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Robert Kromm spielt seit diesem Jahr für Marmi Lanza Verona in Italien © imago

Deutschlands Volleyballer hoffen vergeblich auf Schützenhilfe und scheitern in der Vorrunde. Der Kapitän sieht ein Problem im Kopf.

München - Per Liveticker kam die Gewissheit. Robert Kromm, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, hatte extra am freien Samstagabend sein Handy eingeschaltet.

Nur um schließlich zu lesen, dass das Abenteuer Weltliga - wieder einmal - vorzeitig beendet ist.

"Ganz abgeschlossen hatte ich noch nicht, aber es war ja abzusehen", sagte der Außenangreifer. Im Fernduell um Tabellenplatz zwei gewann Bulgarien gegen Japan 3:0 und besiegelte damit den Vorrunden-K.o. der deutschen Mannschaft.

"Uns fehlt es an Kontinuität. Wir spielen phasenweise gut mit, können das Niveau aber nicht über drei Sätze halten", analysierte Kromm.

Knapp an der Sensation vorbei

Den Beleg für seine These hatte der 27-Jährige gerade erst in den erfolglosen Vergleichen mit dem Weltranglistenzweiten Russland erhalten.

Zweimal war die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nah an einer Sensation gegen den Favoriten dran gewesen.

Bei der 2:3-Niederlage im ersten Match (Bericht) in der Berliner Max-Schmeling-Halle verließen die Schützlinge von Bundestrainer Raul Lozano erst im fünften Satz die Kräfte.

Im zweiten Spiel (Bericht) verloren sie den entscheidenden vierten Satz in der Verlängerung. "Knapp verlieren ist immer ärgerlicher als ordentlich eins auf den Deckel zu kriegen", sagte Kromm.

Konstanz fehlt

Die mangelnde Konstanz des DVV-Teams zieht sich durch das gesamte Turnier. Nach Siegen gegen Japan und zweimal gegen Bulgarien folgte im nächsten Duell stets eine Pleite.

Noch zu wenig, um sich im Konzert der weltbesten Nationen erstmals bis in die Finalrunde vorzuspielen.

"Wir müssen unsere technischen Mängel abstellen und mental einfach stärker werden", sagte Kromm.

Niveau steigt

Doch die vielen engen Matches zeigen auch, dass das Gesamtniveau im deutschen Männer-Volleyball in den vergangenen Jahren gestiegen ist (DATENCENTER: Bundesliga).

Unter Bundestrainer Lozano kletterte das Team bis auf Platz neun in der Weltrangliste - so hoch wie niemals zuvor.

"Wir haben eine gute Balance gefunden und sehen uns auf einem guten Weg", sagte DVV-Sportdirektor Günter Hamel.

EM-Vorbereitung steht an

Für die deutschen Volleyballer gilt es nun, sich in den Heimspielen in Stuttgart gegen Japan (30. Juni/1. Juli) mit einer guten Leistung aus der Weltliga zu verabschieden.

Danach beginnt bereits die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Österreich und Tschechien (10. bis 18. September), wo der Verband sich einen Platz unter den ersten sechs Teams erhofft.

"Unsere Mannschaft ist für Überraschungen in jede Richtung gut. Wir sind in der Lage den Favoriten ein Bein zu stellen", sagte Hamel.

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