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Giovanni Guidetti trainiert die deutschen Volleyballerinnen seit April 2006 © imago

Die DVV-Frauen ziehen beim World Cup gegen Japan den Kürzeren und sind nun im letzten Spiel auf Schützenhilfe angewiesen.

Tokio - Angelina Grün stand nach der bitten Niederlage minutenlang wie erstarrt auf dem Spielfeld, Bundestrainer Giovanni Guidetti trat wütend gegen einen Stuhl:

Die deutschen Volleyballerinnen haben beim World Cup in Japan durch ein

knappes 2:3 (20:25, 25:23, 27:25, 17:25, 12:15) gegen die Gastgeberinnen eine große Chance liegen lassen und können das Olympia-Ticket beim Qualifikationsturnier nicht mehr aus eigener Kraft lösen.

Guidetti hatte den Schuldigen nach der bitteren Pleite schnell ausgemacht.

"Was hier heute passiert ist, ist einfach schrecklich. Dass ein Ball, der das Match und vielleicht eine Olympia-Qualifikation entscheidet, so falsch entschieden wird und niemand, auch von offizieller Seite, den Anstand hat, diese Fehlentscheidung zu korrigieren, ist einfach skandalös", sagte der Italiener.

Japan muss verlieren

Schon unmittelbar nach dem verwandelten Matchball hatte Guidetti immer wieder angezeigt, dass der Ball deutlich im Aus gewesen sei. Doch der Punkt der Japanerinnen zählte.

Durch Niederlage wird der Sprung nach London für das Team um Kapitän Margareta Kozuch wieder deutlich schwieriger.

Am Freitag (7.00 Uhr MEZ) muss die deutsche Mannschaft China mindestens mit 3:1 schlagen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Japan anschließend (10.20 Uhr) gegen die USA verliert. Es darf also gezittert werden.

DVV nur auf Platz fünf

"Es wäre nur gerecht, wenn es für uns doch noch ein Happyend geben würde. Dafür müssen wir aber erst mal China schlagen. Das wird alles andere als einfach, aber mein Team hat bei diesem Turnier schon so tolle Leistungen gezeigt, vielleicht können wir das alles noch einmal abrufen und uns damit selbst belohnen", sagte Guidetti.

Beim World Cup werden insgesamt drei Olympia-Tickets vergeben, Italien und die USA haben sich bereits zwei davon vorzeitig gesichert.

Deutschland liegt mit 20 Punkten hinter China (23) und Japan (21) nur auf dem fünften Platz (BERICHT: Olympia-Zittern geht weiter).

Grün macht 2. Satz zu

Sollte die deutsche Mannschaft in Japan scheitern, ist der Kampf um die Teilnahme an den Sommerspielen 2012 aber noch nicht verloren.

Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) müsste in diesem Fall den Weg über ein Kontinental- und möglicherweise ein Weltturnier gehen, um sich vielleicht doch noch zu qualifizieren.

Gegen die Japanerinnen kam der Vize-Europameister nur schwer ins Spiel und gab den ersten Durchgang ab. Erst im zweiten Satz fand das DVV-Team seinen Rhythmus und glich aus. Angelina Grün sorgte vor 10.000 Zuschauern im Yoyogi National Stadium für den entscheidenden Punkt.

Kimura kaum zu stoppen

Auch am Ende des dritten Durchgangs trumpfte die Außenangreiferin groß auf. Grün erspielte beim Stand von 25:25 den dritten Satzball und verwandelte diesen anschließend selbst 462125(DIASHOW: Die DVV-Silbermädels).

Den Japanerinnen gelang danach der Ausgleich, der fünfte Satz musste das Spiel entscheiden. Die Gastgeberinnen hatten im Tie-Break die besseren Nerven und verwandelten ihren zweiten Matchball.

"Japan hat sich im Turnier immer mehr gesteigert und hat heute gut gespielt. Ihr Spielstil ist schwierig für uns, deswegen war es für phasenweise nicht leicht, dies zu kontern", sagte Libero Lenka Dürr, die erstmals im Wechsel mit Kerstin Tzscherlich zum Einsatz kam.

Beste Spielerinnen des deutschen Teams waren Grün (25 Punkte) und Kozuch (18). Bei den Japanerinnen war vor allem Saori Kimura (26) kaum zu stoppen.

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