vergrößernverkleinern
Raul Lozano führte als Trainer zuletzt Polen ins Viertelfinale der olympischen Spiele © imago

Raul Lozano beginnt die Arbeit als neuer Trainer der Volleyball-Nationalmannschaft und übernimmt damit Stelian Moculescus Nachfolge.

Leipzig - Volleyball-Weltenbummler Raul Lozano ist auf dem Stuhl des deutschen Männer-Bundestrainers gelandet.

Ab sofort tritt der 1,63 Meter kleine Argentinier mit italienischem Pass in die großen Fußstapfen, die sein Vorgänger Stelian Moculescu in fast zehn Jahren überwiegend erfolgreicher Arbeit hinterlassen hat.

"Wir sind sicher, dass Raul Lozano ein würdiger Nachfolger von Stelian Moculescu sein wird. Mit dieser Verpflichtung wollen wir dokumentieren, dass wir an die Entwicklungsmöglichkeiten der Nationalmannschaft und an Männer-Volleyball insgesamt in Deutschland glauben", erklärte Sportdirektor Günter Hamel.

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) habe "den Blick von außen" ähnlich wie im Fall des für die Damen verantwortlichen Giovanni Guidetti gesucht und Lozano mit einem Zweijahres-Vertrag bis zur WM 2010 ausgestattet.

Angriff auf die Weltspitze

"Die deutsche Mannschaft hat jetzt schon ein gutes Niveau. Ich werde versuchen, das Team weiter in die Weltspitze zu führen. Ich möchte und muss die Mannschaft umstrukturieren, weil einige Ältere aufhören", kündigte der neue Coach an.

"Das erste Ziel ist, dass wir uns für die WM 2010 qualifizieren. Das sollten wir schaffen, dann wollen wir eine gute WM spielen", stellte er weiter klar.

Der 52-jährige in La Plata geborene Lozano gilt in der Szene als exzellenter Kenner und hoch qualifizierte Kraft. Der Weltverband FIVB lobt ihn als "einen der weltbesten Trainer".

Zuletzt war Lozano drei Jahre Chef-Trainer der polnischen Männer, die er 2006 zur Vize-Weltmeisterschaft und 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking ins Viertelfinale führte.

Im olympischen Auftakt-Match besiegten Lozanos Polen Moculescus DVV-Truppe glatt mit 3:0.(Lozano soll Nachfolger werden)

Such nach neuer Aufgabe

Trotz der erfolgreichen Arbeit beim deutschen Nachbarn suchte der Argentinier nach einer neuen Aufgabe, wollte insgesamt mehr Zeit bei seiner Familie in Südamerika verbringen.

Der früher auch als Vereinstrainer in Italien (u.a. in Treviso, Macerata, Mailand und Palermo) und Griechenland (Saloniki) erfolgreiche Coach kann Job und Familie offenbar im DVV-Angebot besser koordinieren.

Anfang Dezember wird er erstmals nach Deutschland bzw. Europa kommen. Zunächst will Lozano nach Italien reisen, um mit Spielern wie Stefan Hübner (Treviso), Marcus Popp und Frank Dehne (Verona) oder Robert Kromm (Padua) zu sprechen.

Anschließend stehen ein Match des VfB Friedrichshafen in der Champions League sowie ein Treffen mit dem dort arbeitenden Vorgänger Moculescu im Kalender.

"Eine große Persönlichkeit"

Einige Nationalspieler begrüßten die Verpflichtung des neuen Trainers bereits.

Mittelblocker Stefan Hübner bezeichnete Lozano als "eine große Persönlichkeit. Ich denke, das wird dem deutschen Volleyball gut tun. Ich bin sicher, er wird auch in der Mannschaft neue Impulse setzen."

Diagonalangreifer Jochen Schöps (Odintsovo/Russland) kennt den Argentinier noch nicht, meint aber: "Ich weiß, dass er in Polen sehr gut gearbeitet hat. Deshalb denke ich, dass er gut ist, um auch uns ein Stück weiterzubringen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel