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Maren Brinker wechselte im Sommer vom USC Münster zu Allianz Volley Stuttgart © imago

In der WM-Zwischenrunde kommt es für die Deutschen knüppeldick. Zur Vorbereitung auf Italien schlägt der Bundestrainer selbst zu.

Nagoya - Erst Europameister Italien, dann Olympiasieger Brasilien - und als Bonus Erzrivale Niederlande: Für die deutschen Volleyballerinnen kommt es in der WM-Zwischenrunde in der Millionenstadt Nagoya knüppeldick.

Doch nach der furiosen Vorrunde ist das Selbstvertrauen größer als die Namen der Gegner. "Ich traue uns jetzt alles zu. Egal, wer auf der anderen Seite steht, wir setzen jeden Gegner unter Druck", sagt Angreiferin Margareta Kozuch.

Auf den Schultern der bisher besten deutschen Punktesammlerin ruhen bereits am Samstag gegen Italien (10 Uhr MEZ) die deutschen Hoffnungen.

Im weiten Rund der Nippon Gaishi Hall

Die Azzurri sind zwar keineswegs mehr die Übermannschaft des vergangenen Jahres, als sie mit einer schier unglaublichen Leistung den EM-Titel holten, doch nach zwei Niederlagen in der Vorrunde steht das Team mit dem Rucken zur Wand. Ein Sieg gegen Deutschland ist Pflicht.

Am Freitag bekamen die deutschen Volleyballerinnen im Training bereits die Atmosphäre auf dem Center Court der 11.000 Zuschauer fassenden Nippon Gaishi Hall zu spuren.

Chefcoach Giovanni Guidetti drosch die Bälle höchstpersönlich auf seine Spielerinnen, um sie so auf die harten und wütenden Angriffe der Italienerinnen einzustellen.

Hoffen auf Substanzverlust beim Europameister

Als Zaungast schaute Rudi Schumann den deutschen Frauen eine Weile zu. Der Weltmeister von 1970 ist im Auftrag des Weltverbandes FIVB in Nagoya und war mitverantwortlich für die bisher einzige deutsche WM-Medaille.

Fragen nach Edelmetall wehren die Deutschen kategorisch ab, doch spätestens nach einem Sieg gegen Italien ist die Medaille greifbar nah.

"Wir hoffen, dass Italien durch seine schwere Vorrunde schon Substanz verloren hat. Wir müssen einfach an unsere Form halten", sagt Kapitän Christiane Fürst.

Spielführerin ist das Sorgenkind

Die Mittelblockerin ist derzeit das einzige Sorgenkind im Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Die 25-Jährige absolviert zu Beginn jedes Trainings Extra-Übungen für die lädierte Schulter.

Im Mai hatte sie bei einem Sturz auf den rechten Schlagarm einen Bänderriss erlitten. Trotz Operation ist die Türkei-Legionärin noch nicht wieder bei hundert Prozent.

Allerdings ist es die bloße Präsenz der 1,92 m großen Spielführerin, die dem unerfahrenen Team Stabilität verleiht.

"Ich war wohl noch nie so gut"

Hinzu kommen Kozuchs Angriffe und die präzisen Zuspiele von Kathleen Weiß. Die nur 1,71 m große Blondine war laut Statistik die drittbeste Zuspielerin der Vorrunde und ist zur Lieblingsschülerin von Guidetti geworden.

Auch nach dem Abschlusstraining setzte sich der Italiener mit seiner Spielmacherin auf den Bordstein vor der Arena und redete in der Mittagssonne bedächtig auf sie ein.

"Ich war wohl noch nie so gut wie jetzt, aber ich denke, dass ich noch besser werden kann", sagt Weiß. Gegen Italien wäre es kein schlechter Zeitpunkt, um die Leistung nochmals zu steigern.

Am Sonntag gegen Tschechien

Am Sonntag folgt mit dem Spiel gegen Tschechien vom Papier her die Verschnaufpause, bevor es gegen Brasilien (Dienstag) und die Niederlande (Mittwoch) geht.

Dass die Osteuropäerinnen aber brandgefährlich sein können, haben sie gegen Italien bewiesen. Nach 0:2-Rückstand gewannen sie das Spiel noch, und auch gegen Brasilien mussten sie sich nur 2:3 geschlagen geben.

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