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Katzenjammer bei den "Schmetterlingen": Heike Beier (l.), Corina Sschuschke © imago

Die deutschen Volleyballerinnen unterliegen zum Auftakt der Zwischenrunde Italien. Einem Marathon-Satz folgt der Einbruch.

Nagoya - Die deutschen Volleyballerinnen haben zum Auftakt der WM-Zwischenrunde einen Fehlstart hingelegt.

Trotz Führung und zahlreicher Chancen verlor das Team 1:3 (25:22, 30:32, 8:25, 15:25) gegen Europameister Italien. Der heimliche Traum von der Medaille dürfte bereits geplatzt sein, alle Konzentration gilt jetzt dem gesteckten Ziel Platz acht.

"Die ersten beiden Sätze haben wir unglaublich gespielt. Dann war die Qualität raus", sagte der sichtlich mitgenommene Bundestrainer Giovanni Guidetti: "Wir haben Fehler, Fehler und nochmals Fehler gemacht. Fehler, die wir noch nie zuvor gemacht haben."

Sein Team führte bereits 1:0 und vergab im zweiten Durchgang fünf Satzbälle.

"Ein Bruch im Spiel"

Enttäuscht schlichen die Spielerinnen vom Feld. Angreiferin Maren Brinker ließ ihren Gefühlen freien Lauf und weinte bittere Tränen.

"Nach dem zweiten Satz war ein Bruch im Spiel", sagte Kapitän Christiane Fürst. Man habe die Konzentration verloren und viele unnötige Fehler gemacht.

Besonders bitter sind die klar verlorenen Sätze drei und vier im Hinblick auf den Quotienten der Satzpunkte, der herangezogen wird, wenn mehrere Teams am Ende punktgleich sind.

Noch auf dem vierten Platz

Noch liegt das deutsche Team auf Platz vier der Gruppe. Um diesen zu halten und somit in die Runde um die Plätze fünf bis acht zu erreichen, müssen sich die Schmetterlinge am Sonntag gegen Tschechien deutlich steigern.

"Da müssen wir gewinnen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wir müssen unseren Glauben wiederfinden", sagte Guidetti. Tschechien hatte Italien in der Vorrunde 3:2 besiegt.

Vor allem dank einer glänzend aufgelegten Margareta Kozuch gelang dem deutschen Team zunächst ein Traumstart. Die Auswahl führte bereits 19:14, als Italien wieder ins Match zurückfand.

Auf Kozuch, mit 17 Zählern erneut beste Punktesammlerin im deutschen Team, war jedoch Verlass. In engen Situationen setzte sich die Russland-Legionärin immer wieder in Szene und Deutschland ging völlig verdient in Führung.

Fünf Satzbälle vergeben

Der zweite Satz entwickelte sich zu einem Krimi. Italien führte lange knapp, doch das vor allem in der Annahme schwache deutsche Team drehte den Durchgang in der Schlussphase und hatte bei 24:23 den ersten Satzball.

Allerdings wurde dieser wie vier weitere nicht genutzt, Italien bedankte sich und gewann den Satz 32:30.

Doch statt an die Leistung der ersten beiden Sätze anzuknüpfen, war das Guidetti-Team plötzlich völlig von der Rolle. Italien zog mit 11:1 davon und erteilte den Deutschen auch im weiteren Verlauf eine Lehrstunde.

Kozuch kommt nicht mehr zum Zug

Guidetti stand regungslos wie selten an der Seitenlinie und verfolgte mit fassungslosem Blick das Geschehen.

Zum Niedergang passte die drastisch fallende Punktausbeute von Angreiferin Kozuch, auf die sich die Italienerinnen immer besser einstellten. Hatte die sprunggewaltige Blondine nach dem ersten Satz bereits zehn Punkte, kamen bis zum Ende nur noch sieben dazu.

Im vierten Satz riss sich die Mannschaft zwar noch einmal zusammen, fand aber nicht mehr richtig ins Spiel zurück.

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