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Angelina Grün (r.) und das DVV-Team gewannen Silber bei der Volleyball-EM © imago

Auf die DVV-Volleyballerinnen wartet ein Marathonprogramm in Sachen Olympia-Quali. In Japan soll der erste Schritt erfolgen.

München - Einen Monat nach dem Gewinn der EM-Silbermedaille kämpfen die deutschen Volleyballerinnen beim World Cup in Japan um ihr nächstes Ziel (VORSCHAU: "Ost-Block" soll Olympia-Ticket sichern).

Die ersten drei Tickets für die Olympischen Spiele in London werden vergeben. Rückkehrerin Angelina Grün und Co. messen sich in einem Marathonprogramm mit den besten Teams der Welt - eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe.

Mut und Glück

So sieht es auch Angreiferin Grün. "Die Euphorie ist da. Wir werden versuchen, gut Volleyball zu spielen. Wenn wir das so hinkriegen, wie wir es bei der EM gemacht haben, können wir da wirklich mitspielen," sagte die 31-Jährige im "ZDF".

Viel Selbstvertrauen, Mut und auch eine ordentliche Portion Glück braucht die Auswahl von Bundestrainer Giovanni Guidetti, um das Ziel Olympia bereits im ersten Anlauf zu erreichen. Doch die Voraussetzungen sind nicht optimal. Elf Spiele in 14 Tagen warten auf das Team, zu mehr als zwei Tagen Vorbereitung reichte es aufgrund des laufenden Ligageschehens nicht.

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Schwierige Ausgangslage

Dazu kommt der Zeitunterschied von acht Stunden, mit dem die Mannschaft seit ihrer Ankunft in Tokio am Montag zu kämpfen hat. Und schon der logistische Aufwand des Zwölfer-Turniers hat es in sich, ganz zu schweigen von den hochkarätigen Gegnern. Guidetti weiß um die schwierige Ausgangslage: "Mein Team wird in der ersten Woche wohl kaum bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit sein, aber wir müssen spielen und wollen gewinnen, da gibt es keine Ausreden." (NEWS: Harte Brocken für DVV-Teams)

Nach dem Kurztrainingslager reisen die Deutschen am Donnerstag von Tokio nach Nagano, zum ersten Spielort. Nach drei Begegnungen geht es am Ruhetag weiter Richtung Toyama, wo das Team zwei Partien bestreitet. Danach warten noch drei Spiele in Okayama, bevor der Tross für die letzten drei Duelle nach Tokio zurückkehrt.

Start gegen Kenia

Los geht es am Freitag gegen Kenia, es folgen Spiele gegen Südkorea und dem Weltranglistenersten Brasilien am Sonntag.

Neben den Brasilianerinnen gehört auch Grand Prix-Sieger USA zu den absoluten Topfavoriten.

Doch im Rennen um den dritten Platz, der ebenfalls noch zur Teilnahme an den Sommerspielen berechtigt, rechnet sich auch Guidetti Chancen aus. "USA und Brasilien sind theoretisch die beiden ersten Teams. Dann kämpfen Deutschland, Japan, Italien, Serbien und China um den dritten Olympia-Platz," sagt der Italiener, der die Deutschen in den letzten Jahren kontinuierlich an die Weltspitze herangeführt hat.

Eine Überraschung traut der Coach seinen "Schmetterlingen" zu: "Meine Mannschaft hat mich gelehrt, dass alles möglich ist. Es wird schwer, sehr schwer, nahezu unmöglich. Aber die DVV-Frauen haben oftmals Dinge vollbracht, die vorher keiner für möglich gehalten hat."

Weiteres Qualifikationsturnier

Guidetti setzt in Japan auf seinen EM-Kader. Gegen den Afrikameister zum Auftakt können sich seine Schützlinge noch ein bisschen warm spielen, spätestens gegen Brasilien aber muss die Auswahl um Spielführerin Margareta Kozuch ihr bestes Volleyball abrufen. Selbst wenn am Ende keine Top-Drei-Platzierung herauskommt, zählt jeder Punkt für eine gute Weltranglistenplatzierung. (462125BILDER: Die DVV-Silbermädels)

Die ist am Ende für die Teilnahme an einem weiteren Olympia-Qualifikationsturnier entscheidend. Momentan liegt Deutschland als viertbeste europäische Mannschaft auf Platz neun. Russland, Italien und Serbien rangieren weiter oben.

Grün: Hätten es verdient

Doch Weltmeister Russland ist beim World Cup nicht dabei, auch Italien und Serbien sind bei einer guten Gesamtleistung noch einzuholen.

Sollte die Mannschaft in der Lage sein, in Japan die guten Leistungen bei der EM zu bestätigen, darf Deutschland zumindest auf die Volleyballerinnen hoffen, nachdem sowohl die Fußball- als auch die Basketball-Nationalmannschaften bereits den Sprung zu Olympia verpasst haben.

Angelina Grün: "Das wäre einfach toll und gerade mit dieser Mannschaft hätten wir uns das auf jeden Fall verdient."

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