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Margareta Kozuch spielt seit diesem Jahr in Russland für VK Saretschje Odinzowo © imago

Die deutschen Volleyballerinnen schwimmen bei der WM weiter auf einer Erfolgswelle. Thailand hat nicht die Spur einer Chance.

Matsumoto - Mit Power-Volleyball der Extraklasse haben die deutschen Schmetterlinge im fernen Japan Hoffnungen auf die erfolgreichste WM-Teilnahme seit 16 Jahren geschürt.

Gerade einmal 67 Minuten brauchte das wie enfesselt spielende Team für das 3:0 (25:14, 25:15, 25:10) gegen Asienmeister Thailand.

Als Belohnung gibt es in der Zwischenrunde ab Samstag Duelle gegen Olympiasieger Brasilien, Europameister Italien, die Niederlande und Tschechien.

"Seit ich vor vier Jahren angefangen habe, habe ich mein Team noch nie so perfekt spielen sehen. Das war einfach unglaublich. Sie haben keinen Fehler gemacht", sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Macchiato zur Belohnung

Der kleine Wirbelwind aus Italien schüttelte noch lange nach dem Spiel ungläubig den Kopf, seine Spielerinnen hockten derweil auf dem Hallenboden und genossen die Höhepunkte ihres Auftritts bei der Wiederholung auf der überdimensionalen Videoleinwand.

Als Belohnung lud der Trainer seine Sieger wie versprochen ins Starbucks von Matsumoto ein: "14 Latte Macchiato muss ich ausgeben. Das wird teuer."

Trainer Guidetti träumt

In dieser Verfassung muss sich die junge Mannschaft vor kaum einem Team fürchten, Guidettis heimlicher Wunsch Platz vier könnte tatsächlich in Erfüllung gehen.

Zumal die DVV-Auswahl fünf Punkte mit in die Zwischenrunde nach Nagoya nimmt und somit zum Auftakt der Achtergruppe hinter Brasilien und den USA auf Platz drei steht.

Erster Gegner ist am Samstag Italien.

3:0 könnte Gold wert sein

Mit Blick auf das von Präsident Werner von Moltke ausgegebene Ziel Platz acht kann der deutliche Sieg gegen Thailand noch Gold wert sein.

Bei Punktgleicheit zwischen zwei oder mehreren Teams gibt nämlich der Quotient der Satzpunkte den Ausschlag. Vor vier Jahren hatte man die Spiele um die Plätze fünf bis acht um lächerliche drei Punkte verpasst.

Um einen Platz unter den besten Acht der Welt zu sichern, muss in der Zwischenrunde von Nagoya mindestens Platz vier erreicht werden. Zuletzt wurde eine Auswahl des DVV 1994 Fünfter.

Danach folgten drei Weltmeisterschaften mit Pleiten, Pech und Pannen, bei denen nur zweistellige Platzierungen heraussprangen.

Medaille ist noch kein Thema

Offene Worte über hohe Ziele oder sogar die erste WM-Medaille der Geschichte entlockt man der Mannschaft allerdings nicht.

"Wir denken immer nur an das nächste Spiel und werden sehen, was am Ende rauskommt", sagte Margareta Kozuch und hielt sich dabei streng an die Vorgabe des Trainers.

Gegen Thailand war die Russland-Legionärin erneut die beste Punktesammlerin. Mit ihrem 16. Zähler beendete Kozuch die Lehrstunde für die Asiatinnen und war danach wie das gesamte deutsche Team bei den zahlreichen Autogrammjägern gefragt.

Noch eine halbe Stunde nach Spielende erfüllten Kozuch und Co. geduldig jeden Wunsch nach einer Unterschrift.

DVV von Beginn an überlegen

Im August hatte das DVV-Team beim Grand Prix noch 1:3 gegen Thailand verloren, doch diesmal gab es von Anfang an keinen Zweifel am Sieg.

Mit 11:3 zogen die Deutschen davon und bauten den Vorsprung schnell auf 21:10 aus. Ein Aufschlag von Thailand ins Netz beendete schließlich den ersten Teil der Demütigung.

Die Sätze zwei und drei verliefen nahezu identisch. Deutschland erspielte sich schnell einen Vorsprung und baute diesen systematisch aus.

Das komplette Team spielte konstant auf einem hohen Niveau und ließ den hilflosen Asiatinnen kaum eine Chance zum Durchatmen.

Auch Niederlande sind weiter

Neben Deutschland haben auch Erzrivale Niederlande und Tschechien wie erwartet die Zwischenrunde erreicht.

Aus der deutschen Gruppe C qualifizierten sich Thailand und Kuba als letzte Teams für die Zwischenrundengruppe B in Nagoya.

Polen kann weiter träumen

Der EM-Dritte Polen, der sich 3:0 gegen Algerien durchsetzte, und Peru komplettieren die Zwischenrundengruppe A, die in Tokio ausgespielt wird.

Titelverteidiger Russland, Gastgeber Japan, Serbien, Athen-Olympiasieger China, Südkorea und die Türkei waren bereits vor dem letzten Spiel der Vorrunde qualifiziert.

Kuba verlor zwar sein letztes Spiel in der Gruppe C 1:3 gegen die USA, setzte sich aber wie Thailand aufgrund des besseren Satzpunkte-Quotienten gegen Kroatien durch.

Für die Niederlande und Tschechien war das Weiterkommen in der Gruppe B durch 3:0-Siege gegen die Außenseiter Puerto Rico und Kenia nur Formsache.

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