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Marcus Böhme (Mitte) wechselte 2009 vom SCC Berlin zum VfB Friedrichshafen © imago

Beim VfB ist nach dem zwölften Titel feiern angesagt - und das nicht zu knapp. Der Gegner hadert mit den vergebenen Chancen.

Friedrichshafen/München - Meisterschale, Sektdusche und eine wilde Party bis zum Morgengrauen:

Eine schönere Nachfeier hätte Stelian Moculescu einen Tag nach seinem 61. Geburtstag kaum haben können.

Der Trainer des alten und neuen deutschen Volleyball-Meisters VfB Friedrichshafen und seine Spieler machten die Nacht von Samstag auf Sonntag zum Tag - und ein Ende der Fete ist nicht in Sicht.

"Wir haben jetzt mehrere Tage Zeit, um das ausgiebig zu feiern", sagte Mittelblocker Marcus Böhme, "das ist die deutsche Meisterschaft! So was kann man doch nicht mit einem Abend abtun."

"Als wäre es der erste Titel"

So abgeklärt die Häfler ihre siebte Meisterschaft in Folge perfekt machten, so euphorisch war die Stimmung nach dem 3:1-Erfolg im dritten Finalspiel gegen den SCC Berlin.

Die Zwei-Meter-Hünen turnten in der heimischen ZF Arena wie kleine Kinder auf dem Feld herum und warfen ihren Trainer in die Luft.

"Es ist immer, als wäre es der erste Titel. Vom Gewinnen kriegst du nie genug", sagte Moculescu. Und das will bei ihm etwas heißen, immerhin war es bereits seine 18. deutsche Meisterschaft - zwölf davon holte er mit dem VfB (DATENCENTER: Bundesliga).

Auch der Bürgermeister gratuliert

Die Party hatte eher zugeknöpft begonnen: Ehe Kapitän Joao Jose die Schale um 22.48 Uhr endlich in die Luft stemmen durfte, waren zunächst zahlreiche Offizielle ihre Gratulationen losgeworden.

Vom Verbandschef bis zum Bürgermeister wollte es sich niemand nehmen lassen, die nationale Dominanz der Häfler per Mikrofon über die Hallenlautsprecher gebührend zu würdigen.

Ein souveräner Sieg

Zwölf Meisterschaften in den vergangenen 14 Jahren sprechen eine deutliche Sprache: Der VfB spielt im deutschen Männervolleyball nach wie vor in einer eigenen Liga, daran konnten auch die Berliner nicht rütteln.

Einzig im zweiten Spiel vor eigenem Publikum brachten sie den Abo-Meister an den Rand einer Niederlage. In die Liga-Statistik aber geht für den VfB ein glattes 3:0 in der "best-of-five"-Serie ein - auch das bereits zum sechsten Mal.

"Diese Mannschaft hat viel Herz"

Was nach einem lockeren Spaziergang aussieht, war für die Häfler allerdings ein ordentliches Stück Arbeit. "Es war ein hartes Jahr", sagte Außenangreifer Milos Vemic, "es lastete großer Druck auf uns. Jetzt ist der Stein vom Herzen weg."

Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde der Champions League und der Niederlage im Pokalfinale gegen Generali Haching (2:3) war die Meisterschaft die letzte verbliebene Titelchance für die Häfler gewesen.

"Wir hatten viele Verletzte, das hat uns immer wieder rausgerissen", sagte Moculescu: "Aber diese Mannschaft hat viel Herz und das auch die ganze Saison über gezeigt."

"Wir waren platt heute"

Mit viel Herz waren auch die Berliner in das Finale gegen Friedrichshafen gestartet. In den ersten beiden Partien hatten sie sich durchaus auf Augenhöhe präsentiert, doch in den entscheidenden Momenten versagten dem SCC jedes Mal die Nerven.

Manager Kaweh Niroomand haderte bereits nach der Heimniederlage im zweiten Spiel mit den vergebenen Chancen: "Da spielen wir fast vier Stunden lang, aber in nicht mal drei Minuten haben wir die möglichen Siege aus der Hand gegeben."

Bei Friedrichshafens Meisterstück im dritten Spiel waren die Berliner dagegen klar unterlegen. Das sah auch SCC-Trainer Mark Lebedew so: "Wir waren platt heute, sie waren einfach stärker."

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