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Generali Haching gewinnt zum dritten Mal nacheinander den DVV-Pokal © imago

Friedrichhafens Pleite im Pokalfinale gegen Haching ist nicht überraschend. Die Konkurrenz rückt heran - den VfB freut's.

München - Stelian Moculescu wirkte wie versteinert.

Minuten zuvor war der Trainer des VfB Friedrichshafen noch wie gewohnt die Seitenlinie entlanggetobt, nun musste er fassungslos mitansehen, wie die Spieler von Erzrivale Generali Haching sich im goldenen Konfettiregen von über 10.000 Fans als Pokalsieger feiern ließen.

Das 2:3 des Serienmeisters war womöglich mehr als nur eine Niederlage, es könnte nach jahrelanger Dominanz einen Machtwechsel im deutschen Volleyball eingeläutet haben. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Wir haben Friedrichshafen zum ersten Mal geschlagen, wenn es um einen Titel geht", sagte Hachings Kapitän Max Günthör: "Darauf bin ich sehr stolz. Das war ein ganz wichtiger Schritt."

Haching-Trainer zurückhaltend

Sein Trainer Mihai Paduretu gab sich gewohnt diplomatisch und sprach davon, dass die glücklichere Mannschaft gewonnen habe.

Insgeheim weiß der Rumäne natürlich genau, dass der Sieg in einem der hochklassigsten deutschen Duelle der vergangenen Jahre durchaus etwas mit der Qualität seiner Mannschaft zu tun hatte.

Diese spiegelt sich nicht nur durch den dritten Pokalsieg in Serie, sondern auch in der Ligatabelle wider. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Moculescu froh über Konkurrenz

Dort liegt das Team aus dem Münchner Vorort punktgleich mit Friedrichshafen an der Spitze, lediglich durch das bessere Satzverhältnis steht vor dem Abo-Champion noch die Eins.

Nur zwei Punkte hinter dem Duo hat sich der SCC Berlin sogar als dritte Kraft und ernsthafte Konkurrenz etabliert.

Und als sich Moculescu vom ersten Schock der Finalniederlage erholt hatte, sah der frühere Bundestrainer in den neuen Kräfteverhältnissen sogar das Positive.

"Natürlich freue ich mich, dass es mit Haching und Berlin zwei weitere starke Mannschaften gibt. Ich würde es aber noch mehr begrüßen, wenn es sogar fünf oder sechs Teams auf diesem Niveau geben würde", sagte Moculescu.

Großer Triumph und Eintönigkeit

Der 60-Jährige weiß genau, dass die Dominanz des VfB der Sportart nicht nur gutgetan hat. Seit Moculescu am Bodensee ist, erlebte Volleyball durch seine Arbeit zunächst einen Aufschwung.

Das Nationalteam spielte international wieder eine Rolle, und der VfB gewann 2007 sogar völlig überraschend die Champions League.

In den vergangenen Jahren hat sich allerdings eine gewisse Eintönigkeit breitgemacht, die den Verwantwortlichen der Liga gar nicht passt.

In Sachen Struktur ist VfB klar spitze

Die Etats für den Kader unterscheiden sich in Berlin, Haching und Friedrichshafen mittlerweile kaum noch.

Der Ligakrösus punktet allerdings beim Thema Struktur, ist der Konkurrenz dort meilenweit voraus.

Um dort investieren zu können, brauchen Berlin und Haching mehr Geld, was sich durch sportliche Erfolge durchaus akquirieren ließe.

Samstag Chance zur Revanche

Von einem Machtwechsel in der Meisterschaft will Moculescu allerdings nichts wissen. "Natürlich glaube ich, dass wir Meister werden. Sonst wäre ich hier fehl am Platz", sagte der gebürtige Rumäne.

Bereits am Samstagabend kann sein Team die Kräfteverhältnisse wieder zurechtrücken. Dann empfängt Friedrichshafen den Pokalsieger zur Revanche in der Liga.

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