten haben wir einfach einen Fehler mehr gemacht", sagte Kapitän Christiane Fürst.

Satz drei klare Sache

US-Coach Hugh McCutcheon, der bereits die Männer 2008 zu Olympia-Gold geführt hatte, lobte das unerfahrene deutsche Team dennoch in den höchsten Tönen.

"Sie haben uns eine Schlacht geliefert. Das war das entscheidende Spiel in dieser Gruppe, und Deutschland hat uns richtig gefordert."

Im dritten Satz zog McCutcheons Team früh davon und verteidigte den Vorsprung bis zum Ende.

Fassungslose Leere

Die niedergeschlagenen deutschen Frauen saßen noch minutenlang in der leeren Halle und blickten fassungslos ins Leere.

Einen Tag zuvor hatten sie an gleicher Stelle noch Freudentänze aufgeführt. Mit einer grandiosen Vorstellung wurde Kuba aus der Halle gefegt.

Dass das Siegergefühl auch nur von kurzer Dauer sein kann, zeigte sich 24 Stunden später gegen die USA. Spät in der Nacht bat Guidetti nochmal zu einer Nachbesprechung, ehe er sein "wunderbares Team" in den verdienten Ruhetag schickte.

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